15.10.2018
aerokurier

Embraer stellt auf der NBAA-BACE zwei neue Business Jets vorPremiere der Praetor 500 und 600

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer hat im Vorfeld der NBAA-BACE zwei neue Business Jets vorgestellt: In Orlando feiern die Praetor 500 und 600 ihre Premiere. Die Zulassungen sind bereits für 2019 geplant.

Embraer Praetor 600 Flug

Embraer hat im Vorfeld der NBAA-BACE die Praetor 500 und 600 vorgestellt – auf dem Bild fliegt die größere Schwester Praetor 600. Foto und Copyright: Embraer  

 

Embraer hat kurz vor dem offiziellen Start der Business-Aviation-Messe NBAA-BACE in Orlando, Florida, zwei neue Business Jets enthüllt. Die Praetor 500 ist ein Midsize Business Jet, die größere Schwester Praetor 600 gehört zur Kategorie der Super Midsize Business Jets. Beide Flugzeuge werden während der NBAA-BACE, die am morgigen Dienstag beginnt und am Donnerstag endet, auf dem Static Display ausgestellt. Die Jets sind eine Ergänzung und Weiterentwicklung der Legacy 450 und 500, die weiterhin in Produktion bleiben sollen. Bei der Namensgebung haben sich die Brasilianer übrigens bei den alten Römern bedient (Prätur war ein hohes römisches Amt).

Embraer verspricht für die beiden Praetor-Jets „beispiellose Reichweite“ in ihren jeweiligen Kategorien. Der Super Midsize Jet Praetor 600 soll Nonstop-Flüge zwischen London und New York ermöglichen. Die Praetor 500 soll der schnellste Midsize Business Jet sein, der von der Westküste der USA aus mit nur einem Zwischenstopp nach Europa fliegen kann. Mit vier Passagieren an Bord soll es die Praetor 600 auf 3900 NM (7223 km) Reichweite bringen. Für die Praetor 500 nennt Embraer eine Reichweite von 3250 NM (6019 km). Beide Jets werden von Honeywell HTF 7500E-Turbofan-Triebwerken angetrieben. In der Praetor 600 leisten sie jeweils 34,49 kN Schub, in der Praetor 500 sind es 29,1 kN Schub.

Viel Know-how steckt auch in der Kabine. Ein Panel zeigt Informationen über den aktuellen Flug an und bietet Funktionen zur Kabinenverwaltung, die auch auf persönlichen Geräten über Honeywell Ovation Select verfügbar sind. Über Viasat Ka-Band ist Internet mit Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s an Bord beider Flugzeuge verfügbar. Beide Modelle verfügen als einzige Business Jets ihrer jeweiligen Klasse über Fly-by-Wire-Steuerung mit „aktiver Turbulenzreduzierung“, wie es Embraer beschreibt. Dadurch genießen die Passagiere einen reibungslosen Flug. Der Druck in der Kabine entspricht 5.800 ft (1767 m). Mit den neuen Flugzeugen führt Embraer eine optional erhältliche Bossa-Nova-Innenausstattung ein.„Inspiriert von unserem brasilianischen Erbe, wird das Interieur von Bossa Nova die Praetor-Kunden mit seinem unverwechselbar eleganten Ambiente erfreuen“, sagte Jay Beever, Vice President für Interior Design bei Embraer Executive Jets.

Beide Praetor-Jets verfügen über das Cockpit Rockwell Collins ProLine Fusion mit vier hochauflösenden 15,1-Zoll-LCD-Displays. Die Piloten erhalten darüber Wetterinformationen, werden vor Schwerwinden gewarnt und dank ADS-B haben sie stets den Verkehr im Blick. Die Cockpits bieten weitere Optionen wie das Embraer Enhanced Vision System (E2VS) mit Head-Up-Display (HUD) und Enhanced Video System (EVS), ein Inertial Reference System (IRS) und ein Synthetic Vision Guidance System (SVGS).

„Die Praetor 500 und der Praetor 600 sind bahnbrechende Flugzeuge für den Unternehmer, für den Pionier, für den Innovator“, sagte Michael Amalfitano, President und CEO von Embraer Executive Jets. „Die Flugzeuge Praetor werden ihrem Namen durchaus gerecht. Sie sind wegweisend bei der Neudefinition der Eigenschaften für Flugzeuge der Midsize- und Super-Midsize-Kategorie. Ihre Vorstellung unterstützt unsere Vision, unsere Kunden zu faszinieren und ihnen einen überragenden Wert sowie die beste Erfahrung in der Branche zu bieten.“

Beide Flugzeuge befinden sich bereits in der Erprobung. Die Praetor 600 wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 zertifiziert, gefolgt von der Praetor 500 im dritten Quartal nächsten Jahres. Die Praetor 600 steht mit 21 Millionen US-Dollar in der Liste, für die kleinere Schwester berechnet Embraer 17 Millionen US-Dollar.



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