04.01.2017
Erschienen in: 12/ 2016 aerokurier

„Wir schaffen das!“75. Deutscher Segelfliegertag

Der Deutsche Segelfliegertag ist immer eine Bestandsaufnahme des Luftsports. Diesmal bilanzierte in Berlin der komplett neue BuKo-Segelflug-Vorstand das zurückliegende Jahr.

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Für das Motto des 75. Deutschen Segelfliegertags „125 Jahre „Menschenflug“ hatte der Luftfahrtverband Berlin am letzten Oktoberwochenende weit zurückgeblickt. Festredner Gerhard Waibel wandelte es mit Sprachwitz in „Menschensegelflug“ ab und ließ als „Einwechselspieler“ die „zweite Halbzeit“ Revue passieren. Der 78-Jährige spannte den Bogen vom Beginn des Kunststoffzeitalters Anfang der 60er Jahre mit Konstruktion und Bau der D-36 über seine Flugzeugentwicklungen bei Alexander Schleicher Segelflugzeugbau bis zur Concordia. Seine gesamte Berufserfahrung hatte Waibel in dieses Projekt von Dick Butler gesteckt. Er sah es als krönenden Abschluss seiner Konstrukteurslaufbahn. Heute ist die Concordia ist das mit Abstand beste Offene-Klasse-Flugzeug.

Der 75. Deutsche Segelfliegertag war wieder ein Superlativ in dieser Reihe: eine Messe mit Ausstellungsständen über zwei Etagen, mit Flugzeugpräsentationen im Außenbereich und zwei parallel laufenden Vortragsreihen. Der Vormittag mit Festakt gehörte dem Jahresrückblick des Vorsitzenden der Bundeskommission Segelflug, Walter Eisele, und den Sportlerehrungen.

Am Vortag hatte sich die Sparte Segelflug im Deutschen Aero Club zur Mitgliederversammlung getroffen. Walter Eisele zollte dort seiner Vorgängerin Dr. Meike Müller „tiefsten Respekt“. Ein Jahr Kommissionsarbeit hatte gezeigt, was in diesem Amt alles zu leisten ist. Eisele hatte sich zudem in seinem Baden-Württembergischen Luftfahrtverband als Vizepräsident und Segelflugreferent noch weitere Ämter aufgelastet. Für die Geschäftsstelle wünschte er sich eine weitere Professionalisierung. Sein Fazit und Appell: Noch mehr Spezialisten hauptamtlich einbinden!

Das Referat Sport soll jetzt mit einer neuen Struktur effektiver werden. Ein Ausschuss Regelwerke wird künftig Überschneidungen und Koordinierungsaufwand zwischen Breiten- und Spitzensport vermeiden. Unter dem Titel „Training“ wird sich eine weitere Arbeitsgruppe verstärkt dem Breitensport widmen, der Hinführung zum Sport nach dem Lizenzerwerb. Hier will die BuKo intensiv mit den DAeC-Landesverbänden zusammenarbeiten.

Die Einbindung und Zusammenarbeit mit den Landesverbänden war in Berlin das Mantra von Walter Eisele. Ein Monoluftsportverband, der den Landesverbänden Beiträge entzieht, warnte er, würde die finanzielle Grundlage der Landesverbände und damit des Deutschen Aero Clubs gefährden. Die Abgrenzung zum allerdings nicht namentlich genannten Deutschen Segelflugverbandes (DSV) schwang bei allem mit. Rückendeckung für diese Einstellung gab es bei der Mitgliederversammlung mit der demonstrativen Präsenz des gesamten DAeC-Vorstands.

Alles in den Griff zu bekommen, zeigte sich Walter Eisele zuversichtlich. Mit „Wir schaffen das!“, machte er sich dafür das Statement der Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage zu Eigen.


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Gerhard Marzinzik


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