09.06.2010
aerokurier

Meutsch Ambon - DavaoWeltflug von Reiner Meutsch - Ambon - Davao

Reiner Meutsch und Arnim Stief machen sich mit ihrer Piper Cheyenne auf den Weg von Ambon nach Davao.

Reiner Meutsch schildert die Flugetappe für die Leser von aerokurier.de

Ambon (WAPP) – 3° 40′ 0″ S, 128° 10′ 0″ E
Davao City (RPMD) – 7°4′ 20″ N, 125° 36′ 25″ E
Distanz: 721 NM
Flugzeit: 3,5 Stunden

Tag 83, 04. Juni 2010
Noch lange haben wir gestern Abend bei warmem Wetter auf der Terrasse des Aston Hotels in Ambon gesessen und Fliegergeschichten ausgetauscht. Heute Morgen ging es dann pünktlich zurück zum Flughafen. Leider habe ich während der 45 Minuten Fahrt nicht die Gelegenheit, mit unserem Taxifahrer über Land und Leute ins Gespräch zu kommen, da er kein Englisch versteht und ich nicht seine Muttersprache. So lassen wir einfach die grüne, vom täglichen Regenschauer sehr fruchtbare, Landschaft an uns vorbeiziehen und hängen jeder seinen eigenen Gedanken nach. Trotz unseres nur sehr kurzen Aufenthaltes war oftmals deutlich zu spüren, wie sich Muslime und Christen aus dem Weg gehen – im Hotel, auf der Straße und am Flugplatz.

Am Platz angekommen, gibt mir Handlingagent Rendy (25 Jahre) die Rechnung über die Landegebühr (88 US-$), Abstellgebühr (67 US-$), Quarantänekontrolle (50 US-$), Emigration und Zoll (75 US-$) sowie sein Handling (200 US-$). Da mir dies doch recht viel erscheint, gehen wir beide alles noch einmal im Detail durch und schauen auch in die indonesische Gebührenordnung. Aus 88 US-$ Landegebühr werden danach 17 US-$ und aus den 67 US-$ fürs Abstellen letztendlich nur 9,87 US-$. Die Zollgebühren entfallen ganz und so einigen wir uns auf 100 US-$ insgesamt. Rendy ist verständlicherweise nicht ganz zufrieden, weil er falsch abgerechnet hat und sich damit auch seine eigenen Handlingkosten minimiert haben. Er bedankt sich trotzdem für unseren Besuch und verspricht, zukünftig gewissenhafter zu arbeiten. Nun gut, sei es drum. Der Sprit jedenfalls war von Anfang an günstig (JET-A-1 für  0,65 € pro Liter).

Kurz nach dem Start haben wir wunderbar klare Sicht auf viele, teilweise sehr kleine Inseln der Molukken. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht ziehen sie unter uns vorbei: die Obi-Inseln, Halmahera, Morotai, die Sangihe-Inseln und die Talaud-Inseln. Ein leichtes Tropengewitter, das auftritt kurz bevor es über den Äquator geht, meistere ich ohne Probleme. Nördlich von Sulawesi fliegen wir über die Celebessee und erreichen nach dreieinhalb Stunden die Philippinen. Im Landeanflug sehen wir auch hier zahlreiche winzige, nur teilweise bewohnte Inseln. Fischer kreuzen auf traditionellen Einbaumbooten im indischen Ozean, um mit dem Tagesfang die Familien zu ernähren.

Wir landen im Süden der Philippinen, in der 1,3 Millionen-Einwohner-Metropole Davao City. Schätzungsweise 88 Millionen Menschen leben insgesamt auf dem Archipel im westlichen pazifischen Ozean. Von über 7.000 Inseln sollen nur annähernd 880 bewohnt sein.

Arnim freut sich heute ganz besonders auf den Landgang, denn er hat drei Jahre hier gelebt und war als selbständiger Pilot tätig. Seine Ehefrau Marissa ist auf den Philippinen geboren.

Über ein Onlineportal haben wir kurzfristig ein passendes Hotel gebucht (40 € pro Zimmer inkl. Frühstück). Wir werden sind mit der Wahl sehr zufrieden. Nach dem Check-in erfährt Arnim, dass Marissa´s Flug in Abu Dhabi 17 Stunden Verspätung hat und niemand genau weiß, wann sie in Davao ankommen wird. Arnim ist etwas geknickt und läuft unruhig auf und ab.

Morgen werden wir einige Schulen und Heime in der Stadt besuchen und in Erfahrung bringen, ob und in welcher Form die FLY & HELP-Stiftung Hilfe beisteuern kann. Wenn es die Zeit zulässt, wollen wir auch ein Stück ins Umland herausfahren.




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