19.04.2018
aerokurier

AERO 2018: AmphibiumAeroVolga präsentiert die Borey

Durch Flugboote wie die LA-8L oder LA-8C-RS hat sich AeroVolga einen Namen gemacht, jetzt erweitert der russische Hersteller sein Angebot um ein UL-Amphibienflugzeug. Die zweisitzige Borey zeichnet sich durch ihre einfache Handhabung und ihre Vielseitigkeit aus und soll noch in diesem Jahr nach LTF-UL-2018-Bauvorschriften zertifiziert werden.

AeroVolga

Die Borey von AeroVolga soll noch dieses Jahr nach LTF-UL-2018 zugelassen werden. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Frischen Wind aus dem Norden, im antiken Griechenland auch „Borey“ genannt, bringt AeroVolga mit einem neuen Amphibienflugzeug in Deutschlands UL-Szene, nachdem der russische Hersteller 2011 schon die Flugboote LA-8L und 2015 die LA-8C-RS in Friedrichshafen vorgestellt hat. Ziel der Ingenieure war es, ein modernes Luftfahrzeug zu entwickeln, dass sich durch Funktionalität und Zuverlässigkeit sowie gute Performance und einfache Handhabung auszeichnet. Das durchaus überzeugende Resultat ist ein Hochdecker aus Faserverbund-Leichtbauweise, der serienmäßig durch einen 100 PS starken Rotax 912 ULS angetrieben, auf Wunsch aber auch mit dem 115 PS starken Rotax 914 ausgeliefert wird. Die doppelsitzige Borey soll noch in diesem Jahr nach den in Kürze veröffentlichen Bauvorschriften der LTF-UL-2018 und damit für eine höchstzulässige Abflugmasse von 650 Kilogramm zertifiziert werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen UL-Flugbooten ist die Borey kein „Pusher“ – der Propeller ist vorne in Flugrichtung am Motor befestigt und nicht hinten – was zu einer besseren Performance und vor allem kürzeren Startstrecken führt.

AeroVolga Cockpit

Ein Blick in das moderne Cockpit der Borey. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Bei voller Zuladung soll die Startrollstrecke auf befestigten Pisten nach vorläufigen Angaben des Herstellers nur 200 Meter, auf Gewässern nur 300 Meter, betragen. Die Überziehgeschwindigkeit wird mit 35 KIAS angegeben, auf Reise soll es mit gemütlichen 80 – 90  KIAS bei 75-Prozent-Leistung gehen. Leistungsmäßig ist die Borey der Konkurrenz, beispielsweise der Searey, damit ebenbürtig. Doch auch die Sicht aus dem Cockpit, wirbt der Hersteller, sei im Vergleich zur MerMaid, SeaRey und Super-Petrel deutlich besser. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Türe auszubauen, so dass das Amphibienflugzeug auch für Luftaufnahmen eingesetzt werden kann. Zugelassen ist die Borey bis zu einer Wellenhöhe von immerhin 0,5 Metern. Praxistests haben aber gezeigt, dass erfahrene Piloten die Borey allerdings auch bei einem Seegang der Stärke 3 (einen Meter Wellenhöhe) noch sicher landen können. Durch das leichte Handling und dem im Vergleich günstigen Preis ist die Borey gut geeignet für Schulungszwecke. Eine Garantie gibt der Hersteller für den Zeitraum von zwei Jahren oder einhundert Flugstunden. Der genaue Verkaufspreis steht noch nicht fest, soll sich nach Angaben des deutschen Importeurs, der WINX Aviation GmbH, in der Basisausstattung aber unterhalb von 150000 Euro bewegen.

Loic Blaise

Loic Blaise leidet an Multiple Sklerose, was ihn aber nicht davon abhielt, um den Polarkreis zu fliegen, um auf die Folgen der Klimaerwärmung aufmerksam zu machen. Foto und Copyright: Tashi Dolma Hinz  

 

Alexander Krueger, der Geschäftsführer der WINX Aviation GmbH, ist begeistert: „Mein Ziel ist es, den Wasserflug in Deutschland voranzubringen, und die Borey ist ideal für diesen Zweck.“ Das bestätigt auch Testpilot Oliver Knicker: „Ich bin die Borey in schwierigen Bedingungen geflogen und muss sagen, sie ist das am einfachsten zu beherrschende Wasserflugzeug, das ich je geflogen bin.“ Anschließend ergriff auch Loic Blaise das Wort, der an Multiple Sklerose leidet, und dennoch im vergangenen Jahr mit der Borey um den Polarkreis geflogen ist, um auf die Abschmelzung der Polarkappen aufmerksam zu machen.




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