17.04.2018
aerokurier

AERO 2018: SenkrechtstarterEröffnung der Senkrechtstarter-Sonderausstellung im Dornier Museum

Viele Unternehmen forschen an VTOL-Flugzeugen, da dieses Konzept als besonders zukunftsweisend gilt, dabei experimentierte man schon in den 1960er-Jahren mit Senkrechtstartern: 1968 startete die Do 31 zu ihrem Erstflug, was das Dornier Museum Friedrichshafen nun mit einer Sonderausstellung feiert.

AERO 2018: Eröffnung der Senkrechtstarter-Sonderausstellung

Camillo und David Dornier (mittig) eröffnen die neue Sonderausstellung zum Thema Senkrechtstarter. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Vor 50 Jahren hob die Dornier Do 31 als erstes und bisher einziges VTOL-Transportflugzeug ab, für das Dornier Museum Friedrichshafen Grund genug, diese außerordentliche Ingenieursleistung mit einer Sonderausstellung zu würdigen. Den Auftakt zu Programmserie machte ein Symposium, in dem Luftfahrt-Experten über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Senkrechtstartern referierten und diskutierten.

AERO 2018: Senkrechtstart-Symposium

Prof. Dr. Mirko Hornung, Peter Kielhorn, Dr. Marius Bebesel und Clive C. Scott diskutieren über die Zukunft von Senkrechtstartern. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Peter Kielhorn, Autor und Projektleiter bei Hensoldt, berichtete über die Entwicklung der Do 31 und gab Einblicke in die Geschichte der Senkrechtstarter, während Clive Scott, der Leiter des Schwenkrotor-Programms von Leonardo, am Beispiel der AW609 über die Möglichkeiten und Vorzüge von Flugzeugen mit Schwenkrotoren sprach. So sei der Senkrechtstarter im Vergleich zu herkömmlichen Helikoptern in der Lage, schneller, höher und weiter zu fliegen, was ihn insbesondere für Search-and-Rescue-Einsätze attraktiv mache. Obwohl die AW609 die Erwartungen angesichts eines höchstzulässigen Abfluggewichts von 8000 Kilogramm, einer Zuladung von 2860 Kilogramm und einer Reichweite von 700 Nautischen Meilen bereits übertroffen hat, optimieren die Ingenieure weiter. Der Luftwiderstand soll durch eine bessere Aerodynamik um zehn Prozent reduziert werden und die Motoren sollen ein Upgrade erhalten. Unter den Tragflächen sollen künftig Zusatztanks angebracht werden können und das Fahrwerk soll neu konstruiert werden. Darüber hinaus soll die Avionik auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Scott gab bekannt, dass bereits 50 Exemplare vorbestellt worden seien, und die ersten davon schon im kommenden Jahr ausgeliefert werden sollen. Dr. Marius Bebesel, Chefingenieur und Leiter des CityAirbus-Programms, wagte in seinem Vortrag „CityAirbus – Changing the way we travel in cities“ einen Blick in die Zukunft. Der CityAirbus, der sich seit drei Jahren in Entwicklung befindet, soll die dritte Dimension von urbanen Räumen erschließen und schon Ende des Jahres zum Erstflug starten. Die Ziele, die sich Airbus für sein VTOL gesetzt hat, sind hoch: Es soll ein hohes Maß an Sicherheit bieten, im Betrieb möglichst umweltfreundlich und zugleich kostengünstig sein, Platz für drei bis vier Personen bieten, eine Reichweite von bis zu 60 Kilometer mit bis zu 120 km/h autonom zurücklegen und in Masse produziert werden können. Derzeit arbeitet ein Kernteam von 30 Entwicklern in Zusammenarbeit mit E-Aircraft System House und der Siemens AG an dem Projekt. Zu den Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, gehören unter anderem ein effizienter Kompromiss aus minimaler Leistung für Start und Schwebeflug und maximaler Reichweite, die Lärmreduktion und eine horizontale Lage in allen Flugphasen.

AERO 2018: Horst Steinberg

Horst Steinberg, der die Ausstellung mitorganisiert hat, hält eine Ansprache. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Im Anschluss eröffnete die Familie Dornier die Sonderausstellung, in der auf 450 m2 sowohl die Geschichte, angefangen von VJ 101C, Do 31 und VAK 191B, als auch die Zukunft beleuchtet wird. In den nächsten Monaten werden mehrere Vorträge die aktuellen und künftigen Einsatzbereiche von bemannten und unbemannten senkrechtstartenden Flugzeugen behandeln. Die Sonderausstellung selbst ist für die Öffentlichkeit für eine Dauer von sieben Monaten zugänglich.

Mehr zum Thema:
Tashi Dolma Hinz



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