01.07.2010
aerokurier

Fly & Help: San Francisco Las VegasReiner Meutsch erreicht Las Vegas bei Weltflug

Von der US-Pazifikküste aus nimmt die Fly&Help-Crew Kurs auf Las Vegas.

Reiner Meutsch schildert seine Reiseeindrücke für die Leser von aerokurier.de

San Francisco (KSQL) – 37° 46′ 45.48″ N, 122° 25′ 9.12″ W
Lone Pine (KO26) – 36° 35′ 11″ N, 118° 4′ 14″ W
Las Vegas (KLAX) – 36° 10′ 30″ N, 115° 8′ 11″ W
Distanz: 364 NM
Flugzeit: 2,5 Stunden

Tag 108, 28. Juni 2010
Nachdem sich der Morgennebel so gut wie aufgelöst hat, strahlt der Himmel über San Francisco wieder azurblau. Bei besten Wetterbedingungen starten wir um 11.00 Uhr und blicken linkerhand noch einmal auf die Stadt. Direkt unter uns liegt die Gefängnisinsel Alcatraz und vor uns die Golden Gate Bridge, an der sich auch die letzten Reste des Seenebels verziehen. Wie gestern schon spekuliert, haben wir tatsächlich eine Genehmigung bekommen, in 400 Metern Höhe über der Brücke zu kreisen. Einfach fantastisch! Ich denke an Onkel Willi und seinen glücklichsten Moment auf dem Motorrad unterwegs auf dieser Brücke. Arnim filmt und fotografiert und ich koste jede Minute dieses Fluges aus. Eine Aussicht und ein Gefühl, das sich ganz bestimmt für ewig einprägen wird.

Anschließend führt uns der Flug entlang der wohl berühmtesten Küstenstraße der Welt: der Pacific Coast Highway No. 1 gen Süden. Die Straße ist ein Meisterwerk. Auf der einen Seite die steilen Hügel und Felsen und auf der anderen Seite der Pazifik. Dann folgen unter uns Monterey und Carmel by the Sea, ein Ort, in dem Clint Eastwood mal Bürgermeister war! Auch einer der berühmtesten Golfplätze der Welt zieht vorbei, der Pebble Beach. Mein ehemaliger Partner von Berge & Meer, Klaus Scheyer, schwärmte immer von diesem Platz.

Dann drehen wir Richtung Osten ab und die Landschaft wird merklich karger. Wir müssen steigen, denn vor uns erhebt sich einer der höchsten Berge der USA, der Mount Whitney. Er liegt mitten in den Rocky Mountains in der Sierra Nevada und ist fast 4.500 Meter hoch. Knapp über den Gipfel hinweg steuere ich die Piper Cheyenne und fliege in ein Tal direkt hinter der Bergkette. Zahlreiche Wild-West-Filme, viele davon mit John Wayne, wurden hier schon gedreht. Das Örtchen Lone Pine haben wir für einen Zwischenstopp ausgewählt. Es ist trockenheiß bei 43 Grad, kein Lüftchen geht. Ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert dient als „Tower“ und Lisa von der  Flugleitung empfängt uns. Ihr Job ist relativ ruhig, denn es landen nur rund zwei Flugzeuge pro Woche. Lisa ist so freundlich, uns ihr Auto für eine Erkundungsfahrt in die Stadt zu leihen. Wir kommen vorbei an rustikalen Saloons, vielen Erinnerungen an die gute alte Zeit und urigen Typen. Auch wir kehren in einen Saloon ein und sind beeindruckt von der Dekoration. Ein Colt an der Wand sei ein beliebtes Ausstellungsstück, bekommen wir auf unsere fragenden Blicke zu hören. Die Einheimischen sind sehr aufgeschlossen und so kommen wir schnell ins Gespräch. Geschichten von Dreharbeiten, Filmcrews und dem verehrten John Wayne machen die Runde.

Kurz vor 18.00 Uhr geben wir Lisa die Autoschlüssel zurück, verabschieden uns und heben ab Richtung Las Vegas. Unter uns erstreckt sich das Death Valley, eine der trockensten Regionen der Erde, wo es oft über 50 Grad heiß werden kann. Nach nur 15 Minuten taucht das Spielerparadies Las Vegas, die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada, vor uns auf. Wir landen auf dem Excecutive-Flugplatz direkt am Stadtrand.

Während der kurzen Taxifahrt in die Stadt ziehen an uns die gigantisch großen Hoteltempel vorbei: MGM, Treasure Island, Luxor, Wynn, Mirage, Bellagio, Caesars Palace. Und dann stehen wir vor dem Venetian – ein Haus der Superlative, das für ein paar Tage unsere Unterkunft sein wird. Im Hotel befindet sich im zweiten Stock eine Halle, die dem Markusplatz (Piazza San Marco) in Venedig nachempfunden ist. Arnim und ich sitzen auf dem Balkon eines Restaurants, unter uns fährt eine Gondel und der Steuermann singt „O solo mio“. Über uns der Himmel mit vorbeiziehenden kleinen Wölkchen. Eine fast perfekte Täuschung, sodass man für einen Moment vergisst in der riesigen Halle eines Hotels zu sitzen.

Las Vegas, spanisch für „Die Auen“ oder „Die Wiesen“, ist natürlich vor allen aufgrund seiner Kasinos und der vielen Show-Attraktionen bekannt. Auf die etwa zwei Millionen Einwohner kommen rund 39 Millionen Touristen pro Jahr. Sie spülen enorm viel Geld in die Kassen, wovon zwar einiges auf den Umsatz aus den Kasinos entfällt, aber der Löwenanteil mit Eintrittskarten für Shows und Urlaubsmitbringsel entfällt. Große Künstler wie Elvis Presley, Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Dean Martin, Céline Dion, Johnny Cash, Elton John und die Deutschen Siegfried und Roy haben zum Ruhm der Stadt beigetragen. Unbedingt zu erwähnen sind auch die vielen Hochzeitskapellen an jeder Ecke. Dank lockerer Eheschließungsgesetze des Staates Nevada läuten die Hochzeitsglocken – meist vom Band – recht oft am Tag. Zuletzt war ich im November 2001 mit 800 Hörern von Radio-RPR in Las Vegas. Mit dabei waren damals Heino und Hannelore sowie meine Freunde Walter Thul und Normann Schneider.

Morgen rufe ich Siegfried und Roy an, vielleicht klappt es mit einem Treffen. Unsere letzte Begegnung ist mir noch sehr gut in Erinnerung und ich würde mich freuen, die beiden wieder einmal persönlich begrüßen zu können.




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