24.01.2017
aerokurier

Sorge um den LuftraumHöhenbeschränkung in den Alpen einhalten

Der französische Segelflugverband fürchtet um den Luftraum in den Alpen, weil es immer wieder zu Luftraumverstößen kommt. Präsident Jean-Emile Rouaux appelliert deshalb an die Mitglieder und die vielen Gastsegelflieger in den französischen Seealpen gesetzeskonform zu fliegen.

Luftraum Pic de Bure

Das Wellegebiet am Pic de Bure ist ein besonders neuraligischer Punkt. Hier sollte nicht höher als 5800 Meter über 1013 hPa gestiegen werden.  

 

An sehr guten Wellenflugtagen kommt es immer wieder vor, dass Segelflieger die maximal zulässige Flughöhe (FL 195 in der LTA Alpes) überschreiten und dabei ein großes Kollisionsrisiko mit den im oberen Luftraum C fliegenden Flugzeugen der kommerziellen Luftfahrt verursachen.

Auch wenn es sich oft nur um geringfügige Höhenüberschreitungen handelt, verursacht z.B. durch eine Fehlberechnung der Flugfläche 195, eine falsche Höhenmessereinstellung oder einfach durch eine Fehleinschätzung des überraschend starken Steigens reicht das aus, um das Segelflugzeug in eine bereits von Jets genutzte Höhe zu bringen. Leistungs- und Wendigkeitsunterschiede, so wie die in diesen Höhen geflogenen Geschwindigkeiten erlauben es hier nicht nach der Regel „See and avoid“ zu fliegen.

Ein Zusammenstoß mit einem Passagierflugzeug hätte nicht nur dramatische Folgen, er würde vielleicht auch das Ende des Segelflugs bedeuten, wie er aktuell in den Seealpen möglich ist. Hier stehen alle Segelflieger gemeinsam in der Verantwortung.

Wer für den Diamanten die 5000 Meter Startüberhöhung erfliegen will, kann das unterhalb Flugfläche 195 in den Gebieten R130 A,B,C  (mit Freigaben) oder anderen Teilen von Alpes LTA. Über Flugfläche 195 ist das in den Gebieten R180 (Lure) oder R173 (Fayence) mit Freigaben möglich.

Um Luftraumverletzungen zu vermeiden

- sollte man sich stets der Luftraumgrenzen bewusst sein, gegebenenfalls rechtzeitig die Bremsklappen benutzen und einen Höhenpuffer einkalkulieren, um nicht unfreiwillig die zulässige Höhe zu überschreiten

- an Wellentagen sollte ein spezielles Briefing mit dem aktuellen QNH kalkulierte Höhen der Flugflächen (115, 155, 195 usw.) in Metern ausweisen

- im Bereich des Pic de Bure sollte freiwillig die maximale Flughöhe auf 5800 Meter beschränkt werden, um zur Sicherheit einen Höhenpuffer an diesem besonders sensiblen Ort zu haben

- Transponder sollten im kontrollierten Luftraum, insbesondere in größeren Höhen aktiviert werden

Ein Near Miss mit einem Linienflugzeug kann ein Verfahren nach sich ziehen, das bis zu einem Entzug der Lizenz und einer Bestrafung mit Freiheitsentzug und einer Geldbuße bis 15000 Euro gehen kann.

Der französische Segelflugverband behält sich selbst vor, künftig deutliche Sanktionen gegenüber Piloten zu ergreifen, die vorsätzlich gegen Regeln verstoßen, indem sie maximal zulässige Höhen überschreiten oder ohne die erforderliche Freigabe in kontrollierte Lufträume einfliegen. Dazu werden die Flüge im Netcoupe und OLC kontrolliert.

Über die geltenden Luftraumbeschränkungen in den französischen Alpen kann man sich auf Karten orientieren, die der Verband auf seiner Website zur Verfügung stellt. Es gibt dort eine Umrechnungstabelle auf Excel Basis für die Ermittlung der Flugfläche in Abhängigkeit des Tages-QNH.

Mehr zum Thema:
Gerhard Marzinzik


Weitere interessante Inhalte
Flugzeugreport Stemme RS10.e elfin — Meisterstück

03.07.2017 - Schon in einem Jahr soll der Hybrid-Tourer RS10.e elfin von Reiner Stemme Utility Air Systems fliegen. Das Flugzeug ist für die Doppelsitzerklasse konzipiert. … weiter

Ausbildung Das Abenteuer im Nordosten

01.07.2017 - Seit Anfang 2016 ist wieder Leben auf dem Sonderlandeplatz Pritzwalk-Sommersberg. Die Flugschule „Abenteuer Segelflug“ bietet hier Ausbildung, Charterbetrieb und Rundflüge in persönlicher Atmosphäre. … weiter

Segelflieger Lizenzen: Wenn Spaß und Spannweite korrelieren

03.06.2017 - Die Möglichkeit, in Aufwinden Höhe zu gewinnen und mit fliegerischem Geschick weite Distanzen zurückzulegen, macht den Reiz des Segelfliegens aus. Für manche ist es die Königsdisziplin des Fliegens. … weiter

Doppelsitzer Pilot Report: Stemme S12 Twin Voyager

01.06.2017 - Richtig viel Segel­flugzeug bietet die Stemme AG mit der neuen S12. Im März haben wir in Innsbruck bei einem Flug in Thermik, Hangaufwind und Welle einmal speziell die Segelflug­qualitäten des … weiter

Flugprüfer Luftrecht: Wir trudeln jetzt!

18.05.2017 - Flugprüfer haben einen anspruchsvollen Job. Sie müssen entscheiden, ob ein Flugschüler alle Anforderungen erfüllt, um seine Lizenz zu bekommen. Ein Beispiel aus Hessen vom August 2016 zeigt, dass sie … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 08/2017

aerokurier
08/2017
28.06.2017

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Faszination: Die besten Fotos aus sechs Jahrzehnten Fliegen
- Zukunft der General Aviation: Elektroflug und Urban Mobility
- Wahre Legenden: Zehn Fluggeräte der Superlative
- Praxis: Überleben auf hoher See
- Pilot Report: Piper M350 im Test

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt

Be a pilot