08.02.2013
aerokurier

G280 EASA ZulassungEASA-Zulassung für die Gulfstream G280

Die Gulfstream G280 ist nun auch im Besitz der EASA-Zulassung. Der Zweistrahler ist Gulfstreams kleinstes Modell. In seiner Klasse bietet er herausragende Leistungswerte. <br />

Gulfstream G280 Air to Air

Gulfstream hat damit begonnen, G280-Flugzeuge an ihre neuen Besitzer zu übergeben. © Foto: Gulfstream  

 

Etwa 24 Millionen Dollar kostet die G280, die acht bis zehn Passagiersitzplätze zu bieten hat. Sie ist Gulfstreams Angebot in der „Super-Midsize“-Klasse, der auch die Challenger 300 als wichtigstes Konkurrenzmuster angehört. Im August letzten Jahres wurde das Muster durch die US- und die israelische Luftfahrtbehörde zertifiziert.

Geflogen ist die G280 erstmals Ende 2009, sie löst innerhalb des Gulfstream-Programms die betagte G200 ab. Von dieser unterscheidet sie sich äußerlich durch das T-Leitwerk, die neun beziehungsweise zehn ovalen Kabinenfenster pro Seite und neue Tragflächen. Vor allem ist sie der Vorgängerin hinsichtlich der Leistungswerte um Längen voraus und setzt auch in ihrer Klasse Maßstäbe. Herausragend ist die G280 zum Beispiel bei der Runway Performance und der Reichweite.
So ist sie in der Lage, mit vier Passagieren 3600 NM weit zu fliegen – bei Mach 0.80. Dies erlaubt Direktflüge von London nach New York. Die Startstrecke beträgt 1448 m bei maximaler Abflugmasse.
Die G280 kann direkt auf FL430 steigen und im Reiseflug mit 459 KTAS unterwegs sein. Zudem ist sie in der Lage, innerhalb der USA mit Mach 0.84 hin und her zu spurten und in fünf Stunden von Küste zu Küste zu kommen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Kabine, die mehr Volumen hat als diejenige der Challenger 300. Der Kabinendruck  entspricht maximal einer Flughöhe von 7000 Fuß. Der Gepäckraum im Heck ist ausgesprochen groß und im Flug zugänglich, weil dort, anders als in der G200, kein Tank ist. Das Treibstoffvolumen ist kleiner als bei der G200, aber dank der neuen Triebwerke und neuen Tragflächen fliegt die G280 schneller und weiter. Die Tragflächen hat Gulfstream aus der G550 abgeleitet. Sie haben mehr Fläche und sind stärker gepfeilt als bei der G200 und sind mit großen Winglets versehen. Die Ruder arbeiten mit Fly-by-wire-Steuerung.

Der neuesten Generation gehört das Triebwerk an, es ist das HTF7250G  mit 7445 lbs (33 kN). Das Honeywell-Triebwerk verhilft der g280 zu dem besten Gewicht-zu-Schub-Verhältnis aller aktuellen Gulfstream-Modelle.
Im Cockpit finden die Piloten Oberklasse-Avionik vor, es ist das Pro-Line-Fusion-System von Rockwell Collins mit drei 15-Zoll-Bildschirmen. Auf Wunsch gibt es ein Head-up-Display (HUD II) und Enhanced Vision System (EVS II). Dieses erzeugt Infrarotbilder der Umgebung und unterstützt die Orientierung bei schlechter Sicht.
Gulfstream hat mit der G280 ein exzellentes Flugzeug auf den Markt gebracht, das den Wettbewerb in der Super-Midsize-Kategorie anheizen dürfte. Im Hinblick auf Reichweite und Kabinenkomfort  reicht die kleinste Gulfstream an größere Business Jets heran. Sie ist allerdings nicht gerade ein Schnäppchen, 24 Millionen Dollar sind ein stolzer Preis.

Eine Kuriosität ist die Umbenennung des Musters während der Programmentwicklung in G280. Ursprünglich trug es die Bezeichnung G250. Auslöser für die Bezeichnungsänderung war ein Akzeptanzproblem in China. Im Hochchinesischen kann „250“ als „blöd“ oder „idiotisch“ übersetzt werden.



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