13.10.2009
aerokurier

Garmin GPSMAP 695Das Glascockpit aus der Tasche: Garmin GPSMAP 695

Garmins größtes tragbares GPS-Gerät punktet mit dem großen Bildschirm und dem durchdachten Bedienungskonzept. Es ist eher ein Mini-Glascockpit als ein großes Mobilgerät. Im Herbst hat Garmin die Preise für einige Modelle gesenkt, das Riesenteil gibt es jetzt schon für 2250 Euro. <br />

Garmin GPSMAP 695

7 Zoll: Soviel Bildschirmfläche bietet kein anderes Garmin-Mobilgerät © Garmin  

 

Garmins neues tragbares Luftfahrt-GPS beeindruckt zunächst durch seine schiere Größe: 17,8 Zentimeter misst der Bildschirm in der Diagonalen, das ist dreimal mehr Fläche als bei dem bis dahin größten Modell, dem GPSMAP 495/496. Für das Design haben eindeutig die Garmin-Glascockpits Pate gestanden und nicht die tragbaren GPS-Empfänger.

Dem ersten Staunen auf dem Fuße folgt daher die Frage: Wo kann ich diesen Klotz, der mit Akku mehr als ein Kilogramm wiegt, platzieren? Wer es gewohnt ist, sein GPS aus der Tasche zu kramen und kurzerhand auf das Instrumentenbrett zu stellen oder mit ein paar Umdrehungen die Schraubhalterung zu fixieren, wird sich von dieser Gewohnheit wohl verabschieden müssen. Zwar liefert Garmin eine durchaus solide Steuerhornhalterung mit, ernsthaft in Frage kommt aber nur eine dauerhafte Lösung, entweder im Eigenbau oder mit Hilfe des original Garmin-6,25-Zoll-Rahmens, den es im Frühjahr bei den Zubehörhändlern geben wird. Eine Alternative ist die Oberschenkelhalterung zu 69 Euro, die das Gerät sinnigerweise in leicht gekippter Stellung präsentiert.

Grandios ist das lichtstarke TFT-Display mit einer Auflösung von 480 mal 800 Bildpunkten. Es lässt sich auch bei Sonneneinstrahlung und aus ungünstigen Blickwinkeln gut ablesen. Allenfalls graue Symbole werden dann recht schwach. Die Hintergrundbeleuchtung ist wie üblich einstellbar, hier in zehn Stufen. Außerdem kann man zwischen Tag- und Nachtbeleuchtung wählen.

Das Garmin GPSMAP 695 besitzt keinen Lithium-Ionen-Akku, sondern einen auf Nickel-Metallhydrid-Basis. Garmin nennt eine Laufzeit von bis zu zweieinhalb Stunden bei voller Hintergrundbeleuchtung und bis zu acht Stunden bei herabgesetzter Beleuchtung. Temperaturen unter null Grad Celsius dürfte der Stromspeicher nicht mögen. Auch sonst sollte man seinen Akku nicht aus den Augen lassen, denn Ersatz ist teuer: 269 Euro.

Gewöhnungsbedürftig für den einen oder anderen ist wahrscheinlich das Bedienungskonzept, das sehr auf dem Zusammenspiel von Joystick und den fünf wechselnd belegten Tasten („Softkeys“) unterhalb des Bildschirms beruht. Der Joystick kennt drei Bewegungsarten: Drehen, Kippen und Drücken. Etwas verwirren könnte anfangs der Umstand, dass viele Funktionen entweder mit dem Joystick oder einer Tastenfolge aufgerufen werden können. Das Handbuch bietet daher oftmals alternative Eingabeschritte an. Der Joystick erweist sich aber schnell als bequemes und schnelles Hilfsmittel, das man nicht mehr missen möchte. Die Bedienung kann insgesamt als gut strukturiert und intuitiv erfassbar gelten. Die Tasten haben, wichtig bei unruhiger Luft, einen vernünftig definierten Druckpunkt.

Sehr weit getrieben hat Garmin die Möglichkeiten der individuellen Gestaltung von Seiten. So können die Karten-, die Gelände- und die Infoseite bis zu zwölf Datenfelder haben. Um diese zu bestücken, stehen 29 Optionen zur Wahl, darunter „Estimated Time to VNAV“ (Vertikalnavigation), Sicherheitsmindesthöhe (MSA, ESA), Sonnenuntergangszeit und Treibstoffrechner.

Groß ist auch die Vielfalt der Alarme. Neben diversen Luftraumalarmen gibt es auf Wunsch Erinnerungen an das näher kommende Ziel, den Wegpunkt oder den Treibstoffvorrat. Der Nutzer kann vorab festlegen, wann der Alarm ertönen soll, etwa durch Definition der verbleibenden Flugzeit bis zum Wegpunkt. 

Sehr schön ist die Möglichkeit, bei der Suche nach den nächstgelegenen Flugplätzen einen automatischen Filter zuzuschalten. Angeboten werden dann zum Beispiel nur Plätze mit Hartbahn. Oder es werden nur Plätze angezeigt, deren Piste eine vorab festgelegte Länge hat. Die „Nearest“-Seite zeigt übrigens nicht nur die nahen Flugplätze, sondern auch alles andere Brauchbare im Umkreis wie VORs, NDBs, Intersections und sogar Städte.

Neu sind die IFR-Luftstraßen im unteren (bis 18000 Fuß) und oberen Luftraum (ab 18000 Fuß). Das Garmin verwendet zwei verschiedene Farben dafür. Man kann beide Luftstraßenarten einblenden, dann liegen die oberen auf den unteren. VORs, NDBs und Intersections werden stets angezeigt.

Eine Übersicht der neuesten Handheld-GPS-Empfänger finden Sie im aerokurier 11/2009.


GPSMAP 695 

Geräteabmessungen (B x H x T): 14,5 x 19,5 x 5,1 cm
Display:
9,1 x 15,2 cm (17,8 cm diagonal), 480 x 800 Pixel, WVGA-TFT mit einstellbarer Hintergrundbeleuchtung
Gewicht: 1012 g inkl. Akku
Akku: Nickel-Metallhydrid
Batterielebensdauer: bis zu 2,5 Std. mit voller, bis zu 8 Std. mit 50-prozentiger Hintergrundbeleuchtung
Schnittstellen: SD-Kartenslot, Mini-USB, Audio-Out, MCX, seriell RS-232
Basemap: ja, weltweit
Gelände- u. Hindernisdatenbank: ja
Jeppesen Luftfahrtdatenbank: ja, Atlantic International (ATI)
Low- und High-Streckenkarten: ja
IFR-Karten-Modus: ja
Speicherkarten: ja (nur SD-Karten)
integrierter Speicher: ja (Flash)
Wegpunkte/Favoriten: 3000
Routen: 50




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