07.09.2016
Erschienen in: 12/ 2014 aerokurier

Oberklasse-SegelflugzeugPilot Report: LAK-17b FES/21

Jetzt hat auch die LAK-17b den Aufstieg in die Oberklasse geschafft. Sportine Aviacija in Litauen bietet für das 15-/18-m-Flugzeug Außenflügel an, die dem Klappenflugzeug 21 m Spannweite bescheren.

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Mit der neuen Tragflügeloption wird die LAK-17b zum universellsten Angebot in der Gruppe der Kombiflugzeuge. Drei unterschiedlich große Außenflügel erlauben den Einsatz in der Renn-, der 18-m- und jetzt auch in der Offenen Klasse, wo ihre direkten Gegenspieler Schleichers ASH 31 und Jonkers JS1-C sind. Langes Antares 23 und der Quintus M von Schempp-Hirth bieten noch einmal zwei Meter mehr Spannweite in der Gruppe der kleinen Offene-Klasse-Flugzeuge.

Mit dem Front-Electric-Sustainer-(FES-)System von Luka Znidarsic (LZ Design) haben die Litauer zudem noch einen besonderen Trumpf für ihr Flugzeug im Angebot. Interessenten können unter einer konventionellen Turbo-Motorisierung und dem Elektroantrieb wählen. Der elektrische Frontantrieb aus Slowenien ist in der Einfachheit der Bedienung, in Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht zu schlagen. Allerdings bleibt auch die LAK 17b damit ein nicht-eigenstartfähiges Segelflugzeug. Die Zulassung des Antriebs für die LAK hat die europäische Luftfahrtagentur EASA Ende Oktober erteilt.

Das Mehrgewicht von rund 50 kg für das FES-System steckt die 21-m-Version mit ihrer um rund einen Meter größeren Flügelfläche besser weg als die kleine Schwester mit 18 m Spannweite. Noch mehr als die um 3 kg/m2 auf 34 kg/m2 verbesserte minimale Flächenbelastung profitieren die Langsamflugleistungen von der um rund sieben Punkte auf 38,1 vergrößerten Streckung. Mit der gro-ßen LAK geht es in der Thermik leichter und schneller aufwärts.

Grob geschätzt dürften die drei Meter mehr Spannweite der LAK zugleich mindestens drei weitere Gleitzahlpunkte schenken – eine Offerte, die wohl kaum ein Pilot einfach in den Wind schlägt. Bezahlt werden muss sie mit 16  000 Euro.

Nicht außer Acht zu lassen ist aber die andere Seite der Medaille: das Handling. Was wird aus den anerkannt guten Flugeigenschaften und der Wendigkeit der 18-m-Version, wenn der Flügel um drei Meter gestreckt wird, Rumpf und Leitwerk aber nicht angepasst werden? Ein Flug in erst schwacher, dann kräftig stoßender Schwarzwaldthermik sollte Aufschluss geben.

Also eingestiegen: Die Haube klappt mit dem Instrumentenpilz für einen bequemen Ein- und Ausstieg nach vorn oben auf. Die Rückenlehne ist am Boden am Verankerungspunkt auf der Sitzfläche dreifach verstellbar, in der Neigung auch im Flug. Die Bedienelemente wie Bremsklappenhebel und Wölbklappenhebel sind ergonomisch gut angeordnet. Der Griff für den Haubennotabwurf sitzt zentral über dem I-Pilz.

Der F-Schlepp führt von Musbach unter die ersten Wolkenschleier in 700 m über Grund. Sie ziehen nur auf ganz engem Raum, maximal für einen halben Kreis und springen dazu hin und her. Das Zentrieren wird zur Daueraufgabe. Immerhin gelingt es mir, die Höhe zu halten. Einmal eingekreist, folgt die LAK-17b FES/21 willig den Ruderausschlägen. Die Reaktionszeit reicht für das geforderte unablässige Verlagern völlig aus. Später stößt die Thermik sogar richtig kräftig für den Herbsttag, und immer wieder lässt sich die Varionadel für mehrere Kreise bei 2 m/s festnageln. Dazu muss ich die LAK aber mit viel Schräglage richtig rotieren lassen.

Ein paar Aufwindwechsel machen dann schnell klar: Die Wendigkeit der 18-m-Version lässt die LAK mit 21 m Spannweite vermissen. Da vermittelt nicht nur der erhebende Blick über den imposant weit ausgreifenden Flügel, in einem Offene-Klasse-Flugzeug zu sitzen. Der Zeitaufwand fürs Einkreisen muss kalkuliert werden und fordert kräftige Ruderausschläge. Das Seitenruder muss, bis sich stationäres Kreisen einstellt, lange getreten werden, um den richtigen Dreh zu erzielen. Die fürs Querruder aufzubringende Kraft – sie ist schon bei der LAK mit 18 m Spannweite nicht gering – hat noch einmal zugelegt.


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Gerhard Marzinzik


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