16.09.2014
aerokurier

Bahn frei für Elektro-ULs und Tragschrauber Nach 30 Jahren: Schweiz lockert UL-Verbot

Der Schweizer Bundesrat hat das Verbot von Ultraleichtflugzeugen teilweise aufgehoben. Am 1. Obktober 2014 tritt die Änderung der Luftfahrtverordnung in Kraft, die Tragschraubern und ULs mit mit Elektroantrieb den Weg ebnen soll.

eSpyder Elektro-UL fliegt und startet hi

Elektro-ULs wie der eSpyder dürfen demnächst auch in der Schweiz zugelassen werden. Foto und Copyright: Yuneec/GWI  

 

Ab dem 1. Oktober können folgende Luftfahrzeuge in der Schweiz zugelassen werden: Tragschrauber mit Verbrennungsmotor oder Elektroantrieb, aerodynamisch gesteuerte Flugzeuge mit Elektroantrieb, Trikes und Gleitschirme, die mit Fahrgestell und Elektroantrieb ausgerüstet sind.

Tragschrauber parken in Reihe

Auch Tragschrauber dürfen demnächst in der Schweiz zugelassen werden. Foto und Copyright: AutoGyro  

 

Der Betrieb von Ultraleichtflugzeugen ist in der Schweiz seit 1984 verboten. Betroffen waren bis dato Geräte mit einer Flächenbelastung von weniger als 20 kg/m2.

Seit 2005 besteht allerdings die Möglichkeit, so genannte Ecolight-Flugzeuge in der Schweiz zuzulassen, die aus Schweizer Sicht als besonders umweltfreundlich gelten. Diese müssen die deutschen Vorschriften LTF-UL erfüllen, um starten zu dürfen. Aktuell sind lediglich 32 Ecolight-Flugzeuge im Luftfahrzeugregister eingetragen. 15 Muster sind zugelassen.

Zusatztank für Pioneer 300

"Klassische" Dreiachser wie etwa die Pioneer 300 dürfen in der Schweiz schon seit 2005 als Ecolight starten. Foto und Copyright: Holland-Moritz  

 

Der Bundesrat begründet die aktuelle Gesetzesänderung damit, dass die meisten modernen ULs ohnehin eine Flächenbelastung von mehr als 20 kg/m2 haben. Seit dem Erlass des Verbotes seien zudem erhebliche technische Fortschritte erzielt worden. Auch gab es rechtliche Bedenken gegen das Verbot. Wörtlich heißt es: „Leitgedanken bei der Definition der neu zuzulassenden Luftfahrzeuge waren die Förderung von Elektroantrieben, ein gewisses Substitutions- und Innovationspotential sowie ein angemessenes Sicherheitsniveau.“

Für die neu zugelassenen Luftfahrzeuge gilt Flugplatzpflicht. Auf den Flughäfen Zürich und Genf ist der Betrieb dieser Luftfahrzeuge mit Ausnahme der Ecolight-Flugzeuge nicht gestattet. Für alle neu zugelassenen Luftfahrzeuge gelten die gleichen strengen Emissionsgrenzwerte wie für die bestehenden Ecolights. Schließlich werden im Vergleich zum Ausland strengere Anforderungen an die Piloten verlangt.

Der Verband Swiss Microlight Flyers kritisiert, dass der Bundesrat nicht auch elektrisch angetriebene Hängegleiter mit Fußstart berücksichtigt hat.

Mehr zum Thema:
Patrick Holland-Moritz


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