14.10.2010
aerokurier

Weltflug Reiner Meutsch New Orleans - VicksburgWeltflug von Reiner Meutsch: Entlang des Mississippis

Reiner Meutsch und Arnim Stief haben bei ihrer Weltumrundung nun den Mississipi erreicht und sind ihm von der Mündung nach Norden gefolgt.

Reiner Meutsch berichtet in seinen eigenen Worten von den beiden nächsten Etappen der Weltumrundung: Während Arnim heute Vormittag zum Flugplatz fährt, um die Reparaturarbeiten an der  Piper Cheyenne fachkundig zu begleiten, machen Michael und ich einen Abstecher in den Louis Armstrong Park. Der Stadtpark ehrt namentlich den bekanntesten Einwohner New Orleans‘ und begrenzt das French Quarter von Norden her. Vor einer der Eingangspforten stellen wir jedoch fest, dass der Park wegen Bauarbeiten leider geschlossen ist. Kurzerhand steigen wir in die nächste Straßenbahn und gönnen uns eine kostengünstige Stadtrundfahrt. Unterwegs besuchen wir eine Gedenkstätte für die 1.100 Opfer des Hurrikans Katrina.
Es ist spätnachmittags, als ich den Auswanderer und Maler Jamie Hayes erneut in seiner Galerie besuche und ihn für die Radiosendung „Mein Abenteuer“ interviewe. Er erzählt von Begebenheiten aus seinem Leben und schildert eindringlich die schlimme Zeit während und nach dem Hurrikan 2005. Die Sendung wird Ende November in Deutschland auf RPR1. zu hören sein.
Fürs Abendessen suchen wir uns ein nettes Restaurant in der Frenchman Street. Laut Jamie zieht es hier vor allem Einheimische hin – er empfiehlt uns das „Adolfos“. Direkt nebenan spielt in der Bar „Spotted Cat“ eine Acht-Mann-Jazzband auf engstem Raum. Wir quetschen uns auch noch ins Publikum und sind schier begeistert. Sängerin Sarah hat Weltklasse und bringt die Stimmung zum Überkochen. Musikalisch fühlen wir uns in die 30er-Jahre versetzt. Mehr als 50 Leute passen nicht in den Raum, aber irgendwie ist trotzdem noch Platz für eine kleine, brechend volle Tanzfläche. Einfach grandios.
Morgen müssen wir diesen außergewöhnlichen Ort leider verlassen. Wir fliegen dann 165 Nautische Meilen entlang des Mississippi nach Vicksburg, einer Kleinstadt, die sich an diesen mächtigen Strom schmiegt. Die Flugzeit sollte rund eine Stunde betragen.

Der nächste Tag beginnt mit mehreren guten Nachrichten: Die Transponder in der Cheyenne funktionieren wieder zu 100 Prozent und so starten wir bei herrlichstem Flugwetter um 11 Uhr in New Orleans. Schon bald liegt der Mississippi unter uns. Mit seinen 3.778 Kilometern ist er einer der längsten Flüsse der Erde. Seinen Ursprung hat er im Lake Itasca im nördlichen Minnesota. Auf seinem Weg ins Mündungsgebiet am Golf von Mexiko, rund 160 Kilometer von New Orleans entfernt, durchquert er zehn Bundesstaaten der USA von Nord nach Süd. Wir fliegen in 2.500 Fuß auf Sicht entlang des Flusses. Unter uns ziehen unzählige Schiffe vorüber, und wir staunen über die gewaltige Breite des Mississippi. Kleine Orte liegen vereinzelt am Ufer. Fast unbemerkt vergeht eine Stunde und wir erreichen den Stadtflughafen von Vicksburg.
Nach der Landung stellt uns der freundliche Flughafenmanager Jeff kostenfrei ein Auto zur Verfügung, um in die Innenstadt zu fahren. Auf dem Weg kommen wir an einem alten, am Ufer vertäuten Schaufelraddampfer vorbei. Hier essen wir gut zu Mittag und genießen die Idylle.
Weiter geht es dann durch den Vicksburg National Military Park, der hervorragend angelegt und gepflegt ist. Über 500 Denkmäler verteilen sich über das Gelände, auf dem auch riesiger Soldatenfriedhof liegt. Vicksburg war während des amerikanischen Bürgerkriegs in den 1860er-Jahren aufgrund einer über den Mississippi verlaufenden Eisenbahnlinie und der direkten Flusslage von zentraler Bedeutung für die Truppen.
Auch im Stadtbild selbst sehen wir viele Denkmäler aus der damaligen Zeit und historische Gebäude. Fast fühle ich mich in die Kulisse des Filmklassikers „Vom Winde verweht“ versetzt. Für eine Nacht wohnen wir zwar nicht stilecht, dafür aber komfortabel und günstig im 3-Sterne Best Western Hotel.
Abends stehe ich am Flussufer im Bundesstaat Mississippi und blicke auf die gegenüberliegende Seite, die schon zu Louisiana gehört. In Gedanken bin ich bei meinem besten Freund Paul. Er ist wie ich im Westerwald zu Hause und betreibt dort die „Hammermühle“. Vielleicht schaffen wir es eines Tages, gemeinsam an diesem Fleckchen Erde zu sitzen und mit einem Bier anzustoßen – so, wie wir es uns schon oft ausgemalt haben. Lange können wir die Etappe nicht genießen, denn morgen geht die Reise weiter nach Memphis in Tennessee.

 




  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 12/2016

aerokurier
12/2016
23.11.2016

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Pilot Report Me 262
- Reise: Südwest-Frankreich
- Pilot Report Remos GXiS
- Trixy Spirit
- Flugzeug einmotten
- Ventus Generation 3
- Fliegen über der Kalahari

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt

aerokurier iPad-App