03.04.2017
aerokurier

WartungNeulackierung: Vom Schleifen und Schwabbeln

Auch das schönste Farbkleid eines Faserverbundflugzeugs altert. Sobald Risse und andere optische oder gar strukturelle Mängel entstehen, macht das nicht selten eine komplette Neulackierung erforderlich. Die ist aber deutlich komplizierter und aufwendiger als das Finish bei einem Neubau.

ae 03-2017 Segelflugzeug Neulackierung (01)

Beim Abschleifen der alten Lackschicht ist das Know-how eines Profis gefragt. Foto und Copyright: Manfred Münch  

 

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Bei der Neulackierung eines Flugzeugs aus Faserverbundwerkstoff muss der alte Lack vollständig entfernt werden. Zum einen, weil man nur dann Beschädigungen erkennen kann, die sich unter dem Lack verstecken, zum anderen aus Gewichtsgründen. Alte Lackrisse würden sich auch schnell in einer neuen Lackschicht abbilden.

Da das Abschleifen ein langwieriger Arbeitsschritt ist, muss man bei einem sorgfältig arbeitenden Wartungsbetrieb mit Kosten in Höhe mehrerer tausend Euro rechnen. Beispielsweise wird die untere Preisgrenze einer Neulackierung eines Standard-Klasse-Flugzeuges bei der FBS Finish GmbH mit 11 780 Euro angegeben, beim LTB Lindner mit 12 500 Euro und bei der Frank und Waldenberger GmbH mit 13 210 Euro. Für einen Doppelsitzer der 20-m-Klasse, etwa einem Duo Discus, veranschlagen die erwähnten Betriebe 17 550 Euro respektive 19 400 Euro und 19 770 Euro. Hier sei angemerkt, dass die Kosten je nach Muster und Sonderleistungen deutlich höher liegen können.

So sind für die Neulackierung von Winglets bei Frank und Waldenberger rund 680 Euro und für das Auftragen der Kennzeichen 440 Euro zu berappen. Die Innenlackierung des Cockpits ist ebenfalls nicht im Preis inbegriffen. Je nach Instandhaltungsbetrieb werden dafür rund 1000 Euro fällig – der genaue Betrag wird nach Aufwand kalkuliert. Auch Reparaturen am Gewebe sind hier noch nicht berücksichtigt.

Bei diesen Preisen stellen sich handwerklich begabte Segelflieger jetzt vielleicht die Frage: Kann ich das nicht selber machen? Mehr als Schleifpapier, Farbe und Politur ist ja nicht nötig?!

Selbst wenn man die Räumlichkeiten, das Werkzeug, die Zeit und sogar das Know-how hat, muss man die Frage vehement verneinen. Eine Neulackierung ist mit einem großen Eingriff in die Flugzeugstruktur verbunden. Nur Mitarbeiter eines zertifizierten Betriebes dürfen derartige Arbeiten durchführen beziehungsweise jemand, der auch eine entsprechende Genehmigung vom Luftfahrt-Bundesamt besitzt.


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Alexandros Mitropoulos


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