14.11.2013
aerokurier

Einflug in Charlie und DeltaSchon mehr als 80 Luftraumverstöße in diesem Jahr

Die DFS hat eine stattliche Anzahl von Luftraumverstößen registriert. Eine Ursache dafür sieht die Flugsicherung in der Bereitschaft vieler VFR-Piloten, das Unterfliegen von Lufträumen bis auf den letzten Fuß auszureizen.

DFS Center Langen

Stellt die DFS einen Luftraumverstoß fest, kann es sehr teuer werden. © Foto und Copyright: DFS  

 

Mehr als achtzig unerlaubte Einflüge in die Lufträume C und D, sowohl im An- und Abflugbereich großer deutscher Verkehrsflughäfen als auch oberhalb Flugfläche 100, zählte die Deutsche Flugsicherung allein in den ersten neun Monaten diesen Jahres. Hinzu seien weitere Verstöße gekommen wie zum Beispiel unerlaubte Einflüge in Flugbeschränkungsgebiete. Abgesehen von den empfindlich hohen Bußgeldern, die das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) verhängt, warnt die DFS vor den Gefahren, die ein zu dichtes Heranfliegen an die Luftraumgrenzen verursacht.

Untersuchungen der DFS hätte gezeigt, dass viele VFR-Piloten diese Möglichkeit des legalen Unterfliegens von Lufträumen quasi bis „auf den letzten Fuß“ ausreizten und diese Lufträume so knapp wie möglich unterfliegen würden. Hierbei sei die Gefahr jedoch groß, dass das Luftfahrzeug aufgrund geänderter Wind- oder Thermikverhältnisse in einen langsamen und zunächst unbemerkten Steigflug übergeht und unbeabsichtigt in einen freigabepflichtigen Luftraum einfliegt. Auch sei es vorgekommen, dass Piloten durch Navigation oder Sprechfunk abgelenkt waren und dabei eine leichte Höhenänderung nicht bemerkt haben.

Wird der DFS ein ungenehmigter Einflug bekannt – oft geschieht dies durch den TCAS-Report eines Verkehrsflugzeugpiloten – muss sie eine Verstoßmeldung an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) senden. Einen Ermessensspielraum habe sie  dabei nicht, sagt die DFS. Unerlaubte Einfluge werden als Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern geahndet, die durchaus im drei- bis vierstelligen Bereich liegen können.

Die DFS sieht eine weitere ernste Gefahr in den Wirbelschleppen der Verkehrsflugzeuge. IFR-Flüge werden oft nur 500 Fuß oberhalb des Luftraums E und damit recht dicht über dem Kleinflugzeug geführt. Für tiefer fliegende Kleinflugzeuge bestehe dadurch eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Die Wirbelschleppen sinken nämlich nicht nur ab, sondern bewegen sich je nach Windverhältnissen auch zur Seite und können noch minutenlang vorhanden sein, auch wenn das Verkehrsflugzeug nicht mehr zu sehen ist.

Daher empfiehlt die DFS den VFR-Piloten, die sich im Luftraum E aufhalten, in jedem Fall den IFR-Verkehr zu beachten und diesem rechtzeitig und großräumig auszuweichen. Hilfreich sei dabei auch der von der DFS angebotene Fluginformationsdienst.




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