21.01.2015
Erschienen in: 06/ 2013 aerokurier

FK 131 JungmannDie ultraleichte Zeitmaschine

Peter Funk und der tschechische Flugzeugbauer Podešva Air haben die Bücker Bü 131 Jungmann auf Basis der frühen A-Version wieder aufleben lassen. Den Oldtimer in Originalgröße gibt’s jetzt als UL oder Experimental in einer limitierten Serie. Lesen Sie an dieser Stelle unseren Flugzeugreport, erschienen in aerokurier 06/2013.

Dieser Motor! Mit heiserer Stimme röhrt der Walter Micron IIIC sein Lied vom Fliegen aus den vier Auspuffrohren. 82 PS aus 2,8 Litern Hubraum, verteilt auf vier in Reihe hängende, vom kühlenden Luftstrom umgebene Zylinder – da geht was! Direkt, ohne den Umweg über ein Getriebe, treibt die Kurbelwelle den Woodcomp-Holzpropeller an. Gasstöße quittiert die Nadel des übergroßen, rechts außen an der Bordwand angebrachten Drehzahlmessers mit munteren Hüpfern über die Skala.

Peter Funk zieht es bereits beim Standlauf die Mundwinkel zu den Ohren. Nach ein paar Minuten stellt er den Motor ab, unterbricht damit jäh die akustische Zeitreise in die 1930er Jahre. Bei unserem Treffen in Speyer, kurz vor der AERO, ist der Pilot und Ingenieur erleichtert: „Den Zeitplan haben wir nahezu eingehalten, alle Systeme funktionieren und der Messeauftritt ist gesichert.“ Das ist keineswegs selbstverständlich bei solch einem ehrgeizigen Projekt. Vor etwa anderthalb Jahren hat Peter Funk im Namen seines Unternehmens B&F Technik eine Kooperation mit dem tschechischen Flugzeugbauer Podešva Air auf den Weg gebracht. Das Ziel: eine Neuauflage der Bücker Bü 131 Jungmann als UL und Experimental auf Basis der frühen A-Version, die im April 1934 ihren Erstflug hatte. Die Bezeichnung Jungmann darf das Flugzeug ganz offiziell tragen, nachdem B&F die Namensrechte erworben hat.

Ganze 78 Jahre später, im Oktober 2012, startete die Neuauflage der Jungmann in Tschechien zum Erstflug. Am 14. April 2013 hat Peter Funk den Doppeldecker zum ersten Mal im heimischen Speyer von der Bahn genommen. „Mein erster Flug mit der Jungmann war super! Die Zaungäste waren sich einig, dass da eine echte Bücker startet, hat man mir hinterher versichert.“ Kein Wunder, angesichts der authentischen Optik, des kernigen Klangs und des tschechischen Kennzeichens OK-RUD, das hierzulande kaum jemand einem UL zuordnet. Nur wer genau hinschaut, entdeckt die deutsche Kennung D-MRUD unterm Leitwerk, ein Indiz für die kürzlich vom DAeC erteilte VVZ.


WEITER ZU SEITE 2: Als Experimental mit 520 kg MTOW erhältlich

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Patrick Holland-Moritz


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