19.08.2013
aerokurier

Tannheim im AnflugTannkosh 2013: So fliegt man selbst hin

Nur noch drei Tage, dann beginnt auf dem Flugplatz Tannheim Europas größtes Fly-in. Das Wetter scheint so gut zu werden, dass die Tannkosh-Verantwortlichen wieder mit vielen Flugzeugen aus allen Regionen Deutschlands und den Nachbarländern rechnen. Das bedeutet aber für die Piloten: erhöhte Wachsamkeit beim Anflug, auf der Piste und beim Abflug.

Um den Verkehrslandeplatz Tannheim (EDMT) wird vom 23. bis 25. August 2013 wegen des zu erwartenden vermehrten Flugverkehrsaufkommens eine temporäre Flugplatzverkehrszone (ATZ) eingerichtet. Sie erstreckt sich kreisförmig mit einem Halbmesser von 5 NM um den Flugplatzbezugspunkt (N 48 00 39, E 010 06 03), jeweils bis zu den lateralen Grenzen des Luftraums D (HX) als Kontrollzone des Verkehrsflughafens Memmingen (EDJA). Die ATZ erstreckt sich vertikal bis zu einer Höhe von 4500 ft MSL.

Einflüge in die Flugplatzverkehrszone von Luftfahrzeugen ausgenommen Hubschraubern mit einer Endanfluggeschwindigkeit von 65 kts (120 km/h) und mehr haben im Norden 1 NM (2 km) östlich der Ortslage Erolzheim zu erfolgen (Wartebereiche/Holdings).
Einflüge von Luftfahrzeugen ausgenommen Hubschraubern mit einer Endanfluggeschwindigkeit von unter 65 Knoten (120 km/h) haben im Nordwesten 2 NM (4 km) südöstlich der Ortslage Ochsenhausen zu erfolgen (Wartebereiche/Holdings).
Einflüge von Hubschraubern haben im Südwesten 8 NM (15 km) östlich der Ortslage Oberessendorf zu erfolgen. Ausflüge aus der Flugplatzverkehrszone erfolgen bei Betriebsrichtung 09 im Nordosten in einem Bereich zwischen der Autobahn A7 und der Grenze des Luftraums D (HX) als Kontrollzone des Verkehrsflughafens Memmingen zu erfolgen. Die Kontrollzone ist zu beachten. Bei Betriebsrichtung 27 haben Ausflüge von Luftfahrzeugen im Westen über das Waldgebiet westlich von Rot a. d. Rot zu erfolgen. Soweit dies bei Luftfahrzeugen mit geringer Steigleistung nicht möglich ist, haben Ausflüge im Nordwesten (nordöstlich der Ortslage Edenbachen) zu erfolgen.Ausflüge von Helikoptern haben im Südwesten parallel zur Nordgrenze des Luftraums D (HX) als Kontrollzone des Verkehrsflughafens Memmingen zu erfolgen. Die Regeln für die Teilnahme am Luftverkehr, insbesondere die Luftraumordnung in der Umgebung des Verkehrslandeplatzes Tannheim sowie die Verpflichtung zur Transponderschaltung (TMZ), bleiben von der Festlegung der Flugplatzverkehrszone unberührt. (Auszug aus SUP VFR 09/13)

An- und Abflugrouten für Hubschrauber
Nach der bewährten amerikanischen Methode sollen Flächenflieger und Hubschrauber getrennt werden, der Funkverkehr soll so minimal wie möglich gehalten werden. Tanken oder Rundflüge sind für Helikopter nicht möglich.

Hubschrauber aus Süden und Westen fliegen direkt zu HELI 1 (Stausee bei Mühlberg). Anflüge aus Norden erfolgen weiträumig und mit großem Abstand westlich des Ortes Rot an der Rot (Warteräume Flächenflugzeuge weiträumig umfliegen) zu HELI1 Anflüge aus Osten sind möglich durch die CTR Memmingen entlang der A 96 (Freigabe erforderlich!), frühzeitig auf Frequenz Tannheim wechseln, Anflug von Südosten direkt über Heli 2. Achtung Gegenverkehr! Helikopter dürfen auf keinen Fall in die Warteräume einfliegen, andere Flugzeuge unterfliegen oder überfliegen und die Landebahn überfliegen.

Von HELI1 zu HELI 2 (Iller-Kanal): Die Ortschaft Tannheim im Süden umfliegen. Auf die Kontrollzone Memmingen achten und die Dörfer um den Flugplatz Tannheim umfliegen. Heli 2 liegt sehr nahe an der CTR-Memmingen. Holdings sollten westlich Heli 2 entlang der Eisenbahnlinie, südlich EDMT geflogen werden. Von HELI 2 direkt tief auf den Helipad fliegen. Auf Flächenflugzeuge achten, gegebenenfalls südlich ausweichen oder durchstarten. Da viele Helikopter die gleiche Route nutzen, sollten Landescheinwerfer, Positionslichter und Strobes eingeschaltet sein. Auf Gegenverkehr achten. Es gibt zwei Landeflächen, eine für Starts und eine für Landungen. Auf Einweiser achten!

Anflugverfahren: Rechtzeitig die ATIS unter 125,800 MHz abhören
Einleitungsanruf auf 122,825; spätestens 5 min vor Heli 1, nur mit Kennzeichen und Position in Relation zu Heli 1.
Nächster Report: kennung und Position HELI 1. Tannkosh-Info wird den Piloten entweder anweisen, dort zu halten oder zu Heli 2 weiterleiten. Nächster Report: Kennung, über HELI 2.
Wenn Tannkosh zum Warten anweist, erfolgt die Freigabe zum weiteren Anflug mit: „setzen Sie Anflug fort, selbständig zum Helipad“.
Ab hier auf 300 Fuß GND sinken (2200 Fuß MSL) und Helipad anfliegen.

Abflugverfahren: Einweiser auf dem Helipad vor dem Anlassen kontaktieren (mündlich, nicht per Funk). Dieser begleitet die Besatzung bis zum Abheben und weist den Abflug-Helipad zu. Vor dem Anlassen Hörbereitschaft halten auf 122,825 MHz Auf Abflug-Helipad bereit melden bei Tannkosh-Info mit Kennung, am Helipad abflugbereit nach Süden. Wenn Abflug genehmigt,tiefer Abflug nach Süden (Tannheim meiden!) und über HELI 2 und HELI 1 abfliegen. Warteräume weiträumig umfliegen und von dort aus auf Heimatkurs gehen.

Tannkosh Flight Safety Bulletin:
Das Team Tannkosh bittet um dringende Beachtung der Sicherheitshinweise:

Vertrautmachen mit dem Flugzeug. Das gilt speziell für noch nicht sehr erfahrene Piloten. Bitte loggt vor Anflug auf Tannkosh ausreichend viele Starts und Landungen, macht ein Refresher-Training, falls erforderlich. Anflüge auf Tannheim erfordern aufgrund des zu erwartenden hohen Verkehrsaufkommens die volle Konzentration des Piloten. Deswegen sollte das Handling des Flugzeugs dies nicht beeinflussen. Der Anflug auf Tannkosh sollte nicht der erste Streckenflug des Jahres sein, und die Flugerfahrung des PIC sollte auch Seitenwindlandungen beinhalten. In Tannheim herrschen erfahrungsgemäß immer mal wieder 15 bis 20 Knoten Seitenwind. Zudem muss mit Verwirbelungen/Lee durch die Hallen, ebenso wie mit der Leewirkung vor dem Wald beim Start auf der 27 gerechnet werden.

Weight and Balance. Tannheim hat eine Grasbahn, und bei Regnen erhöht sich der Rollwiderstand. Zudem ist im Sommer auch eine größere Dichtehöhe zu erwarten (Startstreckenberechnung bei 30 °C). Je nach Flugzeug ist es sinnvoll, einen Teil der Ausrüstung mit dem Auto zu transportieren. Für die meisten Muster ist ein Start in Richtung 27 mit voller Beladung nicht zu empfehlen. Eine gute Startstreckenberechnung enthält Sicherheitsreserven.

Die Bodencrew in Tanheim wird darauf achten, dass möglichst niemand überladen startet. Um Unfälle zu vermeiden, mann es Sinn machen, Passagiere oder Gepäck auszuladen, wenn die Startstreckenberechnung keinen sicheren Start mit anschließendem Steigflug gewährleistet.

An- und Abflüge erfolgen vor viel Publikum, das zudem relativ nah an der Bahn steht. Ein Fehler ist hier umso gravierender, nicht nur für den Piloten persönlich, sondern für die Allgemeine Luftfahrt generell. Die steht im Rampenlicht. Wer nicht ganz sicher ist, sollte besser mit dem Auto anreisen.

Geduld beim Anflug ist wichtig. Sollte die Platzrunde voll sein beziehungsweise Flugvorführungen stattfinden, werden die anfliegenden Piloten angewiesen, in die Warteräume einzufliegen. Dort werden Linkskurven geflogen und so lange gewartet, bis der Tower das Flugzeug abruft.

Im Anflug nicht überholen oder über-/unterfliegen. Angeflogen wird hintereinander und mit ausreichendem Abstand. Falls der Abstand zum Vordermann zu gering wird, wird rechtzeitig durchgestartet. Der Tower wird, wenn notwendig, Hinweise für die Landung beziehungsweise für das Abrollen erteilen. Die Bahn sollte so schnell wie sicher möglich freigemacht werden. Für eventuelle 20 bis 30-minütige Holdings sollte genügend Treibstoffreserve eingeplant werden.

An und Abflugverfahren. Das Areal um Tannheim ist vom 22. bis 25., August ein Gebiet mit extrem hohem Verkehrsaufkommen. Deshalb sollten alle Personen an Bord in die Luftraumbeobachtung eingebunden sein. Für den verantwortlichen Piloten gilt: rechtzeitig vorher Checkliste abarbeiten, Maschine frühzeitig konfigurieren, vorausschauend fliegen, rausschauen! Alle Lampen am Luftfahrzeug einschalten, Transponder ein (Mode S, 7000). Beim Abflug im Steigflug nach Erreichen einer sicherer Höhe (über Hindernissen) gegebenenfalls S-Kurven fliegen und wenn möglich schneller als Vy steigen.

„Designated driver/pilot“. Das ist ein(e) Pilot/in der/die „Flugdienst“ hat am Abflugtag, sofern früh am Tag gestartet werden soll.

Um am Abreisetag die Belastung der Funkfrequenz zu minimieren, und um einen ruhigen und geregelten Abflug zu ermöglichen, wird der Tower einen Lotsen mit Funkverbindung als verlängerter Arm in der Startposition auf der Piste abstellen. Dieser wird, in Abstimmung mit dem Tower, mit Sichtzeichen die Startwellen kontrollieren.
Beim Rollen Richtung Rollhalt zu Startpiste sollte der Funk konzentriert abgehört werden. Die Einweiser und der Startlotse sollten dabei ständig beobachtet werden, um den Anweisungen und Zeichen unverzüglich folgen zu können.

„Kunstflug-Einlagen“, wie mit den Flügeln wackeln oder Show-Steigflüge sind den Tannkosh-Display-Piloten vorbehalten, sollten also komplett aus dem Repertoire der Tannkosh-Gäste gestrichen sein.

Die Sicherheitsliste liegt den Tannkosh-Verantwortlichen, allen voran Verena und Matthias Dolderer, sehr am Herzen. Planungen für die nächste große Pilotenparty sind nur möglich, wenn alle daran mitwirken, Unfälle zu vermeiden.

Weitere Infos zu sicheren Tannkosh-An- und Abflügen finden Sie auf der Tannkosh Seite: www.tannkosh.de



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