09.04.2010
aerokurier

Reiner Meutsch Cilacap - DenpasarFly & Help: Von Cilacap nach Denpasar

Das Fly & Help Team ist derzeit innerhalb Indonesiens unterwegs. Die Piper Cheyenne mit Reiner Meutsch und Arnim Stief steuert von Cilacap aus die Insel Bali an.

Reiner Meutsch schildert seine Impressionen für die Leser von aerokurier.de

Cilacap (WIHL) – 7° 44′ 0″ S, 109° 0′ 0″ E
Bali (WADD) – 8° 22′ 9″ S, 115° 8′ 18″ E 
Distanz: 399 NM
Flugzeit: 2 Stunden

Vulkane – Tempel – Reisterrassen

Tag 54, 6. April 2010
Unsere Zeit auf Java geht zu Ende und zum Abschied ist die gesamte Familie von Hardy, dem indonesischen Betreuer des „Kinderhilfe Indonesien e.V.“ und Verantwortlichen unseres Projektes, in Banyumas gekommen. Alle haben sich auf den Weg zum 60 Kilometer entfernten Flughafen Cilacap gemacht. Bevor wir ins Cockpit steigen, verabschieden wir uns herzlich von Hardys Eltern, seiner Frau, den Kindern, dem Bruder, den Neffen, Nichten und vielen mehr. Hardys 77-jährige Vater drückt mir die Hand und sagt: „Wann immer ihr auf Java seid, steht ein Zimmer für euch in unserem Haus bereit“. Was für eine Gastfreundschaft!

Dann geht’s los und ich starte von der Piste 23. Arnim übernimmt kurz das Steuer, um einen tiefen Überflug mit anschließender Steilkurve direkt vor dem Tower zu fliegen. Die Menschen unter uns winken mit allem, was zur Verfügung steht.

Die Wolken verheißen schönes Wetter auf unserem zweistündigen Flug nach Bali. Wir wählen eine niedrige Flughöhe von 3.000 Fuß (ein Kilometer) und fliegen auf einer IFR-Strecke (Instrumentenflug-Strecke) unter VFR, das heißt Sichtflug-Bedingungen. Nach 20 Minuten müssen wir steigen, denn vor uns liegen mächtige, teilweise noch aktive Vulkane mit 11.000 Fuß Höhe. Der Blick auf die riesigen Krater und die umgebende Landschaft erinnert mich an den Roman „Die Schatzinsel“. Die Bäume sind trotz der enormen Höhe zum Greifen nah.

Wir lassen die Vulkane hinter uns und sinken wieder unter die Wolkendecke auf 3.000 Fuß. Bei Sichtverhältnissen von bis zu 50 Kilometer Weite genießen wir die Traumlandschaft Javas. An der Küste ziehen vulkanisch schwarze Strände unter uns vorbei. Die Freude darüber währt allerdings nicht lang, denn die Flugsicherung mahnt uns zum Steigen auf 15.000 Fuß. Nicht unberechtigt, da wir schon auf der Karte für die Instrumentenflug-Strecke gesehen haben, dass die Ostküste Javas Erhebungen bis zu 13.000 Fuß aufweist.

Java erstreckt sich insgesamt über 1.000 Kilometer und nach 1,5  Stunden Flug taucht Bali vor uns auf, das Traumziel vieler Urlauber – vor allem Japaner lieben diese Insel. Aus der Luft sehe ich unzählige terrassenartig angelegte Reisfelder, die für diese Insel typisch sind. Satt leuchtendes Grün, so weit das Auge reicht, und goldgelb schimmernde Strände.

Arnim und ich verfolgen aufmerksam den Funk einer Thai Airways Maschine aus Bangkok, denn in diesem Flieger sitzt mein Freund Paul. Wir landen fast zeitgleich in Denpasar. Zuerst setzt die Boing 777 auf und dann wir mit unserer Piper Cheyenne. Nach einem tollen Flug sind wir glücklich über eine gute Landung. Fliegerherz was willst du mehr. Arnim und ich klatschen uns ab: Bali, die Insel der Götter ist erreicht!

Da wir auf einem Inlandsflug zwischen Java und Bali unterwegs waren, geht die Abwicklung rasch voran. Nebenbei begrüßen wir auch schon Paul, der mit seinem Koffer in das Domestic Terminal gekommen ist.

Gemeinsam fahren wir zum Hotel Grand Mirage Resort (www.grandmirage.com). Auch diese Unterkunft hat uns Gerald Heyduck, ehemals Mitarbeiter von Berge & Meer, sichern können. Er lebt seit einigen Jahren auf Bali und hat seinen guten Kontakt zum Hoteldirektor Ralf Luthe genutzt, um die FLY & HELP-Weltumrundung ein weiteres Mal zu unterstützen.

Das Hotel liegt direkt am indischen Ozean, am Strand von Nusa Dua. Mit Blick aufs Meer, essen wir bei traditioneller balinesischer Musik und Tanzvorführungen des Barong, Kechak und Legong zu Abend. Paul lädt ein und ist froh, bei uns zu sein. Ein bisschen Wehmut kommt aber auch auf, weil Kameramann Andreas zurück nach Deutschland muss. In acht Wochen wird er ab Taiwan wieder mit uns in der Piper bis nach Alaska fliegen. Während seiner Reisepause bereitet er das gedrehte Filmmaterial für eine mehrteilige Dokumentation zum FLY & HELP-Abenteuer vor. Ab September 2010 soll die Weltumrundung bei n-tv auf Sendung gehen.



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