14.07.2016
aerokurier

FlugzeugentführungFBI stellt Fall Cooper ein

Nach 45 Jahren legt das FBI einen der kuriosesten Fälle von Flugzeugentführungen unaufgeklärt zu den Akten. Ein bis heute unbekannter Täter hatte im November 1971 eine Boeing 727 gekidnapt, die Geiseln bei einer Zwischenlandung gegen 200.000 Dollar Lösegeld freigelassen und war nach dem Wiederstart mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen. Bis heute ist die Identität des Täters unbekannt.

Boeing 727 Northwest Orient

Boeing 727 Northwest Orient Airlines. Foto und Copyright: Boeing  

 

Ein unter dem Namen Dan Cooper reisender Mann hatte auf dem NWA-Flug 305 von Portland nach Oregon kurz nach dem Start einer Stewardess einen Zettel zugesteckt, auf dem er mitteilte, eine Bombe in seiner Tasche zu haben. Er verlangte, dass bei einer Zwischenlandung in Seattle/Tacoma 200.000 Dollar Lösegeld im Austausch für die 36 anderen Passagiere bereitzustehen hätten. Weiterhin sollten vier Fallschirme für ihn selbst und drei Besatzungsmitglieder an Bord gebracht werden - mutmaßlich wollte er damit sicherstellen, dass die Schirme nicht manipuliert wurden. Um 17.45 Uhr landete die Maschine in Seattle, und der Austausch wurde vollzogen. Gegen 19.40 Uhr hob die 727 wieder ab, und Cooper zwang die Besatzung, mit niedriger Geschwindigkeit und einer Höhe von etwa 10.000 Fuß mit ausgefahrenem Fahrwerk und Landeklappen in Richtung Mexiko zu fliegen. Irgendwann während des Fluges sprang er mit dem Geld und den Fallschirmen aus dem Flugzeug ab. Dafür nutzte er eine konstruktive Besonderheit der Boeing 727: die Treppe im Heck.

Trotz großangelegten Suchaktionen blieb der Täter verschwunden. Einziger Anhaltspunkt waren 5800 Dollar aus dem Lösegeld, die am 13. Februar 1980 - gut acht Jahre nach der Entführung - von einem achtjährigen Jungen am Ufer des Columbia River nordwestlich von Vancouver gefunden wurden.

"Im Verlauf der Untersuchung überprüfte das FBI erschöpfend alle glaubhaften Hinweise, sammelte alle verfügbaren Beweise und befragte alle identifizierten Zeugen", heißt es in einer Pressemitteilung der US-amerikanischen Bundespolizei. Obwohl das FBI von der Öffentlichkeit eine immense Anzahl an Hinweisen erhielt, habe man bis heute den Entführer nicght identifizieren können. Die Tipps hätten zwar zu einigen plausiblen Theorien und Verdächtigen geführt, allerdings hätte niemandem zweifelsfrei die Schuld zugewiesen werden können, heißt es weiter.

Damit stellt das FBI die aktiven Untersuchungen ein. Allerdings werden Bürger gebeten, sich an die Behörde zu wenden, wenn mögliche Beweise aus diesem Fall - insbesondere die Fallschirme oder weiteres Lösegeld - auftauchen.

Nach drei weiteren, weniger erfolgreichen Entführungen, bei denen die Täter die Hecktür zum Ausstieg nutzten, verordnete die FAA allen Boeing 727 mit Gangway am Heck eine Vorrichtung, die ein Öffnen der Tür während des Fluges unmöglich machen. Diese kleine aerodynamische Sperre bekam den passenden Namen cooper vane.

Bis heute ist der Fall Cooper die einzige, nicht aufgeklärte Flugzeugentführung in der Geschichte der US-Luftfahrt.



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