12.04.2010
aerokurier

Meutsch Weltflug Bali - TomorFly & Help: Bali nach Timor

Zwischenstopp nach Bali: DIe Fly & Help Piper Cheyenne mit Reiner Meutsch und Arnim Stief an Bord hat ihren Flug durch das indonesische Archipel fortgesetzt. Das Team erreicht Kupang auf Timor

Reiner Meutsch schildert seine Eindrücke für die Leser von aerokurier.de

Denpasar, Bali (WADD) – 8° 22′ 9″ S, 115° 8′ 18″ E
Kupang, Timor (WATT) – 10° 11′ 3.48″ S, 123° 35′ 41.64″ E
Distanz: 550 NM
Flugzeit: 2,5 Stunden

Tag 56, 8. April 2010
Heute Nacht hat es kräftig geregnet, die Straßen sind noch feucht und wir machen uns am Morgen einmal mehr auf den Weg zum Flughafen. Piste 9 zeigt genau in 90 Grad östlicher Richtung, von der wir Richtung Timor starten. In 3.000 Fuß Höhe (ein Kilometer) fliegen wir an der gesamten balinesischen Küste entlang – Dass sich hier die Götter wohlfühlen, kann man verstehen.

Links von uns sehen wir in der Mitte der Insel die beiden mächtigen Vulkane, die eine Höhe von 12.000 Fuß erreichen. Die Hindus glauben an das Gute, deshalb sind sie fest davon  überzeugt, dass ihr Gott sie vor dem Ausbruch dieser Giganten bewahrt. Aber unter der Erde brodelt es noch und die Menschen leben auf einem Pulverfass.

Nach Bali folgt die Insel Lombok. Gleich meine zweite MEIN ABENTEUER-Sendung bei Radio RPR1 im Jahr 1987 handelte von Lombok. Nun kann ich selbst über diese schöne Insel fliegen, die vielen Kinofilmen als Kulisse diente. Es fühlt sich an, als säßen wir in einem 3-D-Film und das in der ersten Reihe. Ich manövriere die vier Tonnen schwere Piper Cheyenne zwischen den Bergen und Hügeln unter Sichtflugbedingungen hindurch – alles knapp über dem Boden in 3.000 Fuß.

Unter uns tauchen wenig später die teilweise bewohnten kleinen Sunda-Inseln auf. Südseefeeling stellt sich ein.

Dann überfliegen wir die Sumbastraße im Indischen Ozean und erreichen die gleichnamige Insel Sumba, die etwa zwei bis drei Mal so groß ist wie Bali. Das Landschaftsbild erinnert mich an Schottland, Irland oder das Allgäu.

Nach zwei Stunden Flugzeit und knapp 1.000 Kilometer Strecke sehen wir sie in 100 Kilometer Entfernung vor uns: die Küste Timors. Wir bekommen eine sofortige Landefreigabe für den Hauptstadt-Flughafen Kupang. Der Landeanflug findet bei schönstem Wetter statt, einzig einige Schäfchenwolken verlieren sich am Himmel.

Die Überraschung des Tages hält Tankwart Friedrich parat, der uns mit günstigem Jet-A-1 (ähnlich Diesel) für 50 Euro-Cent den Liter versorgt. Gerade als ich mit meiner Ehefrau telefoniere, singt er: „Du bist alles, was ich habe auf der Welt – Du bist alles was ich wiiiiiilllll“. Es ist seine Art uns zu begrüßen und es sind die einzigen Worte, die er auf Deutsch sagen kann. Weil es kaum Touristen auf der Insel gibt, freut er sich über unseren Besuch.

Die holländische Ostindien-Kompanie machte Kupang, die Hauptstadt des heutigen Westtimors, zu einem ihrer wichtigsten Handelsstützpunkte. Im Jahr 1789 erreichte Kapitän Bligh, der nach der Meuterei auf der Bounty nahe den Tonga-Inseln ausgesetzt worden war, das Eiland nach 41 Tagen auf See.

Timor ist fast 500 Kilometer lang, aber nur 80 Kilometer breit, und zudem politisch zweigeteilt. Im indonesischen Westtimor, wo auch Kupang liegt, leben zwei Millionen Menschen und in der flächenmäßig kleineren Demokratischen Republik Osttimor eine Million. In den letzten Jahrzehnten ist der Einfluss der katholischen Kirche stark gewachsen, sodass die Inselbewohner heute in großer Zahl dem christlichen Glauben anhängen. Höchster Berg ist mit 2.960 Metern der Tatamailau.

Mit dem Taxi fahren wir für drei Euro zu unserem am Strand gelegenen 3-Sterne-Hotel Kristal in Kupang. Die Zimmer sind mit 38 Euro pro Person inklusive Frühstück und Meerblick günstig.

Bei glasklarer Luft schauen wir uns am Strand einen wunderschönen Sonnenuntergang an. Während wir da so sitzen, laufen schwarze Schweine und viele Ziegen umher. Erst auf den zweiten Blick sehe ich, dass der Strand relativ schmutzig ist, aber das Naturschauspiel macht alles wett. 

Bei warmen 28 Grad essen wir im Restaurant Rotterdam. Alles sehr günstig – für drei Personen zahlen wir samt Getränken 20 Euro. Inhaber Hendrik gesellt sich zu uns und wir kommen ins Gespräch über FLY & HELP.

Auf Timor gibt es viel zu entdecken. Teilweise sollen noch Stämme in den Bergen leben, die den Menschen auf Papua-Neuguinea ähneln. Wir wollen so viel wie möglich von der Insel sehen und organisieren für Morgen einen Wagen mit Fahrer (vier Euro/Stunde).

Am Samstag erreichen wir dann den nächsten Kontinent. Wir freuen uns auf Australien!




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