20.01.2013
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560 kg MTOW für Tragschrauber Pefekte Überraschung: Gewichtsbonus für Tragschrauber

Damit hatte in der Branche kaum jemand gerechnet: Ab sofort dürfen ultraleichte Tragschrauber in Deutschland mit bis zu 560 kg MTOW starten. Die gesetzlichen Hürden sind genommen, die bestehenden Bauvorschriften wurden bereits angepasst.

Die Gesetzesänderung geht auf einen Vorstoß des Deutschen Ultraleichtflugverbands (DULV) beim Bundesverkehrsministerium (BMVBS) zurück. Die bestehenden Bauvorschriften für ultraleichte Tragschrauber (BUT) wurden bereits an die neue Maximalmasse angepasst. Überraschend ist dabei insbesondere, dass die 560 kg MTOW auch für einsitzige Gyrokopter gelten. Bisher waren in Deutschland 450 kg für doppelsitzige und 300 kg MTOW für einsitzige Tragschrauber erlaubt. Änderungen bei den Lizenzen wird es nicht geben.

Bereits seit 2008 gestattet das europäische Recht – genau genommen der Annex II der EASA-Basic-Regulation 216 aus 2008 – 560 kg MTOW für Tragschrauber. Allerdings haben bis dato nur Österreich und Großbritannien von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Keine Änderungen gibt es für dreiachsgesteuerte ULs. Deren maximale Abflugmasse ist weiterhin durch europäisches Recht auf 472,5 kg begrenzt.

Überrascht auf die Änderung reagierte der führende deutsche Tragschrauber-Hersteller AutoGyro aus Hildesheim. Prokuristin Ute Hoja verweist darauf, dass AutoGyro-Geräte bereits heute in vielen Ländern auf der ganzen Welt mit 560 kg MTOW unterwegs seien. Eine Anpassung der Produktpalette an die neuen Vorschriften sei somit möglich, detaillierte Planungen gebe es aber noch nicht.

Auf der Website des DULV finden Sie die „Bekanntmachung der Änderung der Bekanntmachung von Bauvorschriften für Ultraleichte Tragschrauber (einmotorig)“ im Wortlaut. Die Änderung ist am 28. Dezember 2012 endgültig in Kraft getreten.

Achtung: Die Neuregelung bedeutet nicht, dass bereits mit 450 kg MTOW zugelassene Tragschrauber nun automatisch mit 560 kg MTOW betrieben werden dürfen. Dafür bedarf es einer neuen Musterzulassung entsprechend den geänderten Bauvorschriften.



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