04.04.2010
aerokurier

Reiner Meutsch Hua Hin - SingapurFly & Help: Von Hua Hin nach Singapur

Auf dem Weg durch Südostasien hat Reiner Meutsch Hua Hin verlassen und Singapur erreicht. In dem südostasiatischen Inselstaat landet er auf dem Stadtflughafen Seletar.

Reiner Meutsch schildert seine Impressionen für die Leser von aerokurier.de

Hua Hin (VTPH) – 12° 34′ 7″ N, 99° 57′ 28″ E
Singapur (WSSL) – 1° 17′ 0″ N, 103° 50′ 0″ E
Distanz: 820 NM
Flugdauer: 4 Stunden

Gewitter über Singapur
Eine Stadt zwischen Disney World und Future Land

49. Tag, 01. April 2010
Die Nacht ist wie die vorhergehende unruhig. Ich schlafe schlecht und wache jede Stunde mindestens einmal auf. Vielleicht liegt es an den vielen Tabletten, die ich aufgrund der Infektion vom Arzt bekommen habe.

Heute, am Gründonnerstag, geht’s von Hua Hin nach Singapur und die bislang günstigsten Handling- und Flughafenkosten erwarten uns. Für fünf Tage bezahlen wir nur 80 Euro an Stand- und Flughafengebühr inklusive aller Steuern und der Sprit kostet gerade mal 50 Cent pro Liter. Ein wahres Schlaraffenland für Piloten! Wie überall in Thailand begegnen uns auch hier wieder äußerst freundliche Menschen.

Unser heutiges Ziel Singapur ist circa 1.400 Kilometer von Hua Hin entfernt, sodass wir mit knapp vier Stunden Flugzeit rechnen. In 8.000 Fuß Höhe fliegen wir die Strecke entlang der malaiischen Traumküste mit Blick auf das tiefblaue Meer und viele kleine Inselgruppen. Eine atemberaubend schöne Landschaft liegt unter uns. Immer wieder wechselt sich auch dichter Dschungel mit hohen Bergen ab.

Über Singapur ist der Funkverkehr einfach unglaublich – ununterbrochen wird gesprochen. Die Lotsen müssen vier Flughäfen gleichzeitig kontrollieren. Hinzu kommt, dass viele der Maschinen den nördlich der Stadt stehenden Gewittern ausweichen wollen, die sich bis zu zehn Kilometer hoch auftürmen. Wir haben Glück, denn die Gewitter liegen entweder rechts oder links von uns.

Der Anflug auf die 1,5 Kilometer lange Landebahn des Stadtflughafens Singapore Seletar ist anspruchsvoll, da der Platz inmitten der gigantischen Metropole liegt. Ich muss den Downwind (seitlich der Landebahn), die Base (quer zur Landebahn) und das Final (Endteil) zu 100 Prozent genau fliegen. Die Häuser sind erschreckend nah und es regnet leicht bei tropischen 35 Grad. Ich bekomme die Piper punktgenau zum Stehen und bin heilfroh. 

Die anschließende Abwicklung durch Universal Singapore ist phantastisch. Wir kommen mit den Mitarbeitern ins Gespräch und erzählen von FLY & HELP. Kurzerhand möchte man unsere Hilfsaktion unterstützen und berechnet keine Abfertigungsgebühr – normalerweise fallen circa 700 Euro an! Einfach grandios.

Singapur bedeutet übersetzt soviel wie Löwenstadt. In der wohl saubersten Stadt der Welt leben 4,5 Millionen Einwohner. Vieles ist reglementiert, so wird unachtsames Wegwerfen von Müll hart geahndet. Auch die Todesstrafe gibt es noch.

Vom Flughafen aus machen wir uns auf den Weg in das schöne Swisshotel Merchant Court, wo uns General Manager Rainer Tenius schon erwartet. Der Rheinländer ist äußerst sympathisch und vermag uns unterhaltsam „sein“ Singapur näher zu bringen. Von der Weltumrundung hat er aus dem Internet erfahren und sich entschlossen, uns mit einem kostenfreien Aufenthalt in seinem Haus zu unterstützen. Eine tolle Geste.

Beim ersten Erkundungsgang rund um das Hotel am Singapore River stelle ich fest, dass es wirklich ideal liegt  – direkt neben dem Clarke Quay mit seinen bestimmt hundert Restaurants, Karaoke-Bars und vielen Geschäften. Musikbands wohin man schaut: jung, bunt, schrill und unkonventionell. Es ist 21 Uhr, angenehm warm (30 Grad), der Vollmond scheint und alle Menschen auf der Straße sind gut drauf. Schöner kann der Empfang nicht sein. Ich bin zum ersten Mal hier und es übertrifft meine Vorstellungen bei weitem.

Um 23 Uhr liege ich im Bett und denke an zu Hause. Mein Zimmer mit der Nummer 390 liegt oberhalb der Brücke über den Singapore River. Der Clarke Quay ist nur 100 Meter weiter rechts und links schließt sich Riverside Point an (etwa 50 m entfernt). In der Fußgängerzone direkt unter meinem Zimmer spielt eine Band, deren Sänger Louis Armstrongs „What a wonderful world“ anstimmt. Wie wahr!

50. Tag, 02. April 2010
Den Karfreitag kennt man in Singapur kaum. Neben wenigen Christen leben hier Buddhisten, Muslime, Taoisten und Hindus. Es ist wenig los auf den Straßen. Autos sind teuer, werden mit extra Steuern belegt und auch zahlenmäßig reglementiert.

Direkt neben unserem Hotel ist ein Haltepunkt für Stadtrundfahrten. Die Busse von City Hippo sind oben offen und fahren alle 20 Minuten ab. Wir entschließen uns kurzerhand mitzufahren. Für 24 Singapur-Dollar (12 Euro) pro Tour kann man an den verschiedensten Stationen zu- oder aussteigen. Den Kopfhörer für die Führung gibt es dazu und Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten sind auch auf Deutsch wählbar. Wie wir gestern schon festgestellt haben, ist die Stadt sehr sauber. Auf der Stadtführung wird noch einmal deutlich warum, denn das Wegwerfen einer Zigarettenkippe wird zum Beispiel mit 500 Euro bestraft.

Singapur wurde im 18. Jahrhundert von Sir Thomas Raffles gegründet. Die Fahrt führt am legendären Raffles-Hotel vorbei und weiter zum Botanischen Garten, dem Merlion Park, der Esplanade und der Orchard Road, auf der sich eine Shopping Mall an die andere reiht. Beeindruckt sind wir auch von Chinatown, den vielen Hochhäusern und dem gigantischen Riesenrad. Im Zentrum wirkt die Stadt fast schon europäisch. Singapur hat etwas von einem riesigen Disney World und Future Land zugleich für mich.

Unseren Sightseeing-Tag lassen wir mit einem leckeren, aber frühen Abendessen ausklingen. Morgen wollen wir zeitig nach Java abfliegen und die sich um die Mittagszeit aufbauenden Gewitter umgehen. Zudem müssen wir gut im Timing sein, um gleich zwei Flughäfen auf Java anzufliegen. Flughafen Nummer eins liegt 650 Kilometer von Singapur entfernt. Dort erledigen wir die Einreiseformalitäten und tanken die Piper auf, denn der in 120 NM Entfernung gelegene Zielflughafen schließt schon um 14 Uhr und wir können dort auch nicht tanken. Die Sicherheitshöhe rund um den Flugplatz beträgt 9.000 Fuß. Das wird anspruchsvoll! Nähere Infos zur Strecke gibt es wie immer im Live-Tracking auf der FLY & HELP-Internetseite.

Ich gehe mit Vorfreude ins Bett, denn auf Java erwartet uns das nächste FLY & HELP-Hilfsprojekt.




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