08.12.2017
aerokurier

Der erste Schweizer Business JetZulassung für die Pilatus PC-24

Der Schweizer Flugzeughersteller Pilatus hat es geschafft: Am 7. Dezember erhielt die PC-24 als erster Business Jet aus der Schweiz die Zulassung von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) und der US-amerikanischen Federal Aviation Administration (FAA).

Auf der NBAA-BACE hatte Pilatus im Oktober ein Versprechen gegeben: Die Zulassung für den zweistrahligen Business Jet PC-24 wird bis Ende des Jahres vorliegen, sagte CEO Markus Bucher auf der auf der Messe in Las Vegas. Jetzt haben die Schweizer ihr Versprechen eingelöst. Am 7. Dezember 2017 wurde das das Typenzertifikat von der EASA und der amerikanischen FAA ausgestellt. 

Die PC-24 ist der erste Business Jet "made in Switzerland". Pilatus bezeichnet die vielfältig einsetzbare PC-24 als Super Versatile Jet. Die Zertifizierung macht den Weg für die ersten Auslieferungen an Kunden frei. Pilatus hatte die Entwicklung der PC-24 im Jahr 2013 öffentlich bekannt gegeben. Intern allerdings, verrät der Hersteller, wird seit mehr als elf Jahren an dem Jet gearbeitet.

Im Mai 2015 startete der Prototyp zum Erstflug. Alle drei im Zuge der Zertifizierung eingesetzten Prototypen waren bis dato weltweit 2205 Stunden in der Luft. Die Flugversuche wurden teils unter extremen Bedingungen absolviert: Kälte, Hitze, Einsätze an den Limits von Höhe und Geschwindigkeit. Hinzu kamen weitere Tests: Vogelschlag, Belastungsversuche, Messung der Geräuschemissionen, Funktions- und Zuverlässigkeitstests. Die Testpiloten haben das komplette Spektrum der Pilatus PC-24 erflogen. 

Pilatus PC-24 rollt

Im Zuge der PC-24-Entwicklung wurde am Standort Stans ein dreistelliger Millionenbetrag investiert. Foto und Copyright: Pilatus Aircraft Ltd  

 

"Die PC-24 ist der erste Business Jet von Pilatus. Die Anforderungen, ein solches Flugzeug zu zertifizieren, sind heute extrem hoch und stellten natürlich auch uns vor große Herausforderungen. Wir haben im Jahr 2013 gesagt, dass wir das PC-24 Entwicklungsprojekt im Jahr 2017 abschliessen werden. Und jetzt haben wir es so kurz vor Jahresende geschafft“, sagt Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident von Pilatus.

Schwenk betont, dass die prognostizierten Leistungsdaten erreicht oder sogar übertroffen wurden. Die PC-24 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 440 Knoten (815 km/h) – angestrebt waren ursprünglich nur 425 Knoten (787 km/h). Die Reichweite ist mit 2035 NM (3769 Kilometern) angegeben. Bis zu elf Passagiere und ein Pilot finden an Bord Platz. Bei der PC-24 ist der Name Super Versitale Jet Programm. Das Flugzeug kann auf kurzen und unbefestigten Pisten starten und landen. Pilatus sieht den Einsatz des Super Versatile Jets in der Geschäftsluftfahrt, als Ambulanz-Flugzeug oder in Spezialmissionen. 

Pilatus PC-24 Kabine

Ein Blick in die Kabine. Bis zu elf Passagiere und ein Pilot finden an Bord Platz. Foto und Copyright: Pilatus Aircraft Ltd  

 

Die Entwicklung der PC-24 hat sich Pilatus Aircraft mehr als 500 Millionen Schweizer Franken (427,1 Millionen Euro) kosten lassen. Daneben wurden für den Aufbau der Serienfertigung über 150 Millionen Franken (128,1 Millionen Euro) in Gebäude und Maschinen am Werksflugplatz Buochs bei Stans investiert. Aktuell befinden sich dort acht Serienflugzeuge in der Produktion. In den USA – einer der wichtigsten Märkte für Pilatus – wird in ein neues Werk für den Endausbau investiert. Geplant ist, die Innenausstattung der PC-24 mit den Kunden vor Ort abzustimmen und auszuführen.

Für das kommende Jahr 2018 sind 23 PC-24 Auslieferungen an Kunden auf der ganzen Welt geplant. 84 Bestellungen stehen derzeit im Auftragsbuch. Weitere Aufträge werden bis auf weiteres nicht angenommen, sagte Pilatus auf der NBAA-BACE in Las Vegas. Das erste Kundenflugzeug wird noch im Dezember in Stans an das US-amerikanische Fractional-Ownership-Unternehmen PlaneSense übergeben. Im Januar 2018 wird diese PC-24 in die USA überführt. 



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