03.01.2011
aerokurier

Pilot Report StarliteHirt Starlite SL-1 - Zweites Leben

Unter Motorflugzeugen, die nicht als Aerobatikgeräte zum Einsatz kommen, finden sich nur sehr wenige Einsitzer. Eine der Ausnahmen ist die Starlite SL-1. Nur zwei Exemplare des amerikanischen Kitflugzeugs sind hier zu Lande gebaut worden. Eines davon hat vor einiger Zeit – nach dreizehnjährigem Dornröschenschlaf – den zweiten Erstflug absolviert.

Joachim Hirt und Jörg Lohmann, beide Segelflieger aus Donaueschingen, hatten sich 1986 zum Kauf eines Starlite-Bausatzes entschieden. Als der Bausatz 1987 eintraf, offenbarte schon die erste Sichtung der Bauteile, dass sich der mitgelieferte Holm – Originalton von Joachim – allenfalls als „Brennholz“ eignen würde. Die beiden waren sich einig, dass der Holm in CFK/GFK-Bauweise gefertigt werden müsse. Die Sperrholzbeplankung der Tragflächen sollte, auch dies stand schnell fest, mit einer dünnen Lage Glasfaser überzogen werden.

Das dem Kit beigefügte Höhenleitwerk sei laut Bauanweisung mit Hilfe von Haltebolzen am Rumpf zu befestigen. Keine empfehlenswerte Lösung. In den USA hatte es deswegen bereits einige Flatterunfälle gegeben. Jörg und Joachim entschlossen sich deshalb, das Höhenleitwerk mit dem Rumpf fest zu verbinden.

Nach vierjähriger Bauzeit unter der Betreuung von Prüfer Klaus Frisch und Gutachter Jürgen Fecher von der OUV flog die Hirt Starlite SL-1 1991 zum ersten Mal. In der Zeit bis 1996 erhielt das Flugzeug einen anderen Motor. Der mitgelieferte luftgekühlte Rotax 447 neigte zu Überhitzungen.

Da sich aber am Brandschott nur 34 kg aufhängen ließen, kam ein Viertaktmotor nicht in Betracht. Die Entscheidung fiel zu Gunsten eines Rotax 462, auch er ein Zweizylinder-Zweitakter, allerdings wassergekühlt. Mit ihm sollten die Temperaturprobleme behoben sein. Außerdem wäre er mit 52 PS deutlich stärker als der Rotax 447.

Nachdem sämtliche Verbesserungen implementiert waren, verschwand der schnittige Tiefdecker 1996 in der Garage von Joachim Hirt. Irgendwie gelang es mir, meine Freunde Marc und Willy davon zu überzeugen, das kleine Sportgerät wieder in die Luft zu bringen. Wir überredeten Joachim, uns den Flieger zur „Renovierung“ zu überlassen. Das war 2007. Willy bekam den Rotax zur Grundüberholung, Marc und ich kümmerten uns um die Zelle.

Nachdem wir die Hirt Starlite SL 1 wieder auf Vordermann gebracht hatten, erteilte uns unser Prüfer Klaus Frisch auf dem OUV-Treffen 2008 in Mengen die Unbedenklichkeitserklärung. Einer Erprobung stand damit nichts mehr im Wege.
Im Oktober 2008 hob das Flugzeug nach 13-jährigem Dornröschenschlaf auf dem Verkehrslandeplatz in Donaueschingen zum zweiten Erstflug ab. Welchen Flugspaß der Einsitzer bietet, lässt sich in der Januar-Ausgabe des aerokurier nachlesen.




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