15.02.2010
aerokurier

Meutsch Etappe Sanaa - MuskatErster Teil des Weltfluges geschafft - Reiner Meutsch erreicht Maskat im Oman

Reiner Meutsch und Arnim Stief haben den ersten Teil des Weltfluges für Fly & Help geschafft. Die Piper Cheyenne landete in Maskat im Oman. Von dort geht es am 18. März weiter.

Reiner Meutsch beschreibt die Eindrücke vom Flug Sanaa - Muscat und zieht ein Fazit für die Etappen von Siegerland bis in den Oman:

"Die Abwicklung am Flughafen Sanaa läuft ohne Störung ab, nur das ich die Security Fee in Höhe von 350 Dollar nicht zahlen will, weil ja Melanie und ihr Mann in der Stadt für uns bürgten und nicht das Militär. Nach einigem Hin- und Her einigen wir uns auf 200 Dollar. Visagebühren (2 x 70 Dollar) brauchen wir nicht zu zahlen, denn wir haben uns die zwei Tage ohne Visum in der Stadt aufgehalten. Der Trick unseres Agenten vor Ort: Visa werden zwar nicht mehr erteilt, da wir aber Piloten, sind lässt man uns „so“ rein und wieder raus. Es gibt also keinen Stempel im Pass und damit kein Dokument, das bescheinigt, dass wir im Jemen waren.

Wir fliegen über die Arabische Halbinsel gen Norden mit 65 Knoten Rückenwind. Unsere Geschwindigkeit über Grund beträgt 500 Kilometer pro Stunde. Berge, Wüste, Sand, Seen und Küstenstreifen ziehen an uns vorbei. Ein traumhaft schöner Flug Richtung Oman. Als wir den Wüstenstaat anfliegen, sieht man auf den ersten Blick, dass hier Öl-Dollars für befestigte Straßen und moderne Wohnsiedlungen verbaut worden sind. Wir fliegen stundenlang über Arabien. Keine Wolken verhängen die Sicht, stattdessen blauer Himmel weit und breit. Unter uns wechseln mit den Landschaftsformationen auch die Farben. Ein leuchtendes Farbenspiel aus blauen, gelben, grünen und roten Tönen. Unsere Erde ist schön!

Der Anflug auf Maskat ist mit bis zu 3.200 Meter hohen Bergen im Westen anspruchsvoll. Wir kommen aus dem Süden und müssen eine schroffe Bergkette in 6000 Fuß überfliegen, bevor wir die Hauptstadt des Sultanats erreichen.

Über Maskat herrscht ein reger Flugverkehr und wir sind als Nummer vier zur Landung freigegeben. Sanft bringe ich unsere Piper Cheyenne auf der 3,5 Kilometer langen Landebahn runter. Es wird für die nächsten fünf Wochen die letzte Landung sein und Wehmut kommt auf. Arnim und ich klatschen uns ab. Geschafft, die erste Etappe hielt uns insgesamt über 60 Stunden in der Luft und über 750 Stunden am Boden in Atem.

Freundlich werden wir vom Bodenpersonal begrüßt und betanken unser Flugzeug (pro Liter 64 US-Cent), dann fahren wir zum Hotel Treasure Box.

Die Reise der ersten Etappe geht nun zu Ende. Heute fliegen Arnim und ich als ganz normale Passagiere mit einem Linienflug von Oman über die Emirate nach Frankfurt. Meine Tochter holt mich abends am Flughafen ab und auf Arnim wartet Marissa. Seine Frau hat unzählige Stunden damit verbracht Genehmigungen, Visa, Flugpläne und Unterstellmöglichkeiten zu organisieren und uns durch so manch bürokratische Tücke manövriert. Wir sind ihr für ihre Arbeit in der Flugleitstelle zu großem Dank verpflichtet.

Will man es in Zahlen ausdrücken, können wir auf 19 Landungen, Übernachtungen in 13 Ländern und Flüge über 29 Länder zurückblicken. Zusammengekommen sind außerdem 12.000 NM, also über 20.000 Flugkilometer, verteilt auf 61 Flugstunden. Zusätzlich haben wir  hunderte von Autokilometern zurückgelegt und haben Millionen von Sternen in klaren Nächten über uns gesehen.

Aber: Die Reise geht weiter! Am 18. März starten wir zur zweiten Etappe von Asien nach Australien. Wir freuen uns auf die zwei FLY & HELP Projekte in Indien und auf der indonesischen Insel Java. Die Aussicht auf viele außergewöhnliche Begegnungen lässt uns heute schon mit großer Neugier auf den Termin hinfiebern.

Unser Flugzeug, die Piper Cheyenne, steht bis dahin in guter Obhut auf dem Internationalen Flugplatz in Maskat. Sie ist schon 30 Jahre im Einsatz und hat uns nicht einmal im Stich gelassen."




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