10.01.2007
aerokurier

Praxisempfehlungen PropellerPropellerstörungen am Boden und im Flug

Der Propeller ist eines der am höchsten beanspruchten Bauteile des Flugzeuges. Störungen können lebensgefährlich sein.

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IN DIESEM ARTIKEL

Propellerstörungen im Bodenbetrieb

Ungewöhnliche Geräusche und Vibrationen während des Rollens können auch vom Propeller herrühren. Bei Zweifeln den Motor abstellen und nachsehen, ob sich Bolzen an der Luftschraube gelöst haben.

Mit betriebswarmem Öl in den Leitungen sollte die Luftschraube nicht mehr als drei Sekunden für einen Prüfzyklus benötigen. Falls sich gar nichts tut, keinesfalls starten! Die Ursache kann in einem Kabelbruch, einem defekten Regler oder einer blockierten Ölleitung liegen.

Startabbruch bei folgenden Bedingungen: Solldrehzahl wird nicht erreicht, oszillierender Verstellpropeller, Öldruckabfall, Vibrationen oder ungewöhnliche Geräusche.

Reicht die verbleibende Strecke für einen Abbruch nicht mehr aus, nach einer Kurzplatzrunde mit reduzierter Motorleistung sofort wieder landen.

Propellerstörungen im Flug/Strukturschaden

Triebwerksleistung sofort auf Leerlauf reduzieren. Wenn Sie sich sicher sind, dass der Fehler keine andere Ursache hat: die Triebwerksleistung im Leerlauf belassen. 

Bei einer Einmotorigen auf die Fahrt für bestes Gleiten reduzieren, Notruf absetzen, sich selbst und das Flugzeug für eine Notlandung ohne Motorhilfe präparieren. Bei einer Zweimot auf Einmotorengeschwindigkeit reduzieren, den Motor mit defektem Propeller stilllegen, Luftnotlage erklären und situationsbedingt entscheiden, wie es weitergeht.

Propellerstörungen im Flug/Propellerüberdrehzahl

Gashebel sofort auf Leerlauf, Fahrt auf bestes Gleiten/beste Einmotorengeschwindigkeit reduzieren, sich mental auf eine Notlandung einstellen. 

Öldruckanzeige überprüfen.

Die Mehrzahl der Propellerüberdrehzahlen resultieren aus einer gebrochenen oder verstopften Ölleitung. Ein stark abfallender Öldruck und eine steil ansteigende Öltemperatur sind die typischen Anzeigen.

Ist der Öldruck im grünen Bereich und bestätigt der Blick zur Öltemperaturanzeige keine Überhitzung, den Gashebel langsam wieder nach vorne schieben. 

Propeller-Verstellhebel auf Position "große Steigung" (geringste Drehzahl) ziehen.

Den Gashebel so einstellen, dass die Drehzahl mindestens eine Zeigerbreite unter der höchstzulässigen Drehzahl bleibt. Über genaue Zahlenwerte gibt das betreffende Flughandbuch Auskunft.

Reagieren alle Parameter wieder annähernd normal, mit reduzierter Motorleistung den nächstgeeigneten Flugplatz anfliegen. Dennoch die Erfordernisse einer Notlandung ohne Motorhilfe stets im Auge behalten.


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