26.01.2007
aerokurier

Praxisempfehlungen ÜberziehwarnanlagePraxisempfehlungen für die Überziehwarnanlage


● Bestandteil jeder Vorflugkontrolle ist die Funktionskontrolle der Überziehwarnanlage.

● Bei pneumatischen Vorrichtungen mit dem Mund die Luft heraussaugen, nicht hineinblasen.

● Vor der Funktionsüberprüfung der elektrischen Überziehwarnung den Hauptschalter einschalten, sonst hört man nichts.

● Rotiert man beim Start zu forsch mit dem Höhensteuer, hupt es bereits beim Abheben. Sofort Höhensteuer nachlassen, aber in Bodennähe keinesfalls zu stark, sonst berührt das Fahrwerk wieder unsanft den Boden.

● Auch das schneidige Einleiten einer Steilkurve kann, wegen rapider Zunahme des Lastvielfachen, zum Auslösen der Überziehwarnung führen. Bei weichen Übergängen mit für die Querneigung angepasster Geschwindigkeit bleibt die Tröte jedoch stumm.

● Feinfühlige Überziehwarnungen werden manchmal kurzzeitig, etwa während des Steigfluges, beim Einflug in starke Aufwinde, ausgelöst. Die Ursache: Der Anstellwinkel erhöht sich sprunghaft durch die plötzlich aufsteigende Luftmasse. Kurzzeitiges Nachlassen am Höhensteuer reicht aus, um das Warngeräusch verstummen zu lassen.

● Hörsprechgarnituren mit Lärmschutzfunktion sind angenehm für das Gehör, können aber auch die Wahrnehmung der Überziehwarnung vermindern. Dieses Manko lässt sich durch Anschluss des Tongebers an die Eigenverständigungs- beziehungsweise Aufschaltanlage beheben.

● Bei Flugzeugen mit T-Leitwerk kann das Buffeting vor dem Abkippen weniger ausgeprägt sein. Versäumen Sie nicht, beim Umstieg auf ein solches Muster diesen Grenzbereich in Begleitung eines Einweisers zu erfliegen.

● Gerät man mit einem nicht entsprechend ausgerüsteten Flugzeug in Vereisungsbedingungen, hat man sich zugleich mehrere schwerwiegende Probleme eingehandelt. Eines davon ist, dass eine nicht beheizbare Überziehwarnanlage schnell wirkungslos wird. Sofort einen Höhenwechsel vornehmen, um schleunigst aus der Vereisungszone herauszukommen.

● Setzt man bei der Landung nach steilem Anflug mit großem Abfangbogen ohne Überfahrt auf, kann ebenfalls die Warnung ertönen.

Die Überziehwarnanlage hilft sehr dabei, einen Strömungsabriss mit allen möglichen Folgen zu vermeiden. Allein darauf verlassen sollte man sich keinesfalls. Mit wachen Sinnen bemerkt man die anderen Anzeichen für einen nahenden Strömungsabriss: nach unten wanderndes Horizontbild des natürlichen und künstlichen Horizonts, zurücklaufende Fahrtanzeige, veränderter Steuerdruck und anderes Fahrtgeräusch.
Für alle Fälle gilt: Beim ersten Anzeichen einer Überziehwarnung sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, egal was zuerst wahrgenommen wird, Hupen oder Schütteln. Die Regel für die Abhilfe lautet: Höhensteuer nachdrücken, Vollgas geben und die Querlage korrigieren.






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