09.01.2017
Erschienen in: 12/ 2016 aerokurier

Offenes NebeneinanderTrixy Spirit: Tragschauber mit offenem Cockpit

Tragschrauber mit offenem Cockpit gibt es einige, bislang aber nur als Tandem. Mit dem Spirit macht Trixy nun den Weg frei für das luftige Nebeneinander.

ae 12-2016 Trixy Spirit (01)

Weniger ist manchmal mehr: Der Spirit kommt mit offenem Maschinenraum sehr puristisch daher. Foto und Copyright: Toni Ganzmann  

 

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Wenn man eine Weltneuheit präsentiert, dann braucht das auch einen entsprechenden Rahmen, erklärt Rainer Farrag, Inhaber von Trixy Aviation. Und der „Spirit“ ist in der Tat solch ein Novum. Zweisitzige Tragschrauber mit offenem oder geschlossenem Cockpit, in denen man hintereinander sitzt, gibt es schon lange. Auch geschlossene Side-by-side-Sitzer sind keine Seltenheit mehr. Doch einen offenen Tragschrauber, in dem man nebeneinander sitzt, gibt es mit offizieller Zulassung erst seit dem 8. Oktober. Damit das offizielle Roll-out auch eine adäquate Vorstellung bekommt, lud der Unternehmenschef über 300 honorige Gäste aus Luftfahrt, Wirtschaft und Politik an den Flugplatz Slovenske Konjice, 75 Kilometer nordöstlich von Ljubljana, ein.

Im Gegensatz zu den Tragschraubermodellen der Mitbewerber kann man das Design des Spirit mit dem eines rassigen Sportwagens vergleichen. Er ist sehr flach und hat vor jedem Sitzplatz eine separate Windschutzscheibe. Der dreiseitig abgestrebte Mast trägt auf halber Höhe einen mit einem Zusatzgebläse gekühlten, 120 PS starken Zweizylinder-Boxermotor mit BMW-Technologie und das von Trixy erprobte und ausgereifte Rotorsystem mit fester Vorrotationswelle. Push-Pull-Kabelzüge, die mit einem Steuerknüppel auf der Mittelarmlehne verbunden sind, ersetzen das sonst übliche Steuergestänge.

Das Platzangebot ist bei beiden Sitzen enorm, und selbst große Menschen bekommen ihre Beine problemlos unter das Panel. Sitzt man zu zweit im Flieger, gibt es keine Berührung mit der Nachbarschulter. Der rechte Arm des Piloten kann entspannt auf der Mittelarmlehne liegen und den Steuerknüppel führen, ohne beim Ziehen mit dem Ellbogen an die Rückwand zu geraten. Am Stick selbst befindet sich neben der elektrischen Trimmung auch der Handhebel für die hydraulische Bremse des Hauptfahrwerks.
Die Motorleistung regelt man über ein Drehgas an der linken Seite des Panels. Auf der Instrumententafel sind standardmäßig Kombiinstrumente für Flugbetriebsdaten und das Funkgerät platziert. In der Mitte befinden sich die Sicherungen sowie ein Farbdisplay mit Anzeigen für Motorbetriebsdaten. Im hinteren Bereich der Mittelkonsole liegt der Tankwahlschalter und an der Rückwand das Schaurohr für den Tankinhalt.

Die Gewichtsbilanz des mit 560 Kilogramm zugelassenen Tragschraubers ist bemerkenswert: Die Leermasse beträgt 264 Kilogramm. Rechnet man für zwei schwergewichtige Insassen 200 Kilogramm und addiert für den vollen 80-Liter-Tank 60 Kilo, verbleiben ungefähr 30 Kilogramm für Gepäck. Dafür ist reichlich Platz vorhanden: Unter der Schnauze gibt es ein leicht zugängliches Staufach, außerdem je eines hinter den beiden Rückenlehnen und hinter den Sitzen noch einen aufklappbaren Kofferraum.


WEITER ZU SEITE 2: Rekordzeit bis zur Zulassung

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