26.04.2010
aerokurier

Fly Help Finale AustralienFly & Help: Zweiter Teil des Weltfluges endet in Brisbane

Im australischen Brisbane endete der zweite Teil von Reiner Meutschs Weltflug für Fly & Help. Ende Mai geht es von dort aus weiter.

Reiner Meutsch schildert seine Eindrücke von der letzten Etappe des zweiten Teils: 

Sydney (YSBK) – 33° 51′ 0″ S, 151° 12′ 0″ E
Brisbane (YBAF) – 27° 28′ 0″ S, 153° 2′ 0″ E
Distanz: 500 NM
Flugzeit: 2,5 Stunden

Tag 70, 22. April 2010
Auch heute ist das Wetter in Sydney wieder erstklassig und so beschließen Arnim und ich, den Weiterflug nach Brisbane erst nachmittags anzutreten. Aufs Neue erkunden wir die Stadt zu Fuß, bevor wir dann mit einem Taxi zum Stadtflughafen Bankstown fahren. Die Flugbewegungen hier sind heftig: Binnen fünf Minuten zähle ich 24 Starts und Landungen. Wir sind also gewarnt, beim Start besonders aufzupassen.

Als wir uns auf den Abflug vorbereiten, fragen, wir „Ground“ ob die Möglichkeit besteht, nach dem Start über die 15 Kilometer entfernt liegende Sydney Opera fliegen zu dürfen: „Negativ, Sir“, ist die Antwort. Der Luftraum über der Stadt sei heute komplett für die General Aviation gesperrt. Arnim fragt zur Sicherheit auch auf der „Tower-Frequenz“ nach, aber wieder erhalten wir nur eine Absage.

Nach dem Start in Richtung Norden fragt Arnim nochmals auf der „Center-Frequenz“ mit dem Hinweis, dass wir Earthrounders sind: „Stand by“, kommt aus dem Funk. Dann die Aufforderung, auf 60 Grad und etwas später auf 110 Grad Richtung Harbour Bridge zu fliegen. Ich kann es nicht fassen, wir erhalten eine Ausnahmegenehmigung. „Report when Harbour Bridge insight“, meldet sich der Fluglotse abschließend zurück.

Das Überflugverbot wurde für acht Minuten aufgehoben und wir haben die Ehre, über dem Opernhaus, der Harbour Bridge und der Innenstadt Sydneys unsere Kreise zu ziehen. Einfach spektakulär! Zwei Vollkreise sind uns gestattet, Arnim fotografiert was das Zeug hält, Paul filmt für n-tv und ich genieße jede Sekunde. Die Landeklappen sind auf 45 Grad herausgefahren, ich nehme die Speed auf 130 Knoten zurück, so dass unsere Piper stabil in der Luft liegt. Wer auch immer dies ermöglicht hat: Tausend Dank dafür!

Unter VFR-Bedingungen (Sichtflug-Bedingungen) folgen wir dann wie geplant der Küstenlinie gen Norden. So schön hatte ich mir die Ostküste bei weitem nicht vorgestellt. Die Gold Coast ist Australiens Antwort auf Hawaii, Südsee und Neuseeland in einem. Das Hinterland ähnelt der Filmkulisse aus „Herr der Ringe“, die Strände erinnern an Szenen aus dem Film „Meuterei auf der Bounty“ und die Farbe des Wassers leuchtet karibisch-blau.

Wir haben Queensland erreicht und erhalten die Genehmigung, teilweise 500 Fuß (170 Meter) tief über Grund zu fliegen. Die Dünenlandschaft erinnert mich an Sylt, nur hat hier alles gigantische Ausmaße. Verstreut liegen dazwischen immer wieder kleine Ortschaften direkt am Meer. Auch die Ausläufer der Nationalparks reichen bis zur Küste.

Unter uns zig Urlaubsparadiese: Newcastle, Forster, Port Macquarie, Coffs Harbour und und und … Kleine Inseln sind dem Land vorgelagert und oftmals warnt der Leuchtturm vor den steilen Küsten.

Knapp drei Stunden dauert der Flug nun schon und ich wünschte, er würde nie enden. Wir drehen nebenher fürs Fernsehen und machen viele Erinnerungsfotos, denn ich möchte die Daheimgebliebenen später mit auf die FYL & HELP-Weltreise nehmen.

Vom  Archerfield  Tower, auf dem Stadtflughafen von Brisbane, erhalten wir nach unserer Meldung eine sofortige Landefreigabe. Für Piloten ist das Fliegen in Australien wirklich ein Traum. Wir sind froh, dies alles mit der Piper Cheyenne erleben zu dürfen.

Brisbane liegt nur wenige Kilometer vom Pazifik entfernt direkt am Brisbane River. Die Stadt ist von grünen Hügeln und kleinen Bergen umgeben, wie zum Beispiel dem Mount Coot-tha und Mount Gravatt. Knapp zwei Millionen Einwohner leben hier. Ich kenne Brisbane bisher nur aus den Erzählungen der Freunde meiner Töchter, beide haben hier einige Semester studiert. Ein wahrhaft schönes Fleckchen Erde.

Die Temperatur ist mit 26 Grad angenehm warm und es ist etwas feuchter als in Sydney. Vom Flughafen geht es wie immer direkt ins Hotel: Sachen abstellen, Luft holen und dann ein erster Erkundungsrundgang. Da wir heute erst am Nachmittag gestartet sind, treffen wir uns jetzt am Abend zuerst mit Martin Kendall. Der 43-Jährige ist General Manager des Hilton Hotels, in dem wir für die nächsten zwei Nächte untergekommen sind, und gibt uns wertvolle Tipps für den morgigen Tag. Das Hotel liegt direkt an der Haupteinkaufsstraße von Brisbane, der Queen Street und von meinem Zimmer (Nummer 1707) habe ich einen genialen Blick auf die Innenstadt.

Morgen wollen wir ins Queensland Maritime Museum gehen, in einen der tollen Parks und natürlich an die Lagune und die Story Bridge.

Die zweite Etappe geht nun zu Ende. Zwei Kontinente haben wir überflogen, 20.000 Kilometer zurückgelegt und zwei weitere FLY & HELP-Hilfsprojekte besucht. Es war eine faszinierende, einmalig schöne Zeit.

Mit dem Linienflieger geht es am Wochenende zurück nach Deutschland. Mein Freund Paul ist traurig, denn für ihn ist die Tour hier zu Ende. Aber Arnim und ich starten am 25. Mai zur dritten Etappe. Diesmal führt uns die Route über den Norden Australiens nach Papua Neuguinea, Indonesien, die Philippinen und weiter über Taiwan, Japan, Russland, die Aleuten, Alaska und Kanada bis an die Westküste der USA.




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