14.09.2010
aerokurier

Falcon 900LX VorstellungDreiklangdimensionen: Dassault Falcon 900LX

Das jüngste Mitglied der Falcon-Dreistrahlerfamilie, die 900LX, zeichnet sich durch mehr Reichweite aus. Der französische Hersteller unterstreicht damit einmal mehr seinen Glauben an die Zukunftsfähigkeit des Dreistrahler-Konzeptes. <br />

dassault Falcon 900LX

Das jüngste Mitglied der Falcon-Dreistrahlerfamilie: 900LX. © Foto: Dassault Aviation  

 

„Effizienz“ ist eine der Vokabeln, die Dassault in seinen Beschreibungen der neuen Falcon 900LX besonders gerne gebraucht. Bei der Erstpräsentation des 900LX-Konzepts auf der EBACE im Mai 2008 sprach der französische Hersteller von einer „55 bis 70 Prozent besseren Effizienz“ des Dreistrahlers im Vergleich zu anderen Flugzeugen dieser Klasse.
Mittlerweile ist Dassault etwas zurückhaltender geworden und spricht von „35 bis 40 Prozent weniger Treibstoff“ im Vergleich zu anderen Flugzeugen dieser Klasse.
Die günstigen Verbrauchswerte führt Dassault auf die Leichtbauweise zurück, die effizienten Tragflächen und – im Fall der neuen 900LX – die Winglets. Dassault nennt heute eine Reichweite von 4750 NM. Das sind 50 NM weniger, als bei der Vorstellung angekündigt, aber 250 NM mehr, als die 900EX erreicht.
Möglich sind mit der 900LX Städteverbindungen wie zum Beispiel New York-Moskau oder Paris-Peking. Für diejenigen Kunden, die keinen Bedarf haben für die verlängerte Reichweite der 900LX und gerne etwas beim Kaufpreis sparen, hat Dassault 2005 die 900DX auf den Markt gebracht.
Die ersten 900LX werden mit dem aktuellen „EASy“-Cockpit ausgeliefert werden. Dassault hatte gehofft, die Flugzeuge von Beginn der Produktion an mit der neuen „EASy II“-Technik ausrüsten zu können. Aber die Weiterentwicklung des Systems, an der Dassault gemeinsam mit Honeywell arbeitet, nimmt mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Wohl 2011/2012 wird EASy II verfügbar sein.
Die Falcon-900-Serie wird seit nunmehr 24 Jahren gebaut – ein eindrucksvoller Beleg für die Aktualität des Designs und die Entschlossenheit Dassaults, kontinuierlich an Verbesserungen zu arbeiten.
Dassault hatte das Modell zu Beginn der 1980er Jahre entworfen, um der Langstreckenfähigkeit der Gulfstream III und der Challenger 601 etwas entgegensetzen zu können. Als Basis diente die Falcon 50. Der Business Jet profitierte sehr von der großen Erfahrung Dassaults mit dem Bau von Kampfflugzeugen. So gingen hochwertige Leichtbaumaterialien wie Carbon Fiber, Kevlar und Titan in die Falcon 900 ein.
1996 führte Dassault die 900EX ein, die sich durch leistungsstärkere TFE31-60-Triebwerke, eine auf 4300 NM verlängerte Reichweite und weiter reduzierten Treibstoffverbrauch auszeichnete. Die 900C wurde bis 2005 parallel zur 900EX gebaut.
Mit der 900EX EASy, die Ende 2003 ihre Zulassung erhielt, verwirklichten Dassault und Honeywell ein revolutionäres Cockpitergonomie-Konzept, bei dem die Piloten eine Vielzahl von Funktionen mittels eines Cursors auf der Bildschirmoberfläche steuern.
Die Weiterentwicklung „EASy II“ – der offizielle Startschuss für das Programm fiel auf der NBAA 2008 – umfasst eine Reihe von hoch spannenden Neuerungen. Dazu gehören “Synthetic Vision”, WAAS, ADS-B, RNP, verbesserte grafische Satellitenwetterdarstellungen, papierlose Karten und ein sehr leistungsfähiges neues FMS.
Die Piloten werden auch über Honeywells „Runway Awareness and Advisory“-System (RAAS) verfügen. Es verschafft zusätzliche Sicherheit, indem es die genaue Position des Flugzeugs in Bezug zu dem Flughafengelände darstellt und gegebenenfalls Warnungen ausgibt, zum Beispiel beim Rollen auf einem nicht freigegebenen Rollweg.
Die herausragende Neuerung ist das Smart View Synthetic Vision, eine Software, die auf den Primary Flight Displays künstlich erzeugte, hoch auflösende Geländedarstellungen einschließlich aller Hindernisse zeigt. Alle flugwegrelevanten Informationen werden in die Darstellung integriert.
Dassault hat sich einiges vorgenommen für das laufende Jahr. Der französische Hersteller peilt 80 Falcon-Auslieferungen an, im vergangenen Jahr waren es 77. Die Flugtests mit der 900LX werden auch nach der Zulassung fortgesetzt mit dem Ziel, CAT-III-Anflüge zu ermöglichen.
Und dann ist da ja noch das „SMS“-Programm (SMS = Super-Midsize), an dem Dassault weiterhin arbeitet, ohne viel Aufhebens davon zu machen. „Phase A des Designprozesses ist abgeschlossen“, sagte Dassault-CEO Charles Edelstenne unlängst zu der projektierten Falcon-50-Nachfolgerin. „Alle Entscheidungen über die Architektur des Flugzeugs sind getroffen.“



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