31.03.2012
aerokurier

120-kg-Klasse NfL120-kg-Klasse: Die Bauvorschriften sind veröffentlicht!

Die Bauvorschriften für aerodynamisch gesteuerte ULs mit maximal 120 kg Leermasse sind auf den Weg gebracht. Gute Karten haben einfache Geräte – Hochleistungs-ULs bleiben dagegen außen vor. Auf der AERO dürfte die neue UL-Gattung für reichlich Gesprächsstoff sorgen.

weller uli

Einfache Geräte wie die Uli NG von Roman Weller dürften in die neuen Bauvorschriften LTF-L passen. Foto und Copyright: Holland-Moritz  

 

 

 

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass Anfang 2010 durch eine Änderung der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung der Weg für die 120-kg-Klasse freigemacht wurde. Nach langem hin und her zwischen Behörden, Verbänden und Herstellern befinden sich jetzt die Bauvorschriften auf dem Weg zur Gesetzesreife. Vor einigen Tagen hat das Luftfahrt-Bundesamt diese in Form einer NfL veröffentlicht.

Die Bauvorschriften für ULs mit maximal 120 kg Leermasse gehen zurück auf eine Initiative des Deutschen Ultraleicht-Segelflugverbands (DULSV). Dieser hat die bekannten Vorschriften für UL-Segelflugzeuge an motorisierte ULs angepasst und zunächst beim Verkehrsministerium zur Prüfung eingereicht. DULV und DAeC hingegen hatten sich bereits in der Vergangenheit darauf verständigt, die LTF-UL auch auf die 120-kg-Klasse anzuwenden. Hinter den Kulissen hatte der unerwartete Vorstoß des DULSV – selbst Mitglied des DAeC – für heftige Debatten zwischen den Verbänden gesorgt. 

Geplant war seitens des DULSV, die neuen Regeln als Ergänzung zu den Vorschriften für Segelflugzeuge zu behandeln. Herausgekommen sind nach der Bearbeitung durch die Behörden die „Lufttüchtigkeitsforderungen für aerodynamisch gesteuerte Luftsportgeräte bis 120 kg Leermasse (nicht motorisiert oder motorisiert)“, kurz LTF-L genannt. Das 70 Seiten starke Werk soll künftig für alle 120-kg-ULs gelten, gleich ob mit oder ohne Triebwerk. Bezüglich der Geschwindigkeiten und Lasten differenzieren die Vorschriften zwischen motorisierten ULs und reinen Segelflugzeugen.

Kernpunkt sind einige bauliche Beschränkungen. Die Mindestgeschwindigkeit ist auf 55 km/h beschränkt, das Tankvolumen darf 25 l nicht überschreiten und die maximale Flächenbelastung ist auf 25 kg/m2 begrenzt. Das MTOW höchstens 260 kg nicht überschreiten. „Nicht alle diese Einschränkungen waren in unserem Entwurf zu finden“, sagt der DULSV-Vorsitzender Peter Poppe. 

Zumindest dürfte es schwierig werden, auf dieser Basis leistungsstarke ULs in der neuen Klasse zu etablieren. Die Vorschriften geben einfachen, langsamen ULs klar den Vorzug. Der DULV-Vorsitzende Jo Konrad geht sogar davon aus, dass die neuen Regeln Innovationen verhindern werden. 

Bevor die per NfL bekannt gemachten Vorschriften Gesetzeskraft bekommen, müssen sie noch in der „Zweiten Durchführungsverordnung zur Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät“ verankert werden. Dies soll Ende April oder Anfang Mai geschehen, sagt Poppe.

Die 120-kg-Klasse verspricht umfangreiche Freiheiten für Piloten: Sie benötigen kein Medical, die Lizenz gilt lebenslang und die ULs dürfen ohne Verkehrszulassung starten. Statt einer Musterzulassung genügt eine etwas vereinfachte Musterprüfung. 

Der DULSV erhofft sich von dem neuen Regelwerk zudem eine Vereinfachung für Piloten, die ausschließlich die Lizenz für UL-Segler besitzen: Wollten diese bisher mit einem eigenstartfähigen UL-Segler abheben, mussten sie dafür eine vollwertige UL-Lizenz samt Medical erwerben. Künftig soll es genügen, die entsprechende Startart in die vorhandene Lizenz eintragen zu lassen. Einige Segler mit Klapptriebwerk könnten auf Basis der neuen Vorschriften künftig in die 120-kg-Klasse passen. 

DULV und DAeC haben sich um die Anerkennung als Prüfstelle für die neue UL-Gattung beworben. Die Verbände haben nach Angaben des DULSV bisher rund 600 Lizenzen für die 120-kg-Klasse ausgestellt – ein Riesenerfolg in Anbetracht der Tatsache, dass es noch keine Flugzeuge gibt, die damit geflogen werden dürfen. 




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