12.03.2014
aerokurier

Pilot von Polizei-Helikopter geblendet14 Jahre Haft für Laserattacke

In Kalifornien wurde jetzt ein 26-Jähriger rechtskräftig zu 14 Jahren Haft verurteilt, weil er 2012 zwei Hubschrauber mit einem Laserpointer beleuchtet hatte. Seiner Freundin, die ihm dabei geholfen hatte, drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Laser Symbolbild Pixomar FreeDigitalPhotos Achtung Copyright!

Laserlicht stellt eine erhebliche Gefährdung des Luftverkehrs dar. Foto und Copyright: Image courtesy of Pixomar / FreeDigitalPhotos.net  

 

Am 10. März sprach der Richter Lawrence J. O'Neill in Fresno im US-Bundesstaat Kalifornien ein Urteil, das für Aufsehen sorgt. "Wer wissentlich einen Laserpointer auf ein Flugzeug hält, begeht einen kriminellen Akt, der schwere Sicherheitsauswirkungen nach sich ziehen kann. Wir applaudieren den Strafverfolgungsbehörden und dem US-Bundesanwalt zu seinen Anstrengungen, dieses schwerwiegende Problem zu bekämpfen", kommentierte Michael Huerta, Chef der US-Luftfahrtbehörde FAA, das Urteil.

Was war passiert? Im Sommer 2012 hatte der Angeklagte Sergio Patrick Rodriguez aus Clovis in Kalifornien nachts mit einem illegalen grünen Laserpointer in der Umgebung des Fresno Yosemite International Airports auf den Ambulanzhelikopter des Children's Hospital of Central California gezielt. Der Hubschrauber befand sich auf einem Einsatzflug, und der Pilot wurde bei der Laser-Attacke geblendet. Daraufhin schickte die Polizei von Fresno einen ihrer Helikopter in das Gebiet, der ebenfalls von Rodriguez mit dem Laser beleuchtet wurde. Die Polizei konnte den Täter sowie seine Freundin festnehmen und den Laser sicherstellen. Dabei kam heraus, dass der Laser 13mal stärker war als zugelassene Laserpointer. Ein Gutachter des US Air Force Reserach Laboratory sagte im Prozess aus, dass der benutzte Laser schwere und dauerhafte körperliche Schäden an Menschen verursachen könnte, und dass eine Blendung mit diesem Laser einen Piloten unfähig machte, ein Fluggerät zu kontrollieren.

Der US-Bundeswanwalt übernahm den Fall und klagte Rodriguez und seine Freundin wegen Gefährdung des Luftverkehrs an. Das zuständige Gericht in Fresno verurteilte den Angeklagten nach einem dreitägigen Prozess zu 14 Jahren Haft. Die Berufungsverhandlung wurde am 10. März letztinstantlich abgeschlossen und bestätigte das ursprüngliche Urteil. Da der 26-jährige Angeklagte eine lange Liste an Vorstrafen hat, setzte der Richter das höchstmögliche Strafmaß fest.

Rodriguez' Freundin muss im Mai vor Gericht erscheinen. Ihr droht wegen Beihilfe eine maximale Strafe von fünf Jahren Haft sowie zusätzlich eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar. "Ein Flugzeug mit einem Laser zu attackieren ist weder ein Dummer-Jungen-Streich oder ein harmloser Gag. Es ist ein verantwortungsloses Verhalten, das fatale Konsequenzen für die Insassen eines Fluggeräts oder Personen am Boden nach sich ziehen kann", sagte die FBI-Agentin Monica M. Miller, die den Fall untersucht hatte. In den USA hat das FBI nun eine Belohung von 10.000 Dollar ausgelobt für jeden Hinweis, der zur Ergreifung von Tätern führt, die ein Luftfahrzeug mit einem Laser attackiert haben.

2013 gab es laut FBI-Statistik in den USA 3960 Laser-Attacken auf Flugzeuge.

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V. K. Thomalla


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