18.11.2014
Erschienen in: 01/ 2012 aerokurier

TippService für die Batterie

Der Winter bedeutet für viele Flugzeuge oft eine lange Einsatzpause. Gerade für kleinere Landeplätze gibt es meist keinen Winterdienst, so dass dort bei entsprechender Witterung nicht geflogen werden kann. Diese Betriebsunterbrechungen verlangen eine besondere Batteriepflege.

Batterie Flugzeug aerokurier

Intelligente Ladegeräte vereinfachen Batteriepflege erheblich. Sie können ständig angeschlossen bleiben. Foto und Copyright: Gerhard Marzinzik  

 

Das funktioniert schon beim Auto oder Motorrad nicht: Es monatelang stehen lassen und zu glauben, der Motor springe danach auf Knopfdruck an. Nach dem Einschalten der Zündung unternimmt der Anlasser nach solch einer Einsatzpause maximal einen müden Versuch oder er rührt sich gleich gar nicht mehr. Der Batterie fehlt dann  schlicht die notwendige Energie. Denn auch wenn sie nicht belastet werden, verlieren Starterbatterien täglich bis zu einem Prozent ihrer Ladung. Beschleunigt wird dieser Verlust durch stille Verbraucher wie Uhren und Leuchtdioden.

Tiefe Temperaturen schaden

Tiefe Temperaturen beim Startversuch nach längerer Pause lassen die Batterie erst recht versagen. Kälte mindert die Kapazität in besonderem Maße. Selbst einer vollen Batterie verbleiben zum Beispiel bei -20 °C nur noch 50 Prozent.

Der schleichende Verlust verhindert nicht nur den ersten Ausflug von trockener Startbahn in schöne Frühjahrsbedingungen, er schadet auch der Lebensdauer der Batterie. Wird die Batterie tiefentladen (100 %) und verbringt in diesem Zustand mehrere Tage, geht sie irreversibel defekt. Für längere Einsatzpausen besonders im Winter, empfiehlt sich deshalb der Ausbau der Batterie und das regelmäßige Laden.  Ein möglichst langes Batterieleben wird im Übrigen nur erzielt, wenn der Batterie nicht mehr als 50 Prozent der angegebenen Kapazität entnommen wird.

Fremdstarthilfe

Der Batterie bekommt es auch nicht, wenn für solche Fälle nur auf eine  Fremdstarthilfe gesetzt wird. Es ist ein häufiger Irrtum, dass nach einem Motorstart mit Fremdstarthilfe und einem anschließenden Flug die Batterie durch den Generator wieder vollständig aufgeladen wird. Der Generator lädt die Batterie nur teilweise. Nach einem solchen Flug muss die Batterie geladen werden, anderenfalls ist sie schnell wieder leer.

Wärme bekommt der Batterie nicht so gut

Für den Ausbau ist im Übrigen so vorzugehen, dass zuerst das Massekabel, dann das Pluskabel gelöst wird. Eine Lagerung in warmen Räumen bekommt der Batterie ebenfalls nicht gut. Dafür sollte vielmehr ein kühler, trockener Raum gewählt werden, denn die  Geschwindigkeit der Selbstentladung nimmt mit höherer Temperatur zu.  Nach einer Faustregel kann man damit rechnen, dass sich die Selbstentladung je zehn Grad Temperaturerhöhung verdoppelt. Längere Flugpausen in Perioden mit heißen Sommertagen belasten die Batterie deshalb sogar noch mehr als Winterpausen.

Ladegeräte

Für das Nachladen der heute immer noch verwendeten Bleigelbatterien eignen sich am besten Ladegeräte mit IU-Kennlinie. Hierbei ist die Ladespannung auf maximal 14,4 Volt begrenzt, und der Ladestrom geht stark zurück, sobald die Batterie sich dem geladenen Zustand nähert. Im Zubehörhandel sind mittlerweile für wenig Geld Geräte erhältlich, die sich selbsttätig ein- und ausschalten und die Batterie so immer im optimalen Ladezustand halten. Viele Geräte sind speziell dafür ausgelegt, dass sie im Winter dauerhaft an die Batterie angelegt werden können.


Empfehlung der Redaktion

Die aerokurier-Redaktion hat gute Erfahrungen mit CTEC-Ladegeräten gewonnen. Dank der patentierten Impuls-Wartungstechnologie können diese Ladegeräte  monatelang an der Batterie angeschlossen bleiben, ohne dass der Anwender das Gerät ständig kontrollieren muss.

Beim erneuten Einbau der Batterie ist darauf zu achten, dass zuerst das Plus- und anschließend das Minuskabel (Masse) angeschlossen werden. Die Oberseite der  Batterie, die Polklemmen und die Anschlüsse sorgfältig mit Wasser und Natron  reinigen, um Schmutz und Feuchtigkeit zu entfernen. Schmutzige oder feuchte Flächen begünstigen die Selbstentladung.

aerokurier Ausgabe 01/2012

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