24.03.2010
aerokurier

Reiner Meutsch Ahmedabad - ChennaiFly & Help: Team fliegt von Ahmedabad nach Chennai

Reiner Meutsch und Arnim Stief haben Ahmedabad verlassen und Kurs auf Chennai genommen. Die Reise dauerte rund 4:30 Stunden und führte über eine Distanz von 850 Nautischen Meilen

Landeanflug Chennai Meutsch

Landeanflug auf Chennai in Indien. Foto: Stiftung Reiner Meutsch / Fly & Help  

 

Reiner Meutsch beschreibt seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de

Ahmedabad (VAHH) – 22° 58′ 30″ N, 72° 35′ 30″ E
Chennai (VOMM) – 13° 5′ 0″ N, 80° 17′ 0″ E
Distanz: 850 NM  
Flugzeit: 4:30

22. März 2010
Es ist 9.00 Uhr und wir fahren vom Hotel zum Flugplatz. Beim Betanken der Piper können wir im Preis etwas sparen, denn für eine Aufwandsentschädigung von 50 US-Dollar übernimmt ein Bekannter von Arnim die Abwicklung. Statt der vom offiziellen Handlingagenten veranschlagten 986 US-Dollar zahlen wir für 1.100 Liter Jet-A-1 720 US-Dollar. Starten können wir aber trotzdem noch nicht, da noch eine Überflug-Genehmigungsnummer fehlt. Nach vier langen Stunden Wartezeit sind alle Papiere komplett und wir heben ab.

Der Flug führt uns über das Land der Maharadschas. Wir müssen die Piper per Instrumentenflug (IFR) steuern, können aber bei einer Höhe von 9.000 Fuß (drei Kilometer) die Landschaft Zentralindiens genießen: Rechts von uns liegt Bombay, links das gigantische Satpuragebirge. Die Luft ist ruhig, keine Thermik. Wir überfliegen ein Land, in dem über 1,2 Milliarden Menschen leben. Fruchtbares buntes Land wechselt sich mit eintöniger Landschaft ab.

Unterwegs müssen wir jedoch permanent die Route ändern, so dass laut Bordcomputer aus geplanten 3:45 Stunden Flugzeit nun schon 4:45 Stunden werden. Wir steigen unterdessen wieder und sparen Sprit. Dann erreichen uns die Fluglotsen nicht mehr per Funk, aber freundlicherweise stellt sich ein Flugzeug der Singapore Airlines als Relaisstation zur Verfügung. Sie vermittelt zwischen uns und der Flugsicherung.

Für die Landung haben wir den Flughafen von Tirupati, circa 150 Kilometer nördlich von Chennai, gewählt. Theoretisch können wir damit 900 Dollar an Handling- und Landegebühr einsparen, die in Chennai Pflicht wären. Doch unser Problem ist der Wettlauf gegen die Zeit. Der Flugplatz schließt schon um 17.30 Uhr und die Umwege haben uns weit zurückgeworfen. Das Ende vom Lied: Wir schaffen es nicht. Der Controller teilt uns mit, dass wir nun nach Chennai ausweichen müssen.

Erst um 18.30 Uhr erreichen wir den internationalen Flugplatz von Chennai, aber eine Überraschung hellt die Laune schlagartig wieder auf. Der Handlingagent will zuerst 350 US-Dollar für die Abwicklung und lässt sich dann auf 200 US-Dollar runterhandeln. Hätten wir diese Tarife vorher gekannt, hätten wir uns die Mühe mit Tirupati sparen können. Die Freude ist trotzdem groß.

Gegen 20.30 Uhr kommen wir im Hotel Courtyard of Marriot an. Gerhard Heyduck, ein Freund aus Berge & Meer Zeiten, hat beste Kontakte nach Asien und konnte uns damit sämtliche Übernachtungen in Indien kostenfrei zur Verfügung stellen. Ausdrücklich möchte ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass ich sämtliche Kosten der Weltumrundung privat trage und alle Spendengelder ausschließlich den FLY & HELP-Projekten zugute kommen. Missverständnisse lassen sich nicht vermeiden, umso wichtiger ist es mir, eine klare Linie zu haben.

In den kommenden Tagen werden wir das zweite FLY & HELP-Hilfsprojekt im Rahmen der Weltumrundung besuchen. Dabei sind wir nicht allein, denn Unterstützung aus Deutschland hat sich angekündigt. Zu unserer Freude sind der Westerwälder Brauereiunternehmer Heiner Schneider aus Hachenburg und seine Frau Carla ebenfalls in Chennai. Seit Jahren unterstützen sie eine Dorfschule sowie ein Waisenhaus und eine Ambulanz in der Nähe von Chennai. In Zusammenarbeit mit dem Kinderheim und Dorfambulanz Südindien e.V. übernimmt FLY & HELP für die nächsten drei Jahre die Kosten für Lehrerstipendien an dieser Dorfschule.

Wir telefonieren uns zusammen und vereinbaren einen Treffpunkt zum Abendessen. Es wird ein schöner Tagesausklang mit vielen interessanten Gesprächen. Auch Dr. Anke Strenge-Hesse, Vorstand des Vereins, ist aus Bonn angereist und die Inderin Grace Kuhn, die mit ihrer Familie die Projekte aufgebaut hat, berichtet von ihrer Arbeit in Surutupalli.

Im Mittelpunkt unseres Aufenthaltsprogramms stehen die Schulen und Waisenhäuser sowie die vielen fleißigen Helfer, die sich seit langem um das Wohl der Kinder kümmern. Wir werden viel sehen und erleben.




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