09.04.2010
aerokurier

Reiner Meutsch Singapur - CilacapFly & Help: Von Singapur nach Cilacap

Das Fly & Help Team ist derzeit im größten Inselreich der Welt unterwegs. Die Piper Cheyenne mit Reiner Meutsch und Arnim Stief steuert von Singapur als zunächst Bandung und dann Cilacap in Indonesien an.

Reiner Meutsch schildert seine Impressionen für die Leser von aerokurier.de

Singapur (WSSL) – 1° 17′ 0″ N, 103° 50′ 0″ E
Bandung (WICC) - 6° 55′ S, 107° 36′ O
Cilacap (WHIL) - 7° 44′ S, 109° 0′ O
Distanz: 910 NM
Flugdauer: 4 Stunden (2 Landungen)

Landung auf einem Dschungelflughafen

Tag 51, 03.April 2010
Heute heißt es Abschied nehmen von Singapur – und das bereits sehr früh am Morgen. Da uns tropisches Wetter erwartet, starten wir schon um 8.30 Uhr von Singapur. Der Flug führt uns über Sumatra nach Java, wo wir unser nächstes FLY & HELP-Hilfsprojekt besuchen.

Der Überflug in 9.000 Fuß über Sumatra ist grandios – dichter Dschungel, wilde Flüsse und riesige Vulkane liegen unter uns. Dafür sehen wir so gut wie keine Menschenansiedlungen. Jedoch sollen hier noch eine Vielzahl von den vom Aussterben bedrohten Orang Utans leben. Wir können diese wunderbare Aussicht entspannt genießen, denn der Flug ist heute sehr ruhig. Es herrscht klare Sicht und ruhige Luft. Wenn wir links und rechts aus den Fenstern schauen, sehen wir das vorhergesagte Schlechtwettergebiet, aber es kreuzt zum Glück nie unsere vorgegebene IFR Flugstrecke (IFR steht für Instrumentenflugregeln).

Indonesien ist der größte Inselstaat der Welt und setzt sich aus über 13.700 größeren und kleineren Inseln zusammen. Wir überfliegen Hunderte davon. Und zum dritten Mal während unserer Weltumrundung überqueren wir den Äquator.

Nach rund zwei Stunden Flugzeit erreichen wir Java mit seinen 100 Vulkanen, von den noch 25 aktiv sind. Die Berge bäumen sich in bis zu drei Kilometer Höhe vor uns auf. Java ist eine der vier Hauptinseln Indonesiens. Von den ca. 240 Millionen Einwohnern Indonesiens leben rund 60 Prozent auf Java. Sie ist mit über 1.000 Kilometer Länge und 200 Kilometer Breite eine der größten Inseln im Indischen Ozean. Der erste Eindruck aus der Luft: Urwüchsig, aber doch sehr dicht besiedelt, grün und feucht. Die Regenzeit hat nämlich gerade aufgehört und überall dampft es noch.

Wir landen auf dem Flughafen Bandung (Indonesisch: Kota Kembang) im Westen Javas. Doch das ist nur ein letzter kleiner Zwischenstopp: Hier erledigen wir unsere Einreiseformalitäten für Indonesien und müssen tanken, da unser Zielflughafen Cilacap in Zentraljava kein Sprit hat. Ich handle um einen niedrigen Spritpreis - bei 50 Euro-Cent ist Schluss, das ist ein sehr guter Preis.

Der anschließende Flug nach Cilacap dauert nur 35 Minuten. Der Flugplatz liegt versteckt hinter hohen Dschungelbäumen. Ich fliege dicht über das Gebiet und Arnim sieht zu unserem Erstaunen nicht nur den Windsack, der uns die Windrichtung angibt, sondern auch etliche Menschen auf der Landebahn. Unser Motorengeräusch vertreibt sie von der Bahn. Doch ich bin trotzdem sehr angespannt: Vor dem Aufsetzpunkt stehen hohe Bäume und wir haben 25 Knoten Seitenwind. Die Piper Cheyenne ist jedoch ein gutmütiges und tolles Flugzeug. Sie lässt sich super fliegen und so schaffen wir auch diese Landung ohne Probleme.

Wir sind auf der zweiten Etappe beim dritten von fünf Schulprojekten während unserer Weltumrundung angelangt. Ich bin wieder sehr gespannt, was uns erwartet. Wir unterstützen mit FLY & HELP den Ausbau einer Trinkwasseranlage und fördern die Hygieneerziehung.

Am Behelfstower steht eine kleine Empfangsdelegation. Wir sehen indonesische und deutsche Fahnen – Mike Alsdorf von der Kinderhilfe Indonesien e.V. aus Elsterwerda führt die Gruppe an. Er kümmert sich vor Ort um die Umsetzung der Projekte. Wir sehen uns das erste Mal und begrüßen uns wie alte Freunde. Sein Vater Bernd ist mit ihm angereist.

Untergebracht sind wir im 3-Sterne-Hotel Dynasty, das in der Stadt Purwokerto liegt, die ungefähr 60 Kilometer von unserem Schulprojekt entfernt ist.


Tag 52, 04.April 2010
Vor jeder Tür liegt heute am Ostersonntag ein Osterei mit kleinen Überraschungen drin. Mike hat das organisiert. Die Einwohner Javas feiern alle Feiertage der drei großen Religionen: Islam (87%), Christentum (9%) und Hinduismus (2%). Das restliche eine Prozent verteilt sich auf rund 200 Glaubensgruppen.

Und wie es der Zufall will: Heute findet in unserer Stadt Purwokerto, das im Landesinneren der Insel liegt, ein großes Kulturfest statt. Rund 200.000 Menschen säumen die Straßen. Wir bekommen Logenstehplätze und erleben während des Straßenumzuges traditionelle Musik und Tanzgruppen von den 200 Volksstämmen der Insel. Auch Papua Neu Guinea, Bali und Sumatra sind mit Gastgruppen vertreten. Die Stimmung ist einmalig.

Die Sonne scheint und es sind 32 Grad. Während Andreas filmt und Arnim fotografiert, bin ich permanent in Gesprächen verwickelt. Was für ein toller Tag. Java ist wunderschön.




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