27.08.2015
Erschienen in: 08/ 2014 aerokurier

Freier FallFallschirmspringen: AFF-Ausbildung

Eine der spektakulärsten Luftsportarten ist das Fallschirmspringen. Es ist mit geringem Aufwand zu lernen und macht viel Spaß – wenn man sich überwunden hat.

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Wer, wie der Autor dieser Zeilen, seine Fallschirmsprungausbildung bei der Bundeswehr gemacht hat, wird die Worte „Hopp tausend, zweitausend, dreitausend“ im Leben nicht mehr vergessen. Sie wurden einem bei der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt eingehämmert. Nach dem Absprung aus dem Flugzeug oder dem Hubschrauber ruft der Springer die Zahlen und wartet auf den Entfaltungsstoß des Schirmes, der durch eine Reißleine fest mit dem Flugzeug verbunden ist und sich automatisch öffnet. Wenn man bei fünftausend oder sechstausend angelangt war, ohne den Stoß zu spüren, wusste man, dass man ein Problem hatte und schnell den Reserveschirm ziehen sollte. Diese Art der Ausbildung hat sich beim Militär bis heute wenig geändert, sie hat sich für das Springen mit Automatikschirm aber auch bewährt. Die Wege in den Fallschirmsport sind vielfältig, die Hürden für den Einstieg sind – gemessen an den Einstiegshürden für Privatpiloten – sehr niedrig, denn als Fallschirmspringer benötigt man weder ein flugmedizinisches Medical noch eine „Zuverlässigkeitsüberprüfung“ durch die deutschen Geheimdienste noch einen englischen Sprachtest.

Der Sport gehört sicher zu den spektakulärsten Luftsportarten  und fasziniert nicht nur die rund 7000 Menschen, die ihn als Lizenzinhaber in Deutschland regelmäßig betreiben. Der Faszination Fallschirmspringen erliegen in jedem Jahr Hunderte von Menschen, die sich den Traum vom freien Fall in Form eines Tandemsprungs erfüllen. Sehr häufig werden Tandemsprünge zu runden Geburtstagen oder anderen Jubiläen als besondere Geschenke präsentiert. Der Tandemsprung ist die einfachste Art, in das Fallschirmspringen reinzuschnuppern. Das Fallschirmsportcentrum (FSC) Südpfalz in Schweighofen, wo die Fotos für diesen Beitrag entstanden,  wirbt für seine Tandemsprünge mit den Worten: „Du rast mit 200 km/h aus 4000 m im freien Fall der Erde entgegen, der Schirm öffnet sich, und Du gleitest fast wie ein Vogel schwerelos am geöffneten Schirm durch die Luft und blickst auf die wunderschöne Südpfalz. Unglaublich? Nein, egal ob 12 oder 99 – auch Du kannst es erleben!“

Für einige ist ein Tandemsprung ein einmaliges Erlebnis, für andere ist es der Einstieg in den Sport. Bei einer Absetzhöhe von 4000 Metern  fällt man immerhin 40 bis 50 Sekunden im freien Fall, bevor der Schirm geöffnet wird. Dann hängt man als Tandempassagier noch zwischen fünf und acht Minuten am Schirm, bevor der Ausflug zu Ende geht.

Eine medizinische Untersuchung ist für einen Tandemsprung nicht notwendig. Allerdings sollten keine Herzbeschwerden oder Probleme mit dem Druckausgleich vorliegen. „Für einen Tandemsprung sollte man mindestens 1,40 Meter und maximal 1,90 Meter groß sein“, sagt Wolfgang Löffler, Ausbildungsleiter bei der Fallschirmsportgruppe Aero-Club Braunschweig im Gespräch mit dem aerokurier. Er hat selber über 6000 Sprünge und ist Tandemmaster, das heißt, er darf mit Passagieren springen. „Das Höchstgewicht des Passagiers liegt bei 90 Kilogramm“, berichtet Löffler. Die Grenzen sind abhängig vom Material. Beim FSC Südpfalz werden Passagiere bis zu einer Körpergröße von zwei Metern und einem Gewicht von 95 Kilogramm mitgenommen. Schwerere Passagiere könnten das Material an die Grenzen der Belastung bringen.

Vor dem Sprung erfolgt eine 20 bis 30 Minuten dauernde Einweisung der Passagiere in den Ablauf des Sprungs und in die Ausrüstung. Außerdem werden die Passagiere über sicherheitsrelevante Aspekte unterrichtet. Einige Trockenübungen beschließen die Einweisung, danach geht es an das Flugzeug. 

Ein Spezialgurtzeug verbindet den Tandemmaster und seinen Passagier miteinander. Der Passagier hängt vor der Brust des Tandemmasters. Die Mindestabsetzhöhe beim Tandemspringen liegt in der Regel bei 2500 Metern. Empfehlenswert sind aber Höhen um die 4000 Meter, da der Passagier die einzelnen Flugphasen länger erleben kann. 


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