19.08.2010
aerokurier

Meutsch Buenos AiresFly & Help Team erreicht Buenos Aires

Reiner Meutsch und Arnim Stief haben bei ihrer Weltreise für die Stiftung Fly & Help den Flughafen Buenos Aires erreicht.

Reiner Meutsch schildert seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de

Santiago de Chile (SCEL) – 33° 27′ 0″ S, 70° 40′ 0″ W
Buenos Aires (SABE) – 34° 35′ 59″ S, 58° 22′ 55″ W
Distanz: 646 NM
Flugzeit: 3 Stunden

Tag 134, 15. August 2010
Per E-Mail habe ich von meinem Arzt aus Hachenburg wertvolle Tipps bekommen, wie ich die schon seit sechs Tagen andauernden gesundheitlichen Beschwerden in den Griff bekommen kann. Langsam bin ich der Sache überdrüssig und stelle fest, dass ich mittlerweile sogar fünf Kilo abgenommen habe.

Die Nacht war wieder unruhig und ich habe kaum geschlafen. Früh am Morgen sind wir jedoch schon auf dem Weg zum internationalen Flugplatz von Santiago de Chile. Für die Abfertigung haben sich Arnim und Jessina mit einem Polizisten verständigt, der uns durch alle Kontrollen begleiten wird. Damit entfällt der Handlingagent und wir sparen eine Menge Geld. Insgesamt fallen nur 37 Dollar Gebühren an – bisher der günstigste Flugplatzaufenthalt in ganz Lateinamerika.

Richtung Osten geht es kurz nach dem Start für uns über die sich hoch auftürmenden verschneiten Gipfel der Anden. Keine Wolke zeigt sich am Himmel, stattdessen freie Fernsicht. Ich glaube, die Alpen werden uns zukünftig klein vorkommen im Vergleich zu diesem mächtigen, erhabenen Gebirge. Wir fliegen 21.000 Fuß hoch, knapp über den Gipfeln und haben Rückenwind von über 70 Knoten. Von der Pazifikküste geht es heute an den Atlantik.  

Nach einiger Zeit erreichen wir den Übergang vom Hochgebirge zur argentinischen Pampa und es kommt was kommen muss: Die Lee-Wirkung bzw. heftigste Luftverwirbelungen. Für etwa zehn Minuten werden wir in der Piper durchgerüttelt und -geschüttelt. Nicht nur für Jessina und Andreas ist diese Erfahrung heftig, auch für mich als Pilot ist es eine Herausforderung. Was bin ich froh, mit der Piper Cheyenne fliegen zu können. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, mit meiner Piper Seneca unterwegs zu sein – so wie es eigentlich einmal geplant war.

Als erfahrener Pilot kennt Arnim solche Situationen zur Genüge. Er beruhigt immer wieder und erklärt das Phänomen verständlich. Wie von ihm prophezeit ist der ganze Spuk nach zehn Minuten vorbei und es kehrt absolute Ruhe ein. Die nächsten zwei Stunden geht es recht unspektakulär über die Grassteppe. Dabei sinken wir auf 7.000 Fuß und können sogar zahlreiche Rinderfarmen ausmachen. Ich freue mich schon auf ein schönes Steak heute Abend.

Zwischendurch erhalten wir per Funk die Information, dass wir nicht auf dem Stadtflughafen in Buenos Aires landen dürfen. Es würde wohl eine Genehmigung fehlen. Arnim und ich sind verwundert und können uns nicht erklären, was denn nun fehlt. Auch der Controller im Funk ist ratlos. Als Ausweichflughafen benennt man uns den nur zehn Minuten entfernten San Fernando Airport. Kein Problem für uns, wir sind bestens ausgestattet und haben Anflugblätter von diesem Flughafen dabei. Auf dem Platz sind alle sehr hilfsbereit und freundlich, so ist die Cheyenne in kürzester Zeit betankt und auch die Einreiseformalitäten sowie die Abfertigung sind erledigt. Anschließend geht es mit dem Taxi ins zentral gelegene Hilton Hotel.




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