03.12.2016
Erschienen in: 12/ 2013 aerokurier

Bei Schnee besser barfußStarten und Landen auf verschneiten Bahnen

Mal mitten im Winter abheben zum Sightseeing über einer weiß glitzernden Landschaft, das hat einen ganz besonders Reiz. Der Start von verschneiten Pisten auch.

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Startstrecke richtig abgeschätzt? Hier liegt der Schnee schon richtig hoch. Klappen? Foto und Copyright: Marzinzik  

 

Verkehrsarme Landeplätze werden im Winter selten geräumt, und wenn, dann bleibt oft eine dünne Schneelage erhalten. Wechseln Tau- und Frostperioden sich in schnellem Rhythmus ab, bilden sich hässliche Eisplacken auf Hartbelagbahnen – bis die Temperaturen wieder für längere Zeit aus dem Keller kommen, denn das Aufbringen von Salz auf Rollwege, Start und Landebahnen verbietet sich von selbst. Dass Schnee die Startrollstrecken verlängert, gehört zum PPL-Prüfungswissen.

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Schneefahnen verteilen die feinen Flocken großflächig über das Heck. Wichtig ist, dass die Ruder freibleiben und nicht zufrieren können. Foto und Copyright: Marzinzik  

 

Darüber, mit welchen Faktoren je nach Schneehöhe und -art gerechnet werden muss, gibt ein gutes Flughandbuch Auskunft. Hilfsweise kann man mit recht groben Überschlagswerten rechnen. Damit ein guter Start und ein schöner Flug nicht am Ende durch eine vermasselte Landung getrübt werden, erfordert das Fahrwerk besondere Beachtung.

Vor allem Radschuhe mit großen Innenräumen können während des Rollens große Mengen Schnee aufnehmen. Ist der noch feucht, kann er bei den in Flughöhe niedrigeren Temperaturen zu Eisklumpen gefrieren und die Räder blockieren. Keine gute Ausgangslage für eine gelungene Landung. Deshalb sollte man bei solchen Bedingungen das Flugzeug lieber „barfuß“ einsetzen. 

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Rollen und Start im Schnee mit Einziehfahrwerken: Gut wenn die Fahrwerksklappen frei von Matsche bleiben. Foto und Copyright: Marzinzik  

 

Bei glatten Pisten – durch Schnee oder eventuell darunter sogar noch versteckte Eisflächen – gelingt Kurshalten am besten mit völligem Verzicht auf einen Bremseinsatz.

Unsymmetrische Bremswirkung – durch Bremsen oder blockierte Räder oder blockierte Bremsen – endet schnell in einem ungewollten „Abflug“. Bei Matschschnee besteht zusätzlich die Gefahr, dass beim Start Spritzwasser in die Klappen-/Ruderschlitze gelangt und dort gefrieren kann. So lange trockener Schnee richtig staubt, dürften die Risiken gering sein.

aerokurier Ausgabe 12/2013

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Gerhard Marzinzik



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