19.05.2014
aerokurier

Bürgerentscheid über die Zukunft des Fluplatzes Was wird aus Dinslaken/Schwarze Heide?

Am 29. Juni 2014 sind die Bürger von Bottrop aufgerufen, über die Zukunft des Verkehrslandeplatzes Dinslaken/Schwarze Heide abzustimmen. Mit einem Video machen die Flugplatzbetreiber jetzt auf ihre Situation aufmerksam und werben für den Erhalt des Platzes.

Der Verkehrslandeplatz, einer der größten in Nordrhein-Westfalen, wurde erst 2010 ausgebaut. Dinslaken/Schwarze Heide (EDLD) verfügt heute über eine 1500 Meter lange Bahn, auf der jedes Jahr zwischen 41.000 und 55.000 Flugbewegungen stattfinden. Rund 100 Arbeitsplätze bietet der Platz. Prominentester Arbeitgeber ist die Firma Extra Aircraft. In unmittelbarer Nachbarschaft entwickelt sich ein Gewerbegebiet, das langfristig weitere Arbeitsplätze sichern soll.

Zudem sind in Dinslaken/Schwarze Heide sieben Vereine am Platz beheimatet. Sechs von ihnen sind unter einem Dach organisiert. Gemeinsam wurde eine neue Halle gebaut, für die noch Darlehen zu tilgen sind.

280.000 Euro erhält die Flugplatzgesellschaft jedes Jahr von den Eigentümern an Zuschüssen, 137.000 Euro davon zahlt die Stadt Bottrop. Gesellschafter sind neben der Stadt Bottrop die Stadt Dinslaken, die Gemeinde Hünxe, die Stadt Voerde und der Kreis Wesel. Rund die Hälfte der Zuschüsse fließt über Pachten und andere Abgaben direkt zurück in öffentliche Kassen der Stadt Bottrop.

André Hümpel, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, verteidigt die Zuschüsse im Gespräch mit dem aerokurier. „Allein in Bottrop sind 25 Arbeitsplätze direkt vom Flugplatz abhängig. Diese Familien bringen natürlich auch eine Menge Kaufkraft in die Stadt.“

Das Bürgerbegehren am 29. Juni 2014 hat das Ziel, die Zuschüsse der Stadt Bottrop zu kappen. Ohne das Geld wäre eine Insolvenz der Flugplatzgesellschaft kaum abzuwenden. „Die Initiatoren behaupten, sich damit nicht gegen die Vereine und die private Fliegerei zu wenden. Was sie dabei übersehen ist, dass die Vereine allein den Platz nicht unterhalten können. Ihre neue Halle wäre wertlos, die Vereine stünden vor einem Schuldenberg.“

Mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten aus Bottrop müssten am 29. Juni 2014 sich dem Bürgerentscheid anschließen, um den Geldhahn zuzudrehen – das entspricht laut André Hümpel gut 9000 Stimmen. Wer für den Erhalt des Flugplatzes stimmen möchte, muss sein Kreuz übrigens bei „Nein“ setzen.

Das Bürgerbegehren wird unterstützt von der DKP (Deutsche Kommunistische Partei), den Grünen, der Linkspartei und der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei). CDU, SPD und FDP sprechen sich für den Erhalt des Verkehrslandeplatzes Dinslaken/Schwarze Heide aus. 

Mit einem Video, das wir Ihnen an dieser Stelle zeigen, macht die Betreibergesellschaft auf die Situation aufmerksam und wirbt um Stimmen für den Erhalt des Platzes.

Patrick Holland-Moritz


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