10.08.2018
aerokurier

Budweis AirportStartschuss für Flight Training Base

Der Flughafen im südböhmischen Budweis will sich modernisieren und sowohl für die General Aviation als auch für die Linienfliegerei attraktiver werden. Jetzt bekommen die Tschechen Unterstützung von den Flying Bulls.

Flying Bulls Airport Budweis

Raimund Riedmann, Flugbetriebsleiter der Flying Bulls (r.) und Co-Pilot Hans Pallaske (l.) besiegeln mit Marketingleiter Dieter Pammer den Start der Flight Training Base.  

 

Flight Training Base South Bohemian Airpark - unter diesem klangvollen Namen will der Budweis International Airport künftig ein attraktives Domizil für die Aus- und Weiterbildung von Piloten sein. 120 Hektar stellt der Flughafenbetreiber für dieses Projekt zur Verfügung. "Mit dem geplanten Zentrum für Training, Schulung und Maintenance können wir perfekt auf die Bedürfnisse der Allgemeinen Luftfahrt eingehen", sagte Dieter Pammer, Head of Airline Marketing & Touroperator Management. "Ob Luftfahrt-Entwicklungsbetriebe, Maintenance oder Aus- und Weiterbildung bis hin zum Kunstflug - Budweis will der passende Partner sein." Die ehemalige Militärbasis mit ihrer 2500 mal 80 Meter messenden Piste und der entsprechenden Infrastruktur biete sich geradezu ideal für die geplante Flight Training Base an, so Pammer.

Dass die Idee auch bei bekannten Playern der Szene ankommt, bewies der Besuch der Flying Bulls beim Welcome-Event am 6. August. Flying-Bulls-Flugbetriebsleiter Raimund Riedmann und sein Co-Pilot Hans Pallaske statteten der Veranstaltung mit der B-25 Mitchell einen Besuch ab und sicherten ihre Unterstützung zu. "Zahlreiche Luftfahrtunternehmen und Flugschulen nutzen unseren Flugplatz schon heute und stehen den Entwicklern des neuen Trainingszentrums beratend zur Seite", sagte Pammer. Mit den Flying Bulls sei nun ein Aerobatics-Operator mit Weltruhm und langjähriger Erfahrung mit an Bord.

Der Flughafen liegt etwa sechseinhalb Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Budweis in der Gemeinde Planá und etwa 120 Kilometer südlich von Prag. 1935 als Zivilflugplatz angelegt, wurde das Areal später vor allem militärisch genutzt, zunächst für die Reservistenausbildung und nach Annexion der Tschechoslowakei durch das Dritte Reich als Flugplatz der Luftwaffe. Hier flog unter anderem die 8. Jagdfliegerdivision, daneben wurde eine Fliegerschule betrieben, in der Piloten auf zehn unterschiedlichen Typen bis hin zur Messerschmitt Me 262 ausgebildet wurden. Ab Mitte 1944 wurde der Flugplatz mehrmals von den Alliierten angegriffen, wobei erhebliche Schäden an der Infrastruktur entstanden. Nach Kriegsende waren hier die Angehörigen des 312. Tschechoslowakischen Jagdfliegergeschwaders der Royal Air Force stationiert, die nach ihrer Rückkehr die 2. Tschechoslowakische Fliegerdivision bildeten. Seit dieser Zeit nutzte auch die Motorflugsektion Budweis des Český národní aeroklub den Flugplatz. 1947 erfolgte die Aufnahme des regelmäßigen Flugverkehrs zwischen Budweis und Prag durch die tschechoslowakische Fluggesellschaft.

Ab 1950 erfolgte die Reorganisation der tschechoslowakischen Luftverteidigung nach sowjetischem Vorbild. Der Flugplatz wurde bis 1952 umgestaltet, mit neuer Militärtechnik ausgerüstet und Basis des 1. Jagdfliegerregiments. 2005 wurde der militärische Flugbetrieb eingestellt und der Flughafen als Aktiengesellschaft von der Stadt Budweis und der Region Jihočeský kraj zivil weiter betrieben.




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