14.01.2014
aerokurier

Gut Holz!Jodel D185 selbst gebaut

Sogar der Propeller ist Handarbeit. Fünf Jahre hat Werner Heckmann in den Bau seiner Jodel D185 investiert. Herausgekommen ist ein garantiert einmaliges UL, dessen Fertigungsqualität so manches Serienflugzeug in den Schatten stellt.

Auf dem ersten größeren Ausflug mit der gerade fertig gebauten Jodel D185 geschieht das Unfassbare: Beim Abrollen von der Piste löst sich die Spornradverriegelung, das UL lässt sich nicht mehr steuern. Der beherzte Griff an den Bremshebel baut gleich so viel Druck auf, dass sich die Hydraulikflüssigkeit auf der Hose des Piloten wiederfindet. Was nun folgt, ist ein Unglück mit Ansage: In Zeitlupe muss Pilot und Erbauer Werner Heckmann mit ansehen, wie sein Flugzeug schnurstracks auf ein Bahnmarkierungsschild zurollt. Dieses schneidet die Bespannung im unteren Tragflügel ein, der Pfosten bohrt sich in den Holmkasten. An Rückflug ist nicht mehr zu denken.

Ort des Geschehens ist ausgerechnet das OUV-Jahrestreffen 2011 in Offenburg. Dort will Werner Heckmann – stolz wie Oskar auf sein neues Schmuckstück – die Jodel D185 präsentieren. 3000 Arbeitsstunden, verteilt auf fünf Jahre, stecken in dem Holztiefdecker mit dem markanten Jodel-Knickflügel.

Rückblickend nimmt der ehemalige Mathematik- und Physiklehrer die Sache mit einer gesunden Portion Pfälzer Humor: „Die nächsten drei Tage verbrachte ich überwiegend in horizontaler Lage auf einem Rollbrett unter dem Tragflügel. Nicht das Missgeschick selbst, sondern die über meinem Kopf produzierten Späne trieben mir die Tränen in die Augen.“ Den zweiten Preis für die exzellente Bauausführung der kleinen Jodel bekommt er nun erst recht: „Den Juroren bot sich die seltene Gelegenheit, ein fertiges Flugzeug bis in den Holmkasten hinein zu begutachten.“ Mit den Besuchern entsteht bei dieser Gelegenheit so manch konstruktives Gespräch über die Vorzüge der Holzbauweise.

Dass ihn Episoden wie diese nicht aus der Bahn werfen, verwundert kaum: Werner Heckmann ist Flugzeugbauer mit Leib und Seele. „Das liegt in unserer Schreinerfamilie. Schon mein Großvater baute Flugzeuge im Krieg, und mein Vater war Modellbauer.“


WEITER ZU SEITE 2: Vielfach ausgezeichneter Selbstbauer

1 | 2 | 3 | 4 |     
Mehr zum Thema:
Patrick Holland-Moritz


Weitere interessante Inhalte
Austro Engine verlängert Wartungsintervall AE330 für 1800 Stunden zugelassen

16.04.2017 - Zwei Jahre nach der Markteinführung hat Austro Engine den Überholungszeitraum des 180 PS starken AE330 auf 1800 Stunden erweitert. … weiter

Große Einmot mit SMA-Diesel AERO 2017: Videoreport Diamond DA50-V

08.04.2017 - Diamond Aircraft zeigte in Friedrichshafen erstmals die neueste Entwicklung der DA50, die nun einen Dieselmotor von Safran-SMA erhalten hat. … weiter

GP 15 Jet A AERO 2017: Peszke Glider steigt in Rennklasse ein

07.04.2017 - GP Glider beschränkt sich nicht mehr auf ULs und auf die 13,5-Meter-Klasse. Auf der AERO zeigt der polnische Hersteller mit Produktionsstätten in der Slowakei ein Modell für die Rennklasse, die GP 15 … weiter

In Eisenach geht's weiter AERO 2017: Flight Design präsentiert neues LSA in Friedrichshafen

07.04.2017 - Dass der vor allem für seine ULs bekannte deutsche Flugzugbauer auch die Echo-Klasse kann, hat er bereits mit der CTLS-ELA bewiesen. Nun kommt ein neuer Tiefdecker hinzu. … weiter

Ultraleichtdoppeldecker AERO 2017: Stampe SV4-RS erhält VVZ

07.04.2017 - Raoul Severin hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Legende wiederaufleben zu lassen und 2011 das Projekt Stampe SV4-RS ins Leben gerufen. Pünktlich zur AERO erhielt er die VVZ für den … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 04/2017

aerokurier
04/2017
29.03.2017

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 48 Seiten AERO Special
- Pilot Report Dynali H3
- Versicherungen, Teil 3
- Heli-Expo
- Pulkfliegen: Risiken und Alternativen
- Lizenz-Übersicht, Teil 1
- MAF-Ausbildung

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt

aerokurier iPad-App