20.04.2018
aerokurier

AERO 2018: Sonaca 200Präsentation des Prototypen OO-NEW

Die Sonaca 200 machte schon seit längerem von sich reden, doch nun hatten die Messebesucher auch die Möglichkeit, sich den Prototypen OO-NEW vor Ort anzusehen. Bei der öffentlichen Präsentation gab Carl Mengdehl, der Chefingenieur, jedoch bekannt, dass die nächsten Projekte schon in Planung seien.

Sonaca 200

Lange soll es nicht mehr dauern, bis die Sonaca 200 zertifiziert ist. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Nach nicht einmal drei Jahren Entwicklungsarbeit präsentierte Harold van der Straten die Sonaca 200, ein Flugzeug, das – wie der Geschäftsführer von Sonaca Aircraft gleich zu Beginn betonte – von Piloten für Piloten entworfen worden ist. Sein Dank, so van der Straten, gelte nebst den Mitarbeitern insbesondere auch der Sonaca-Gruppe, die 70 Prozent des Startkapitals von mehr als drei Millionen beigesteuert hatte. Danach übergab er Dominique Roland, Head of General Aviation & Remotely Piloted Aircraft Systems der europäischen Luftfahrtbehörde, das Wort: „Ich erinnere mich sehr gut an den ersten Besuch des jungen Teams bei der EASA. Damals arbeitete ich im Bereich Design Organisation Approval (DOA), und obwohl da damals vorgestellte Projekt nicht zwingend ein DOA erfordert, empfahl ich ihnen dennoch, diesen Ansatz in Betracht zu ziehen.“ Die Entwickler befolgten den Rat und erhielten so im Januar 2018 die Zulassung als Entwicklungsbetrieb – noch vor der Typenzulassung des Flugzeugs. „Der Antrag auf Zertifizierung für die Sonaca 200 wurde im August 2015 gestellt, und die Typenzulassung müsste in Kürze, das heißt, in weniger als drei Jahren nach dem ursprünglichen Antrag, ausgestellt werden“, fuhr Roland fort. „In der Welt der Allgemeinen Luftfahrt handelt es sich um eine ziemlich seltene und zu begrüßende Leistung.“ Carl Mengdehl, der Head of Engineering und Mitbegründer von Sonaca Aircraft, gab daraufhin ein Einblick in die Entwicklung: „Vor kurzem haben wir die Trudeltest erfolgreich abgeschlossen und sind somit fast am Ende des Testflugprogramms. Die mehr als 200 Trudel-Umdrehungen setzten unserem Testpiloten viel mehr zu als dem Flugzeug.“ Doch an Ideen mangelt es den Belgiern nicht. „Wir würden die Sonaca 200 gerne für Upset-and-Recovery-Trainings und Flüge unter Instrumentenflugbedingungen zulassen. Um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben, möchten wir sie für ein Garmin G500 TXi zertifizieren und für ein elektrisches Antriebssystem auslegen. Darüber hinaus ziehen wir es in Betracht, ein auf der Sonaca 200 basierendes Flugzeug in Zukunft auch als Viersitzer anzubieten. Doch zunächst wollen wir sie in der Utility-Kategorie zulassen, was wohl bereits im Mai der Fall sein wird.“ Gebührend gefeiert wurde die Messepremiere im Anschluss mit starkem belgischen Bier.

Harold van der Straten

Harold van der Straten ist sehr zufrieden mit der Arbeit seines Entwicklungsteams.Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Der doppelsitzige Ganzmetall-Tiefdecker wird von einem 115 PS starken Rotax 914 F angetrieben und hat ein maximales Leergewicht von 460 Kilogramm. Es soll dank seinen gutmütigen Flugeigenschaften und dem guten Ansprechverhalten, die auch bei Geschwindigkeiten nahe des Überziehens noch gegeben sind, insbesondere im Schulungsbetrieb zum Einsatz kommen. Aufgrund der angestrebten CS-VLA-Zulassung werden auch Nachtsichtflüge möglich sein. Das höchstzulässige Abfluggewicht liegt bei 750 Kilogramm und das Lastvielfache ist auf -1,76 und +4,4 g begrenzt. Die beiden Tanks befinden sich in den Flächen und verfügen über ein Fassungsvermögen von insgesamt 140 Litern. Der Verbrauch liegt bei 18 Litern pro Stunde und die Reisegeschwindigkeit wird mit 115 Knoten angegeben. Im Cockpit ist ein Garmin GNC 255A und ein Garmin GTX 335-Mode-S/ADS-B Transponder verbaut. Die Standardversion soll 177 500 Euro kosten. Die 31000 Euro teurere Sonaca 200 Trainer Pro wird mit Garmin G500 TXi und Garmin GTN 650 ausgeliefert. Darüber hinaus bietet der Hersteller die Option, den Trainer auf 780 Kilogramm aufzulasten, das Cockpit mit IFR-Instrumenten aufzurüsten, die Überführung zu übernehmen oder das Flugzeug zu leasen.




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