20.02.2017
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BAe 14625 Jahre WDL Aviation — erfolgreich mit der „Jumbolino“

Business Aviation ist ein schwieriges Geschäft. Das gilt erst recht im Bereich Wet-Lease. Die Firma WDL-Aviation bewegt sich seit einem Vierteljahrhundert erfolgreich in diesem Segment. Teil ihres Erfolgsrezepts ist die BAe 146, genannt „Jumbolino“.

ae 02-2017 Jumbolino BAe 146 (01)

Der „kleine Jumbo“: Rund 400 Exemplare des vierstrahligen Musters wurden von den frühen 1980er Jahren bis 2003 gebaut. Foto und Copyright: Frank Martini  

 

Die Verniedlichung rührt von dem damaligen Maßstab für alle vierstrahligen Verkehrsflugzeuge her, dem „Jumbo-Jet“ Boeing 747. Denn der „Jumbolino“ ist, anders als alle anderen je gebauten Verkehrsflieger mit vier Strahltriebwerken, das einzige kleinere für Kurz- und Mittelstrecken ausgelegte Muster. Bereits seit 1998 setzt die WDL-Aviation die BAe 146 ein und ist heute das bundesweit einzige Luftfahrtunternehmen, das noch drei Flugzeuge dieses Typs betreibt. Homebase der Firma ist der Flughafen Köln/Bonn, an dem sie 1991 neu gegründet wurde. Außerdem haben ihre „Jumbolinos“ noch einen Platz am Airport Düsseldorf, von dem aus viele von der WDL-Aviation durchgeführten Flüge starten. Aber auch jeder andere Flughafen wird international auf Kundenanfrage von den Maschinen bedient.

Angefangen hatten die Köln/Bonner mit drei Fokker F-27, zu denen später noch ein Metroliner und zwei Learjet LR 55 hinzukamen. Aber für Walter Böhnke, Geschäftsführer des traditionsreichen Betriebs, ist der „Jumbolino“ das mit Abstand schönste Muster, das er je in seiner Flotte hatte. Der Jurist und Verkehrspilot muss es wissen, er war von Anfang an dabei. In den Jahren seiner Tätigkeit für die WDL-Aviation hat er nicht nur alle unterschiedlichen Muster seines Arbeitgebers geflogen, sondern auch mehr als 30 Flugzeuge für ihn angeschafft. Bis zu fünf BAe 146 zugleich hat er in der Unternehmensflotte erlebt.

Begonnen hatte Böhnke seine Karriere als Pilot 1982 noch vor der  Neugründung. Die ist heute Teil der WDL-Gruppe, die auf das fliegerische Urgestein Theodor Wüllenkemper zurückgeht. Der Mülheimer Unternehmer war an der Ruhr bereits 1955 mit einer Tiger Moth in der kommerziellen Luftwerbung angetreten – aus dieser Zeit rührt auch das Kürzel WDL für „Westdeutsche Luftwerbung“ her. Die betreibt die Firmengruppe an ihrem Standort in Essen/Mülheim noch heute in Verbindung mit Passagierflügen mit einem Prallluftschiff. Kurz nach der Gründung stand dort schon eine ganze Flotte Piper PA-18 für Werbeflüge bereit, später wurden auch Inselflüge angeboten. Das Unternehmen wuchs und wuchs, ehe Walter Böhnke dort anheuerte. Schnell stieg er in dem aufstrebenden Unternehmen am neuen Standort auf, zunächst vom Piloten zum Flugbetriebsleiter, nur drei Jahre nach seinem Dienstantritt schließlich zum Geschäftsführer. Seither lenkt er fast durchgehend die Geschicke der Firma.

Die Anschaffung des ersten „Jumbolinos“ vor 18 Jahren ist auf sein Betreiben zurückzuführen und stellt für ihn einen Meilenstein im Erfolg des Wet-Lease-Anbieters dar. Zur Wahl stand 1991 entweder der Kauf einer gebrauchten ATR-72 oder eben einer BAe 146-100. Die bot zum gleichen Preis von damals 14 Millionen D-Mark gegenüber der französisch-italienischen Turboprop mehrere für Böhnke entscheidende Vorteile: Sie konnte mit den Kurzstart- und -landeeigenschaften der Turboprops mithalten, war aber deutlich schneller und leiser als diese. Außerdem gab es bei dem mit dem offiziellen Beinamen „Whisperjet“ versehenen Flugzeug fürs gleiche Geld 75 Passagierplätze, die aber auf eine Maximalbestuhlung von 82 Sitzen ausbaufähig waren. Böhnke schlug zu und sicherte sich für den neuen Flieger auch gleich ein Callsign mit angehängtem Unternehmenskürzel: D-AWDL.


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