15.01.2009
aerokurier

Der Weg ins Segelflugzeug-CockpitFaszination Segelflug - Hightech und Natur

Sie interessieren sich fürs Segelfliegen? Sie wollen nicht mehr nur den eleganten, weißen Seglern hinterherschauen müssen? Sie wollen erfahren, wie es ist, selbst im Cockpit zu sitzen? Sie wollen sehen, was dazu gehört, um in den Aufwinden aufzudrehen oder unter langgestreckten Wolkenstraßen dahinzujagen?<br />

SegelflugSymbol

Segelflug kombiniert Technik, Natur und Teamwork (C) Photo Marzinzik  

 

Segelfliegen hat jede Menge Spaß, Erlebnis und Spannung zu bieten. Denn Segelfliegen ist die fliegerische Herausforderung schlechthin. Neben fliegerischem Geschick ist viel meteorologisches Wissen und Einfühlungsvermögen sowie technisches Verständnis gefragt.

 Vom ersten Start an ist man hier eingespannt und hat mit dem Erwerb des 'Luftfahrerscheins für Segelflugzeugführer' längst nicht ausgelernt. Segelfliegen bleibt ein Leben lang spannend.

 

Mit 14 Jahren einsteigen  

Einsteigen kann man schon mit 14 Jahren. Selbstständig mit Lizenz kann man ab 16 Jahren fliegen. Das heißt, zwei Jahre bevor der Führerschein fürs Auto erworben werden kann, dürfen Jugendliche eigenverantwortlich Segelflugzeuge steuern, deren Kaufpreis in der Region von 100 000 Euro liegen kann ( und das als gleichberechtigter Partner zu allem anderen Luftverkehr!

 Nach oben hin ist das Einstiegsalter nicht begrenzt. Nur gesund muss man sein. Normale Fitness (Kreislauf, Sehkraft) reicht. Ob die flugmedizinischen Anforderungen erfüllt werden, checkt der Fliegerarzt.

 

Gar nicht teuer

Am kostengünstigsten kommt man im Verein zur Segelfluglizenz. In Deutschland gibt es rund 800 Luftsportvereine, in denen die Segelflugausbildung angeboten wird. Das heißt, an nahezu jedem Flugplatz - und davon gibt es in der Bundesrepublik fast alle 20 Kilometer einen - ist eine Ausbildung möglich. Die Fluglehrer sind ehrenamtlich tätig und müssen nicht eigens bezahlt werden. Geflogen wird an Wochenenden und Feiertagen. In der Ferienzeit werden mitunter Fluglager organisiert, in denen dann über eine oder zwei Wochen jeden Tag geflogen wird.

 

Professionelle Schulen

Parallel zum Angebot der Segelflugvereine gibt es eine Reihe professionell aufgezogener Segelflugschulen, die Kompaktkurse bieten und damit viel schneller zur Lizenz führen. Der Service muss aber bezahlt werden. Natürlich lassen sich auch die Ausbildung im Verein und in einer professionellen Schule kombinieren, um schneller zum begehrten Ausweis zu kommen.

 Im Verein dauert die theoretische und praktische Ausbildung im Mittel zwei Jahre. Das klingt lang, aber den ersten praktischen Ausbildungsabschnitt, nach dem der Flugschüler bereits alleine fliegen darf, ist schnell abgeschlossen. Im Durchschnitt werden dafür 50 Flüge mit Fluglehrer benötigt. Der Erfolg hängt aber ganz vom eigenen Talent ab und davon, ob die Schulflüge ohne große zeitliche Unterbrechungen erfolgen.

 Im Anschluss daran vertieft der Flugschüler das Geübte im Alleinflug, bleibt aber unter Beobachtung des Fluglehrers. Der steigt für das Training weiterer Ausbildungsabschnitte dann immer wieder mal mit ins Cockpit.

 

Theorie wird im Winter gelernt

In den Wintermonaten, wenn nicht geflogen wird, kann Theorie gebüffelt werden. In den Vereinen ist der Theorieunterricht kostenfrei. Es gilt Fachkunde zu erlangen in: Aerodynamik, Technik, Luftrecht und Luftraumordnung, Meteorologie, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen und seinen Grenzen.

Bevor es zum behördlichen Theorietest (Multiple Choice) und schließlich in die praktische Prüfung geht, beweist der Flugschüler mit einem 50-km-Überlandflug, dass er das Erlernte auch richtig anwenden kann, dass er Aufwinde auffinden und ausnutzen und richtig navigieren kann.

 Ist die Prüfung bestanden und die Lizenz in der Tasche, ist man erst einmal aus der Obhut des Fluglehrers entlassen. Mit dem Lernen ist aber keineswegs Schluss. Der 'Schein' bestätigt, dass die Basiskenntnisse und -fertigkeiten vorhanden sind, um selbstständig ein Segelflugzeug sicher zu steuern. Wer mehr will, weit überland fliegen und auch in schwachen Bedingungen obenbleiben und sein Können letztlich in Wettbeweben vergleichen will, für den gibt es ein Leben lang Neues hinzuzulernen.

 

Fliegen für wenig Geld

Braucht man dafür ein eigenes Segelflugzeug? Nicht unbedingt. Die meisten Segelflugvereine besitzen Ein- und Doppelsitzer mit sehr guten Leistungen. Beschränkt man sich darauf, kann man recht preiswert segelfliegen. Dann ist Segelflugsport günstiger als beispielsweise Tennis.

 Wer einmal Blut geleckt hat, der wird am Ende so viel und lange fliegen wollen wie nur irgend möglich. Den hohen notwendigen Zeitaufwand wird er aufbringen, ohne dass es ihm richtig auffällt. Man darf sich aber nicht täuschen: Segelfliegen ist ein sehr zeitintensiver Sport, der sich nicht wie Fußball oder Tennis auf wenige Stunden eines Wochenendes reduzieren lässt.

 

Gemeinschaftserlebnis

Dazu kommt, dass man sich, um im Verein in den Genuss günstiger Chartergebühren zu kommen, in die Gruppe einbringen muss: im Winter bei den Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten helfen und während des Flugbetriebs mit dafür sorgen, dass auch andere fliegen können. So wird für den Flugbetrieb mit Windenstart gleich eine ganze Reihe Helfer gebraucht, damit einer fliegen kann: der Windenfahrer, der Fahrer des Seilrückholwagens, der Telefonist und der Flächenläufer.
 In gut funktionierenden Vereinen wird die Notwendigkeit der Gruppenbildung gar nicht einmal als Zwang erlebt. Gerade für Jugendliche wird der Aufenthalt am Flugplatz zum Wochenenderlebnis. Und der fortgeschrittene Segelflieger findet in den Gleichgesinnten das sachverständige Publikum, mit dem er sein Segelflugerlebnis teilen kann.

In die meisten Vereine kann man auch einmal hineinschnuppern. An ein paar Probewochenenden kann man schnell feststellen, ob Segelfliegen der Sport ist, in den man einsteigen will.

 

Wir helfen

Die aerokurier-Redaktion hilft Ihnen gerne bei Suche nach Segelflugvereinen in der Nähe Ihres Heimatortes oder mit der Empfehlung einer professionellen Segelflugschule. Mailen Sie uns einfach Ihre Anfrage.


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