04.08.2010
aerokurier

Meutsch Weltflug Etappe 4Weltflug von Reiner Meutsch - das Finale

Reiner Meutsch und Arnim Stief sind auf dem letzten Teil ihres Weltfluges für die Fly & Help Stiftung unterwegs. Das Team ist seit Januar unterwegs, damals hob die Piper Cheyenne in Siegerland ab.

Reiner Meutsch Carlsbad

Start frei zum vierten Teil der Weltumrundung von Reiner Meutsch. Foto: Stiftung Reiner Meutsch  

 

Nach der Reise durch Afrika und Asien hat das Team Amerika erreicht. Entlang der US-Westküste geht es Richtung Mexico und Süramerika. Dann führt der Weg nach Florida und weiter entlang der US-Ostküste. Via Grönland ist schließlich die Rückkehr an die Homebase Siegerland geplant.

Reiner Meutsch berichtet über die Eindrücke der Etappe von Carlsbad nach Acapulco


Carlsbad (KCRQ) – 33° 7′ 19″ N, 117° 17′ 49″ W
Culiacán (MMCL) – 24°48 ′ 17.46 ″ N 107°23 ′ 07.79 ″ W
Acapulco (MMAA) – 16° 51′ 6″ N, 99° 54′ 35″ W
Distanz: 1386 NM

Flugzeit: 7,5 Stunden

Tag 116, 28. Juli 2010
Der Jetlag hält mich in seinem Bann. Seit vier Uhr morgens ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Ich stehe auf und gehe noch einmal den heutigen Flug durch. Das zeitige Frühstück im Motel ist nicht der Rede wert und so kaufen wir im Starbucks nebenan einige Sandwiches für unterwegs. Wir werden heute fast acht Stunden in der Luft sein und rund 2.500 Kilometer weit fliegen.

Zum Flughafen Carlsbad sind es nur zehn Minuten Fahrt. Wir haben also ausreichend Zeit, die Piper startklar zu machen. Aufgrund des dreiwöchigen Werftaufenthalts und des Einbaus neuer Höhenmesser inspizieren Arnim und ich das Flugzeug besonders akribisch. Jeder Handgriff an der Piper Cheyenne ist mir vertraut, fast als hätte es keine Reisepause gegeben. Das Flugzeug ist uns mittlerweile ein treuer Begleiter geworden. Und dann ist es endlich wieder soweit: Wir heben Richtung Süden ab und überfliegen nach nur zehn Minuten die mexikanische Grenze. Mit einer Gesamtfläche von fast zwei Millionen Quadratkilometern ist Mexiko das fünftgrößte Land des amerikanischen Kontinents.

Kurze Zeit später erreichen wir die Sierra Madre, das Hochland in 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Allein der wohlklingende Name dieser Landschaft weckt Erinnerungen an Filme und Melodien in mir. Eine Vielzahl vulkanischer Kegel und Krater liegt unter uns. Wir überfliegen die Bruchstufenzone, an der das Hochland bis zu 1.000 Meter tief zum Río Balsas abfällt.

In der Ferne zeigen sich die Umrisse der höchsten Erhebungen des Landes am Transmexikanischen Vulkangürtel. Dazu zählt der höchste Berg Mexikos, der Citlaltépetl (5.636 Meter) und der noch aktive Vulkan Popocatépetl (5.462 Meter). Das Wetter ist einfach perfekt und bietet uns eine grandiose Sicht.

Auf gut der Hälfte unserer heutigen Tagesetappe landen wir nach vier Stunden zum Tanken in Culiacán. Schon beim Landeanflug spüren wir die Hitze: Außentemperatur 36 Grad. Das Betanken geht zügig und der Tankwart fragt, ob ich eine Rechnung brauche. Mit Rechnung kostet der Liter Jet-A 1 exakt 50 Cent, ohne 25 Cent. Da ich keinen Nachweis benötige, erhalten wir 1.100 Liter Sprit für unglaubliche 275 Euro. Indes gewinnt meine Tochter Jessina auf Anhieb alle Sympathien, denn sie spricht fließend Spanisch.

Unser nächstes Ziel ist die mexikanische Metropole Acapulco. Doch zuvor überfliegen wir noch die Stadt Guadalajara im westlichen Hochland. Die Landschaft unter uns ist abwechslungsreich. Mal zeigt sie sich karg und eintönig, dann folgt bergiges Gelände, aufgebrochen von grünen Flächen mit traumhaften Seen. In Küstennähe blicken wir rechter Hand auf den endlos langen Sandstrand.

Nach dreieinhalb Stunden ist Acapulco erreicht. Vor vielen Jahren, ich war gerade 20, wollte ich schon hier her kommen. Daraus ist bis zum heutigen Tag nichts geworden, aber jetzt sitze ich im Cockpit der Piper, bereit zum Landeanflug auf die Stadt. Das Funkenglisch der Lotsen ist eher schlecht und ich habe meine liebe Mühe. Beim Landeanflug offenbart sich zudem, dass die letzte Hälfte der Bahn von einem heftigen Regenschauer heimgesucht wurde. Ein plötzliches Tropengewitter, das so schnell vorüber zog wie es aufkam, hat alles unter Wasser gesetzt.

Etwa 15 Minuten vom Flughafen entfernt liegt unsere Unterkunft, das 3-Sterne-Hotel Playa Suite, direkt am feinen Sandstrand von El Morro. Der Preisvergleich vorab übers Internet hat sich in diesem Fall wieder einmal gelohnt, denn die Preisspanne für ein Zimmer mit Frühstück liegt zwischen 60 und 220 US-Dollar.

Bei 32 Grad um 23 Uhr abends lassen wir den Tag in einem mexikanischen Restaurant ausklingen und schauen dem bunten Treiben zu. Morgen erkunden wir die Stadt und machen auch einen Abstecher zu den Clavadistas, den Klippenspringern von Acapulco.


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