07.06.2015
aerokurier

Pilatus PC-6 PorterDas grandiose Ungetüm

Das rustikale Äußere täuscht: Die Pilatus Porter lässt sich sehr sportlich um die Ecken kurven. Die überschäumende Kraft der Turbinen-Einmot will allerdings beherrscht werden.

Der Begriff „Arbeitsflugzeug“ bekommt nach den ersten paar Platzrunden mit der Pilatus Porter eine ganz neue Bedeutung. Die Muskelenergie, die beim Abfangen und Abheben notwendig ist, lässt schnell die Kräfte schwinden. Schon im Startlauf ist intensive Beinarbeit gefragt: Die Propellerebene liegt gut vier Meter vor dem Hauptfahrwerk, durch diesen großen Hebelarm verstärken sich die vom Propeller verursachten Momente enorm.
Vor dem Setzen der Startleistung empfiehlt es sich deshalb, zuerst die Trimmung voll rechts zu stellen und ordentlich das rechte Seitenruder zu treten. Danach wird der Power Lever vorsichtig, aber zügig auf einen Torque von 40 bis 42 PSI gesetzt, damit das Seitenruder sofort wirksam wird und das Ausbrechen nach links verhindert werden kann.

Kraftvoll packt die Turbine zu und beschleunigt die knapp zwei Tonnen schwere Porter in wenigen Metern auf Abhebegeschwindigkeit. Mit 2,8 t voll beladen wäre der Startlauf nur unwesentlich länger. Pilatus gibt witzigerweise auch keine Startrollstrecke im Flughandbuch an!
Während des Startlaufs gilt es unbedingt, das Spornrad auf dem Boden zu halten und in Dreipunktlage abzuheben. Hierfür verlangt die Porter ordentlich Zug am Knüppel. Sollte das Spornrad zu früh freikommen, macht sich sofort der durch den langen Hebelarm verstärkte P-Faktor bemerkbar, und die Maschine will unbarmherzig nach links ins Grüne.
Hier hilft nur noch ein kräftiger Tritt in das rechte Seitenruder und, wenn nötig, zusätzlich die Fußspitzenbremse.


WEITER ZU SEITE 2: Man merkt die Bremswirkung der riesigen Klappen

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