15.01.2008
aerokurier

Tannheim 2006: GroßaufgebotTannheim-Festival: Deutschlands größtes Pilotentreffen

"Das ist der Wahnsinn", könnte der Satz sein, der an diesem Juli-Wochenende auf dem Tannheimer Flugplatz am häufigsten fiel. Das Tannheimer Pilotentreffen, das bislang schon das größte Deutschlands war, hat in der 2006er Ausgabe alle bekannten Dimensionen gesprengt, hat selbst kühne Erwartungen noch übertroffen.

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Etwa 1300 Flugzeuge wurden auf dem Gelände des Grasplatzes im Südosten Baden-Württembergs gezählt, 450 mehr als im Vorjahr, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2003. 1300 Flugzeuge zur gleichen Zeit auf einem Flugplatz – hat es das jemals zuvor in Deutschland gegeben?

Es sind aber nicht alleine die abgestellten Flugzeuge, die diesen überwältigenden Eindruck bewirken. Das Tannheimer Flugplatzareal wurde für ein Wochenende zu einem pulsierenden Mikrokosmos rund um das Thema Flugzeug, bestehend aus Campingplatz, Budenstadt, Restaurant, Kontrollturm, Biergarten, Spielplatz, Tankstelle und Konzerthalle.

Aber das Tannheimer Festival ist keine Flugschau im herkömmlichen Sinn und will es auch nicht sein. Der eigentliche Reiz liegt in der wohl einzigartigen Atmosphäre, im Sehen und Gesehenwerden und der Begutachtung der Besucherflugzeuge: wer ist schon da und wer dreht als nächstes in den Endteil ein? Und in dieser Hinsicht ist das Tannheimer Ereignis so etwas wie ein aufgeschlagenes Bilderbuch der Luftfahrtgeschichte.

Wer die Reihen der parkenden Flugzeuge abschreitet, stößt alle paar Meter auf einen großen Namen: Bücker, Klemm, Bölkow, Yakowlew, Sokol, Luscombe, Jodel, Stinson, um nur einige zu nennen. Und natürlich immer wieder Überraschungsgäste, etwa die Messerschmitt Bf 108 aus Reichelsheim, die sich erstmals dem Publikum in ihrem neuen blauen Gewand zeigte.
Seinen Antrittsbesuch absolvierte auch ein Flugzeug, das wohl kaum jemand kennt: die Percival Pembroke. Wie der distinguierte Name vermuten lässt, stammt die Zweimot au dem Vereinigten Königreich. Zur Zeit des Kalten Krieges überflog sie, mit bis zu fünf Kameras im Rumpf, von Wildenrath aus einmal wöchentlich auf dem Weg nach Berlin das Territorium der DDR.

Ihr Tannheim-Debüt gaben auch die P3 Flyers aus der Schweiz. Die Schweizer zeigten, dass man sich mit der behäbig wirkenden Pilatus P3 sehr ästhetisch in Formation bewegen kann. In der Tat ist der ehemaligen Militärtrainer, wie Teamsprecherin Andréa Lindi erklärte, schwierig in der Formation zu fliegen. Fünf Mal 1575 Kilogramm sind in die Luft zu wuchten, bevor das Programm beginnen kann.

Eine ganze Menge Premieren und Überraschungen also bei der 2006er Edition von Tannkosh plus Teilnehmerrekord. Kein Wunder also, wenn sich die unermüdliche Mitorganisatorin Verena Dolderer, die während dieses Wochenendes niemals zu schlafen schien, noch Tage später wie berauscht fühlte von dem Großereignis: "Die Bilder von der Flightline sinken so langsam erst richtig ein, vor allem weil viele von uns jetzt erst anhand der Bilder sehen, wie der Platz von oben ausgesehen hat. Man bekommt eine Gänsehaut!"

Vielleicht war "Das ist der Wahnsinn" doch nur der zweithäufigste Satz, der an jenem Wochenende in Tannheim fiel. Der häufigste war wohl: "War super! Bis zum nächsten Mal!"
(MS)







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