30.04.2014
aerokurier

Ein Flugzeug startet durchMotorsegler Stemme S6

Beide, die Stemme AG in Strausberg und ihr letzter Motorsegler, das Modell S6, haben bewegte Zeiten hinter sich. Doch seitdem das Unternehmen unter der Leitung von Paul Masschelein 2012 eine neue Geschäftsleitung bekam, geht es in Strausberg wirtschaftlich und organisatorisch allmählich wieder aufwärts.

Stemme S6 Sky Sportster

Stemme S6 Sky Sportster. Foto und Copyright: Stemme  

 

Ein paar Jahre vorher war die Stemme AG in eine bedrohliche Schieflage geraten. Auch der Motorsegler S6 war an dieser Misere nicht ganz unbeteiligt. Rund 30 Einheiten wurden von dem Modell gebaut, aber das Flugzeug hatte zahlreiche Kinderkrankheiten und brachte damit etliche Besitzer an den Rand der Verzweiflung. Stemme sah sich daher genötigt, die S6 gründlich zu überarbeiten. Das Ergebnis, die erste neue S6 "Sky Sporster" mit dem Kennzeichen D-KSIX, wurde auf der AERO erstmals vorgestellt. Die Spannweite wurde von 18 auf 20 m vergrößert. Dadurch erhöht sich im Segelflug die Gleitzahl um zwei Punkte auf 1:38. Im Motorflug bewirkt der neue Flügel einen um fünf Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch und entsprechend größerer Reichweite. Alles in allem will man bei Stemme aus den Reklamationen der Vergangenheit gelernt haben, so dass auch im Detail zahlreiche Nachbesserung in den neuen "Sky Sportster" eingeflossen sind.

Aero 2014 - Stemme S6 Sky Sportster Cockpit

Das Cockpit der Stemme S6 Sky Sportster. Foto und Copyright: Markus Koch  

 

Stemme rechnet damit, Anfang 2014 die ersten Kundenflugzeuge mit bestandener Verkehrszulassung ausliefern zu können. Die Lieferzeit soll voraussichtlich 4 Monate betragen. Der Preis für die neue S6, die sich als sportliches Segelflugzeug und als flotte Reisemaschine gleichermaßen empfiehlt, liegt bei 296.000 EUR plus Steuer. Parallel zu der technischen Neuauflage der S6 arbeiten Masschelein und sein Team mit ganzer Kraft am Wiederaufbau der betrieblichen Organe. Im Vordergrund stehen das in der Vergangenheit vernachlässigte Service-Netz sowie der Auf- und Ausbau von Repräsentanzen im Ausland. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns", sagt Masschelein, "aber wir freuen uns sehr, dass wir noch das Vertrauen der meisten Kunden haben". Von den positiven Entwicklungen im Hause Stemme profitiert sicherlich auch das Top-Modell, die S10. Von ihr wurden bisher 250 Exemplare gebaut und das Flugzeug erfreut sich einer weltweiten Gemeinde treuer Fans.

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Markus Koch


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