22.03.2010
aerokurier

Reiner Meutsch Ras al Khaiman - AhmedabadReiner Meutsch erreicht bei seinem Weltflug Ahmedabad in Indien

Das Team des Fly&Help Weltfluges hat zum Auftakt der zweiten Reiseetappe die indische Stadt Ahmedabad erreicht. Rund 4,5 Stunden dauerte der Flug von Ras Al Khaimah dorthin.

Meutsch Tempel Indien

Reiner Meutsch und Arnim Stief von einem Tempel im indischen Ahmedabad. Foto: Fly & Help / Stiftung Reiner Meutsch  

 

Reiner Meutsch schildert seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de

Die Etappe in Zahlen

Ras Al Khaimah (OMRK) – 25° 48′ 0″ N, 55° 58′ 0″ E
Ahmedabad (VAAH) – 22° 58′ 30″ N, 72° 35′ 30″ E
Distanz: 960 NM
Flugzeit: 4,5 Stunden

36. Tag, 19. März 2010
Nach der späten Ankunft gestern lassen wir es heute ruhig angehen und verbringen etwas Zeit am Strand des Hotels in Ras Al Khaimah. Die Hafenstadt dieses kleinen Emirats liegt an der Straße von Hormus. Ähnlich wie in Dubai vollzieht sich hier eine rasante wirtschaftliche Entwicklung. Erste Hochhäuser stehen kurz vor der Fertigstellung – Shoppingcenter, prachtvolle Bauten und Hotels sind untrügliche Anzeichen dafür, dass es an allen Ecken boomt.

Am Abend treffen wir an der Hotelbar Rudi, Speditionskaufmann aus München. Wir erzählen ihm von unserem Vorhaben und freudig erzählt er von einer Radiosendung, die er an einem Sonntag vor zwei Wochen in Mainz gehört hatte. Darin ging es um zwei Piloten, die von einer ähnlichen Reise berichteten. Da er selbst Hobbypilot ist, hat er die Sendung drei Stunden lang gebannt verfolgt. Er staunt nicht schlecht, als es ihm dämmert, dass er den beiden Weltumfliegern aus eben dieser Radiosendung (Mein Abenteuer von RPR1) gegenüber sitzt. Zufälle gibt’s!

37. Tag, 20. März 2010
Es ist Samstag und wir stehen um sechs Uhr auf, denn vor uns liegt ein langer Flug. Der Flughafen des kleinen Emirates ist leer und so geht die Abwicklung schnell voran. Wir tanken die Piper auf – das Kerosin ist mit 45 Cent pro Liter billig. Bei 35 Grad heben wir um 10 Uhr von der Startbahn nach Osten Richtung Iran ab. Unser Flug geht zunächst eine Stunde entlang der Küste des Golfs von Oman. An der Makran-Küste erreichen wir Pakistan.

Nach zwei Stunden erreichen wir die Millionenmetropole Karatschi. Der Funkverkehr ist heftig, aber die Lotsen sind freundlich und wir bekommen eine Freigabe für den direkten Weg nach Ahmedabad (Indien). Hier im Nordwesten Indiens liegt die Landschaft grün und fruchtbar unter uns. Ich deaktiviere den Autopilot und fliege bei ruhiger Luft händisch. Fast 2.000 Kilometer Strecke liegen nun hinter uns.

Nach der Landung wird Arnim von den Flughafenmitarbeitern herzlich empfangen und kräftig umarmt. Man kennt sich, denn Arnim hat hier schon einige Male auf dem Weg von Europa nach Asien Station gemacht, als er für Kunden einmotorige Flugzeuge überführte. Wir fühlen uns sehr wohl und gut betreut. So werden aus geplanten fünf Stunden Einreiseformalitäten (über zehn Formulare müssen ausfüllt werden) nur 90 Minuten. Wo es nur geht werden wir unterstützt und kommen nebenbei locker ins Gespräch: ein toller Empfang.

Auf der Fahrt vom Flughafen zum Sarovar Portico Hotel besprechen wir den morgigen Tag. Gern wollen wir die Altstadt und die Umgebung dieser historischen Stadt erkunden, von wo aus Mahatma Gandhi seinen Salzmarsch begonnen hat. Der Unabhängigkeitskämpfer machte sich 1930 auf den Weg an das fast 400 Kilometer entfernte Arabische Meer, um Salzkörner aufzuheben und damit gegen das britische Salzmonopol zu demonstrieren.

Mittlerweile ist es 23 Uhr und noch immer drückt die Hitze bei über 30 Grad.

38. Tag, 21. März 2010
Für heute haben wir uns viel vorgenommen und als erstes mieten wir ein Auto mit Fahrer (für fünf Stunden kann man mit 18 Euro rechnen). Sidi Nandu ist 26 Jahre alt und freut sich uns seine Stadt zu zeigen.

Ahmedabad ist eine Millionenmetropole. Zuerst fährt uns Sidi zum Mahatma-Gandhi-Ashram (Sabarmati-Ashram), sein ehemaliger Wohnsitz und ein Ort der Spiritualität und Meditation. Im Hathisingh Ki Wadi Tempel nehmen wir an einer Familienfeier teil und besichtigen den Dada Hari Vav, einen teilweise 100 Meter unter der Erde liegenden Treppenbrunnen, bewacht von Hunderten von Affen. Auch vom aus Sandstein gebauten Tempel Akshardham sind wir beeindruckt.

Morgen machen wir uns auf den Weg nach Chennai im Süden Indiens, um das zweite FYL & HELP Hilfsprojekt auf der Weltumrundung zu erreichen.




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