04.04.2017
Erschienen in: 04/ 2017 aerokurier

LuftfahrtmesseAERO 2017: Neuheiten Segelflugzeuge

Die AERO 2017 in Friedrichshafen bietet gute Möglichkeiten, Segelflugzeuge Probe zu sitzen und direkt zu vergleichen.

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Der Segelflug ist diesmal nicht wie gewohnt in Halle A1 zu finden! Wer vom Westeingang zum entsprechenden Ausstellungsbereich will, muss an vier B-Hallen vorbeilaufen bis ans östliche Ende des Messekomplexes. Dort hat der Segelflug mit der B5 eine Halle für sich und muss sie  nicht mit anderen Luftsportgeräten teilen. Auch gleich gegenüber, in der Halle A7, die unter dem Titel „e-flight expo“ dem Elektroflug gewidmet ist, wird man auf Segelflugzeuge treffen.

Der Pionier in Sachen Elektroflug, Lange Aviation mit der eigenstartfähigen Antares 20, stellt allerdings in der B5 aus. In der A7 gibt es den Discus 2c mit der Heimweghilfe FES (Front Electric Sustainer) zu sehen. Zu Redaktionsschluss war noch nicht entschieden, ob Sportine Aviacija aus Litauen in der A7 die neue miniLAK präsentiert. Das mit gekappter Spannweite strukturell völlig neu aufgebaute Schwestermodell der LAK 17b für die 13,5-m-Klasse ist mit dem ursprünglich als Heimkehrhilfe konzipierten FES-Antrieb sogar eigenstartfähig. Der Hersteller verspricht ein bestes Gleiten von 1:44. Die Höchstgeschwindigkeit ist 230 km/h.

Die miniLAK fällt im Gegensatz zu vielen Konkurrenten in ihrer Klasse in die Kategorie Segelflugzeuge und erfordert als Pilotenlizenz einen Segelflugschein. Die Silent 2 electro von AliSport in Italien, der ebenfalls ein FES-Antrieb Eigenstartfähigkeit verleiht, gehört dagegen in die Klasse der Ultraleichtflugzeuge und verlangt vom Piloten die nationale UL-Lizenz. Ein mit dem FES eigenstartfähiges Segelflugzeug hat sich AliSport-Geschäftsführer Stefano Ghiorzo auf Basis der polnischen Diana 2 für die 13,5-m-Klasse gebaut. Die nächste gebaute Versus, wie Ghiorzo seine Kreation getauft hat, wird Thomas Gostner aus dem italienischen Team erhalten.

Das aus dem Modellflug bekannte FES-Konzept von LZ Design hat Furore gemacht. Der Antrieb aus Slowenien findet sich inzwischen in immer mehr ULs und Segelflugzeugen. Die LAK 17 flog damit als eines der ersten Segelflugzeuge. Der tschechische Segelflugzeug-hersteller HpH bietet jetzt auch die Shark mit FES als alternative Heimkehrhilfe zum Jetantrieb an.

Das FES gibt es als Paket, das sich relativ einfach in verschiedenste Segelflugzeugmuster einrüsten lässt. Der technisch-wissenschaftlichen Organisation des Segelflugs (OSTIV) war das beim Kongress 2017, der parallel zur WM in Australien stattfand, eine besondere Auszeichnung wert. Luka Žnidaršic wurde dort mit den Elektroflugpionieren Axel Lange und Stefan Gehrmann mit dem OSTIV-Preis ausgezeichnet.
Von einem ganz anderen Elektroflieger kann man in der Halle B5 anhand eines Rumpf-Mock-ups einen ersten Eindruck gewinnen. Reiner Stemme Utility Air Systems aus Wildau stellt dort den Zweisitzer RS10.e elfin vor. Der Motorsegler mit im Rumpfbug versenkbarem Klapppropeller wirkt wie eine überarbeitete, elektrifizierte S10 der Stemme AG aus Strausberg. Die RS10.e erhält einen Flügel mit 20 Meter Spannweite und mittels eines weit heruntergezogenen Haubenrahmens einen erleichterten Einstieg ins Cockpit mit Side-by-Side-Anordnung der Sitze. Der Elektroantrieb soll den Eigenstart und mehr als eine Stunde Motorflug ermöglichen.

In einer weiteren Ausbaustufe ist ein Hybrid geplant, wobei der Stromgenerator in einem Pod unter dem Flügel angebracht werden soll. Topmodell der Stemme AG (Halle A4) ist jetzt die S12 mit der auf 25 Meter vergrößerten Spannweite und vielen Komfortverbesserungen. Das High-End-Modell, mit dem große Segelflüge wie auch Motorreiseflüge möglich sind, und die kleinere Schwester S6, die in die Kategorie Touring-Motorsegler fällt, werden wohl in diesem Sektor die einzigen Ausstellungsmodelle auf der AERO sein.


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Gerhard Marzinzik


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