27.07.2010
aerokurier

Pilot Report Carbon CubCubcrafters Carbon Cub SS

Light-Sport-Flugzeuge sind in aller Regel mit Motoren ausgerüstet, die 80 PS (Rotax 912) bis 120 PS (Jabiru 3300) bereitstellen. Dass ein LSA-Hersteller in ein Fluggerät dieser Klasse einen 180 PS starken Antrieb installiert, ist absolut ungewöhnlich.

Man fragt sich dabei schnell, was das denn soll, dürfen LSAs doch bei Vollgas in Meereshöhe höchsten 120 kts erreichen. Mit 180 PS lässt sich dieses Limit mit Sicherheit auch dann überschreiten, wenn das betreffende Flug-eug nicht zu den aerodynamisch besten gehört.
Genau so ist es bei der Carbon Cub SS. Ihren Piloten wird Disziplin abverlangt. Die vollen 180 PS, erzielt bei 2700 Umdrehungen, dürfen nur beim Start und im anfänglichen Steigflug abgefordert werden. Spätestens nach fünf  Minuten hat der Leistungsrausch ein Ende. Dann muss der Gasgriff so weit nach hinten gezogen werden, dass der Vergaser-Vierzylinder nur noch 80 PS mobilisiert.

Wie man dies feststellen will, wollen Sie wissen? Ganz einfach. Am Panel des Flugzeugs befindet sich ein Aufkleber, der dem Piloten für die wichtigsten Flughöhen die jeweils geltenden Drehzahllimits nennt.
Soll beispielsweise in 2000 ft geflogen werden, darf die maximale Motordrehzahl nicht höher als 2150 U/min liegen. In 4000 ft sind es 2200 U/min. Da die Motorleistung des Non-Turbo-Antriebs mit zunehmender Höhe abnimmt, darf die Spitzendrehzahl verständlicherweise nach oben stetig höher liegen. Für 6000 ft sind es 2250 U/min, für 8000 ft 2300 Umdrehungen und für 10000 ft, die maximale Flughöhe für Light-Sport-Flugzeuge, gelten 2350 U/min als Drehzahllimit, damit die Carbon Cub SS, die bis vor kurzem noch SUPER SportCub hieß, nicht in den formalen Overspeed-Bereich kommt.

Die großzügige Motorisierung verhilft dem leer nur 394 kg wiegenden Zweisitzer zu wahrlich beeindruckenden Start- und Steigflugdaten. Die zum Abheben benötigten 44 KIAS liegen im Nu an. Man glaubt, beim Start nach dem Loslassen der Bremsen in einem Dragster zu sitzen. Wahrscheinlich würde man auch mit angezogener Parkbremse in die Luft gebracht. Nach gerade einmal 60 m Anlauf  nimmt der Schulterdecker bereits die Räder vom Boden. Das 50-ft-Hindernis ist nach 213 m überflogen - bei voller Masse (599 kg), versteht sich. Die anfängliche Steigrate beträgt bei vollem Gewicht 1800 ft/min. Ist das Flugzeug leichter, stellen sich über 2000 ft/min ein. Nach gerade einmal acht Minuten ist das Power-LSA in 8000 ft.
Was es sonst noch bietet, beschreibt der Pilot-Report in der August-Ausgabe.




  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 12/2016

aerokurier
12/2016
23.11.2016

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Pilot Report Me 262
- Reise: Südwest-Frankreich
- Pilot Report Remos GXiS
- Trixy Spirit
- Flugzeug einmotten
- Ventus Generation 3
- Fliegen über der Kalahari

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt

aerokurier iPad-App